Afrikanischer Elefant

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Afrikanischer Elefant
Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Afrotheria
Ordnung: Rüsseltiere (Proboscidea)
Familie: Elefanten (Elephantidae)
Gattung: Afrikanische Elefanten (Loxodonta)
Art: Afrikanischer Elefant
Wissenschaftlicher Name
Loxodonta africana
Blumenbach, 1797

Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist eine Art der Familie der Elefanten. Er ist das größte gegenwärtig lebende Landsäugetier. Der früher als Unterart des Afrikanischen Elefanten betrachtete Waldelefant (Loxodonta cyclotis) wird heute als selbstständige Art angesehen. Der Afrikanische Elefant zählt zu den sogenannten „Big Five“ der Safari und Großwildjagd.

Körperbau

Ein Afrikanischer Elefantenbulle wird durchschnittlich 3,20 Meter groß und 5 Tonnen schwer. Selten können Bullen auch eine Körpergröße von 4 Meter und ein Gewicht von 7,5 Tonnen erreichen. Kühe sind kleiner und leichter als Bullen, im Schnitt werden sie 2,50 Meter groß und 2,8 Tonnen schwer. Die Kopfrumpflänge beträgt 6,00 bis 7,50 Meter, der Schwanz ist etwas länger als 1,00 Meter. Es besteht ein Sexualdimorphismus.

Im Gegensatz zum Asiatischen oder Indischen Elefanten besitzen sowohl die Männchen als auch die Weibchen in aller Regel Stoßzähne. Sie können beim Männchen gelegentlich bis 3 Meter lang und 100 kg schwer sein. Der größte je gefundene Stoßzahn maß 3,50 Meter. Beim Bullen wachsen die Stoßzähne ein Leben lang sowohl in die Länge als auch in die Breite. Die Stoßzähne der Kuh wachsen nach dem 15. Lebensjahr nur noch in die Länge und dies mit einer sehr viel geringeren Geschwindigkeit als beim Bullen; sie wirken daher schlanker als die des Bullen. Die Stoßzähne werden zum Graben, Stochern und zur Verteidigung eingesetzt und damit abgenutzt; sie können dabei auch ganz oder teilweise abbrechen.

Ein äußerer Unterschied zum Asiatischen Elefanten sind die deutlich größeren Ohren, die eine Länge von 2,00 Meter erreichen können. Am Rüsselende besitzt der Afrikanische Elefant zwei „Finger“, der Indische Elefant nur einen. An den Vorderfüßen hat er meist vier und an den Hinterfüßen meist drei Zehen. Der Asiatische Elefant dagegen hat fünf Zehen vorne und vier Zehen an den Hinterfüßen. Die Anzahl der Zehen ist jedoch kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Der Afrikanische Elefant weist zudem im Gegensatz zur hochgewölbten Stirn der asiatischen Form eine flache, fliehende Stirnpartie sowie im Gegensatz zum Buckelrücken des Asiaten meist einen Sattelrücken auf. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind Aufbau und Struktur der Backenzähne.[1][2]

Elefanten können nicht schwitzen. Nur über die gut durchbluteten Ohren, die von bis zu 14 Liter Blut pro Minute durchflossen werden, kann überschüssige Wärme abgegeben werden. Das erklärt ihre Größe. Ansonsten kühlen sich Elefanten auch gerne im Wasser ab.

Verbreitung

Verbreitung des Afrikanischen Elefanten (2007)

Einst waren Afrikanische Elefanten von der Mittelmeerküste bis zum Kap der Guten Hoffnung verbreitet. Nördlich der Sahara ist die Art jedoch bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. ausgestorben.

Wegen Elfenbeinwilderei und Lebensraumzerstörung ist der Afrikanische Elefant mittlerweile aus großen Teilen seines einstigen Verbreitungsgebietes verschwunden, so im südlichen und westlichen Afrika. Die mit Abstand größte Population Westafrikas befindet sich im W-Arly-Pendjari-Nationalpark-Komplex, wo immer noch insgesamt über dreitausend Tiere leben.[3] Die südlichste Population Afrikas lebt im Addo-Elefanten-Nationalpark in Südafrika. Die größten Bestände konnten sich im östlichen und südlichen Teil Afrikas halten, wo sie jedoch ebenfalls meist auf Nationalparks und Schutzgebiete beschränkt sind.

Die nördliche Unterart L. a. pharaohensis könnte sich bis ins 19. Jahrhundert an der sudanesischen Küste und in Eritrea gehalten haben. Verhältnismäßig kleine Elefanten, die möglicherweise mit diesen verwandt sind, scheinen in Mauretanien länger überlebt zu haben und existieren dort möglicherweise noch immer. Eine weitere nördliche Unterart stellt L. a. orleansi dar, die in historischen Zeiten im Norden Somalias und in Äthiopien verbreitet war, aber spätestens 1987 auf 60 bis 300 Tiere im Raum Harar in Äthiopien zurückgegangen war.

In Afrika ist nach unterschiedlichen Schätzungen noch von einem Gesamtbestand von 400.000 bis 650.000 Tieren auszugehen.[4]

Lebensraum

„Wüstenelefanten“ im Huab-Fluss

Elefanten können in unterschiedlichen Habitaten leben, vorausgesetzt, es sind Schatten, Wasser und genügend Futter vorhanden.

In Wüsten leben Elefanten gewöhnlich nicht. Eine Ausnahme bildet die Namibwüste, in der es eine Population von „Wüstenelefanten“ mit speziellen Anpassungen (v. a. Verbreiterung der Sohlenauflage) an diesen trockenen Lebensraum gibt. Ihre Zahl wird verschiedenen Quellen nach mit 60[5] bis 500 Tieren angegeben. Im Gebirge findet man Elefanten gelegentlich in Höhen bis zu 5000 Meter; ihr bevorzugter Lebensraum liegt allerdings im Flachland.

Afrikanische Elefanten brauchen in ihrem Lebensraum eine Wasserstelle, die sie einmal täglich aufsuchen können. Wenn es der Wasserstand erlaubt, baden sie gerne und lassen manchmal beim Untertauchen nur den Rüssel aus dem Wasser herausragen.

Lebensweise

Elefanten an einer Wasserstelle in Namibia
Elefantenherde mit Jungtieren im Etosha-Nationalpark

Afrikanische Elefanten sind tag- wie nachtaktiv. Sie ruhen meistens während der Mittagshitze und/oder nach Mitternacht, indem sie am Boden liegend oder (häufiger) gegen einen Baum gelehnt schlafen. Im Durchschnitt legt eine Herde pro Tag 12 Kilometer zurück. Ihre Geschwindigkeit beträgt dabei 10 km/h. Wenn nötig können Elefanten jedoch auch 40 km/h schnell laufen. Unbedroht sind Elefanten friedliche Tiere. Allerdings werden Elefantenkühe mit sehr jungen Kälbern schnell aggressiv, wenn man sich ihnen zu sehr nähert. Beide Geschlechter drohen, indem sie den Rüssel heben, die Ohren schwenken, Staub auftreten und den Kopf hin und her schütteln. Vor dem Angriff wird mit einem lauten Trompeten gewarnt.

Die Herde wird von einer alten, dominanten Leitkuh geführt. Im Schnitt umfasst eine solche Herde zehn Kühe mitsamt ihrem Nachwuchs. Wenn Herden aufeinandertreffen, schließen sie sich manchmal auf Zeit zu losen Verbänden zusammen, die mehrere hundert Tiere umfassen können. Die Leitkuh hält die Herde zusammen und behält ihre Position bis zum Tode. Dann nimmt meist ihre älteste Tochter ihren Rang ein. Männchen sind nur als Jungtiere Teil einer Herde; wenn sie mit etwa acht Jahren die Pubertät erreichen, werden sie von den älteren Kühen vertrieben. Meist finden sich Männchen zu eigenen Junggesellenverbänden zusammen, nur während der Musth sind sie als Einzelgänger unterwegs.

Die Lebenserwartung beträgt etwa 70 Jahre. Abgesehen vom Menschen kennen Afrikanische Elefanten wenige natürliche Feinde. Allerdings scheinen sich Löwen in einigen Gebieten Afrikas zunehmend auf die Jagd nach ihnen spezialisiert zu haben. Im Chobe-Nationalpark in Botswana und im benachbarten Hwange-Nationalpark Simbabwes machen Elefanten mittlerweile etwa 20 % der Löwennahrung aus, wobei vor allem Jungtiere und Halbwüchsige im Alter bis zu elf Jahren erlegt werden.[6][7]

Fortpflanzung

Sekretausscheidung während der Musth

Die Musth, eine Periode erhöhter Testosteron-Produktion und gesteigerter sexueller Aktivität beim Bullen, tritt etwa ab dem 25. Lebensjahr auf. Ein Bulle in der Musth ist an der Sekretausscheidung aus Drüsen hinter dem Auge, ständigem Harnlassen und gesteigerter Aggressivität zu erkennen. Die Musth dauert anfangs nur wenige Tage, doch je älter ein Elefantenbulle wird, desto länger hält dieser Zustand an. Schließlich kann er drei Monate und mehr betragen. Bullen in der Musth sind gegenüber anderen, die nicht in der Musth sind, dominant. Im Kampf sind sie oft selbst dann überlegen, wenn der Konkurrent stärker und größer erscheint. Musth-Bullen sind besonders angriffslustig und kämpfen mit Konkurrenten um das Recht, sich mit einer Kuh zu paaren.

Ausgewachsene Bullen gesellen sich nur zur Begattung zu den Herden. Elefantenkühe sind jeweils nur wenige Tage befruchtungsfähig. Dieser Östrus kann zu beliebiger Jahreszeit auftreten. Die Jungen werden demzufolge ganzjährig geboren, die Tragzeit beträgt etwa 22 Monate. Gewöhnlich kommt ein einziges Junges zur Welt, Zwillingsgeburten kommen in 1 bis 2 % der Fälle vor. Ein junger Elefant wiegt etwa 100 kg und kann eine halbe Stunde nach seiner Geburt stehen. Er wird etwa ein Jahr gesäugt. Die Geschlechtsreife kann bereits im zehnten Lebensjahr erreicht werden, oft aber auch erst einige Jahre später. Bullen sind vor ihrem zwanzigsten Lebensjahr nicht stark genug, den Anspruch auf eine Paarung durchzusetzen. Meistens sind Kämpfe schnell entschieden, in manchen Fällen können Bullen einander mit ihren Stoßzähnen aber auch tödliche Wunden zufügen.

Afrikanische Elefanten sind bis zum 55. Lebensjahr fruchtbar.

Ernährung

Ein Elefant in Kenia nutzt seinen Rüssel, um das Laub in der Baumkrone zu erreichen.
Elefantendung; zu erkennen sind die holzigen Bestandteile der Ernährung.

Der Afrikanische Elefant ernährt sich von Gräsern, Wurzeln, Blättern, Zweigen, Baumrinden, Holz und verschiedenen Früchten. In Gefangenschaft bekommen Elefanten überwiegend Heu. Sie verbringen 16 bis 20 Stunden mit Fressen. Am Tag frisst ein Elefant etwa 200 bis 300 kg.

Bei Elefanten erneuern sich die abgenutzten Zähne bis zu sechs Mal, wobei jeweils nur ein Molar je Kieferhälfte in Gebrauch ist (sog. horizontaler Zahnwechsel).[8] Nachdem die letzten Zähne abgenutzt sind, ist ein Elefant auf weichere Nahrung angewiesen. Sehr alte Elefanten suchen daher Sümpfe auf, um die dortigen Gräser zu fressen, und letztlich werden ihre Überreste oft an solchen Orten gefunden. Dieser Umstand hat zur Legende um die sogenannten „Elefantenfriedhöfe“ geführt.

Extrem wichtig für Elefanten ist Wasser, von dem sie täglich 100 bis 150 Liter benötigen. Die Kenntnis von Wasserstellen bzw. die Suche danach ist für das Überleben besonders während der Trockenzeit entscheidend.

Ökologische Bedeutung

Elefanten prägen in sehr starkem Maße ihre Umwelt. Dies wird besonders deutlich, wenn größere Areale durch Elefanten ihres Baumbestandes beraubt werden. Häufig dauert es Jahrzehnte, bis ein ehemaliges Waldgebiet über die Stadien von Halbwüste, Grassavanne und Baumsavanne wieder seinen ursprünglichen Zustand zurückerlangt hat. Diese Vorgänge sind nicht immer auf Überweidung zurückzuführen, sondern oftmals auch Teil zyklischer Vorgänge, die sich unter Umständen über Jahrhunderte erstrecken.

Eine infolge von Isolation zu hohe Populationsdichte vermag jedoch die Umwelt der Elefanten nachhaltig zu schädigen. So wurde der Baumbestand im kenianischen Tsavo-East-Nationalpark während der 1970er Jahre weitgehend vernichtet, was anschließend – neben der Wilderei – zum dramatischen Rückgang der Elefantenbestände beitrug.

Mit ihrem Dung verbreiten Elefanten Pflanzensamen wie etwa den der Akazien. Ein Großteil der nährstoffreichen Kotausscheidungen wird zudem untergegraben, wenn Mistkäfer ihre Brutkammern anlegen. Dies dient zusätzlich der Belüftung des Bodens und sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der Nährstoffe. Von den durch Elefanten ausgehobenen oder verbreiterten Wasserlöchern profitieren auch andere Tierarten.

Stammesgeschichte

Die Gattung Loxodonta erschien erstmals im oberen Miozän vor rund 7 Mio. Jahren in Afrika. Sie entwickelte sich aus Primelephas, dem stammesgeschichtlich ältesten Vertreter der Echten Elefanten. Einige Paläontologen gehen aber auch von einem Ursprung von Stegotetrabelodon aus.[9] Die Aufspaltung der beiden heute noch existierenden Elefantenlinien - Elephas (mit dem ausgestorbenen Mammuthus) und Loxodonta - erfolgte laut Untersuchungen an der mitochondrialen DNA vor etwa 6,6 bis 8,8 Mio. Jahren.[10]

Die älteste Art war Loxodonta cookei, die vor 7 bis 6 Mio. Jahren lebte. [11] Aus ihr entwickelte sich vor rund 5,5 Mio Jahren Loxodonta adaurora, von der sich wiederum Loxodonta exoptata abspaltete. Diese Arten waren weit über Afrika verbreitet. Bemerkenswert ist, das die frühen Loxodonta-Vertreter im Gegensatz zum heutigen Afrikanischen Elefanten, eher spezialisierte Grasfresser waren. Vor rund 1,8 Mio. Jahren verschwand die Gattung allerdings aus dem östlichen Afrika, überlebte aber in Süd- und Nordafrika. Im eher mediterran geprägten Nordafrika entwickelte sich dort der stärker auf Blattnahrung spezialisierte Loxodonta atlantica aus dem dann höchstwahrscheinlich der heutige Afrikanische Elefant entstand und wieder im jüngeren Pleistozän in das östliche Afrika zurückkehrte.[9]

Ursprünglich wurde vermutet, dass der Afrikanische Elefant und der Waldelefant (Loxodonta cyclotis) zwei Unterarten bilden. Neuere Untersuchungen am Genom beider Elefantenvertreter ergaben, dass es sich um zwei getrennte Arten handelt. Die Trennung beider Arten erfolgte vor mindestens 1,9 Mio. Jahren, wahrscheinlich aber schon wesentlich früher (möglicherweise schon vor 2,5 bis 5,6 Millionen Jahren) und ist zeitlich vergleichbar mit der Trennung von Elephas und Mammuthus.[12]

Mensch und Afrikanischer Elefant

Zähmung

Hannibal überquert die Alpen mit Kriegselefanten, Fresco im Palazzo del Campidoglio, Rom, etwa 1510

Anders als der Asiatische Elefant ist die afrikanische Art wahrscheinlich selten domestiziert worden. Zum Teil wird dies mit der höheren Aggressivität und schwierigeren Zähmbarkeit des Afrikanischen Elefanten begründet. Es hat jedoch in jüngerer Zeit Versuche gegeben, auch Afrikanische Elefanten zu zähmen. Hierbei wurde gezeigt, dass es gelingen kann, sie zu Arbeitseinsätzen zu trainieren; mancherorts - so in den Sumpfgebieten von Botswana - transportieren sie Touristen.

Umstritten ist, woher die Kriegselefanten Karthagos kamen. Weil die Zähmung Afrikanischer Elefanten lange für unmöglich gehalten wurde, nehmen viele Fachleute an, die verwendeten Elefanten müssten Nachkommen asiatischer Tiere gewesen sein. Andere Experten bestreiten diese Ansicht; sie argumentieren, dass über die nordafrikanische Unterart heute nicht mehr viel bekannt sei, möglicherweise sei sie friedfertiger als ihre südlicheren Verwandten gewesen.

Jagd und Wilderei

Elefanten in Südafrika

Die Jagd nach Elfenbein und die Wilderei haben dazu beigetragen, Elefantenpopulationen in vielen Teilen Afrikas schwinden zu lassen. In den Savannen Westafrikas starben Elefanten am Anfang des 20. Jahrhunderts aus, in Südafrika wurde 1931 gerade noch rechtzeitig der Addo-Elefanten-Nationalpark zum Schutz der letzten 11 Exemplare eingerichtet. Noch zwischen 1950 und 1980 wurden in den Savannen Ostafrikas etwa 500.000 Elefanten geschossen.

Nachdem 1989 der Elfenbeinhandel weltweit verboten wurde, gab es in Ostafrika und vor allem in den Staaten des südlichen Afrikas eine stetige Bestandszunahme, die manche Staaten sogar bewogen hat, eine Wiederzulassung kontrollierter Jagd zur Elfenbeingewinnung zu fordern. Die IUCN, die den Afrikanischen Elefanten von 1996 bis 2003 als „stark gefährdete“ Tierart geführt hatte, stufte ihn 2004 in den niedrigeren Rang „gefährdet“ zurück. Da noch in den 1980er Jahren das Aussterben der Art für 2010 prophezeit wurde, sind diese Bestandsentwicklungen erfreulich. Sie wurden auch dadurch bewirkt, dass 1989 die Europäische Union, die USA und Japan den Elfenbeinimport eingestellt hatten; gleichzeitig wurde die Art damals auf den Appendix I des CITES-Abkommens gesetzt. Inzwischen wurde der Afrikanische Elefant für Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika in den Appendix II zurückgestuft, Elfenbein-Lagerbestände dieser Länder wurden legal versteigert. Seither wurde in zahlreichen Herkunftsländern ein Anstieg der Wilderei verzeichnet. [13] Im Jahr 2009 wurde geschätzt, dass jährlich 38.000 Afrikanische Elefanten für den Elfenbeinhandel gewildert werden.[14]

Zoohaltung

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"Zoogegner argumentieren bisweilen...." "Der Afrikanische Elefant stammt aus relativ warmen, trockenen Lebensräumen und verträgt deshalb als Zootier in Europa das feucht-kalte und oft frostige Klima schlechter als der Asiatische Elefant..."

Zoogegner argumentieren bisweilen, dass die Haltung von Elefanten in Zoos gar nicht nötig sei, dass die Tiere besser in ihrer Heimat geschützt werden sollten und dass die beträchtlichen Summen, die die Haltung der Dickhäuter in Europa tatsächlich kostet, besser für andere Zwecke verwendet werden sollten.

Befürworter argumentieren, dass Lebensräume des Afrikanischen Elefanten aufgrund des starken menschlichen Bevölkerungswachstums bedroht sind. Eine Erhaltungszucht im Zoo garantiert daher eine genetische Reserve falls die Bestände weiter einbrechen. Zoos bieten den Menschen in Mitteleuropa oder Amerika zudem die Möglichkeit, den Afrikanischen Elefanten im Zoo als lebendes Tier vor sich zu sehen. Gegner der Haltung von Elefanten können anführen, dass das Leben der Zooelefanten in der Vergangenheit oft auch von erheblichen Leiden dieser Tiere geprägt war. Immer mehr jedoch bessern sich dank neuer Erkenntnisse die Haltungsbedingungen. Der Afrikanische Elefant stammt aus relativ warmen, trockenen Lebensräumen und verträgt deshalb als Zootier in Europa das feucht-kalte und oft frostige Klima schlechter als der Asiatische Elefant, der aufgrund seiner Herkunft feuchtes Klima und stärkere nächtliche Abkühlung eher gewöhnt ist. Afrikanische Elefanten in Europa erkrankten in der Vergangenheit vielfach schon in jungen Jahren an Gelenksrheuma, so dass die Lebenserwartung im Zoo verkürzt war. Heute dagegen kann der Auslauf bei ungünstigem Wetter auch in beheizbaren Laufhallen erfolgen.

Die Nachzucht des Afrikanischen Elefanten im Zoo war ebenfalls lange Zeit problematisch. Neben Zufallszuchterfolgen, die es z. B. in den 1960er Jahren in Kronberg in Deutschland gab, war es im 20. Jahrhundert meistens so, dass aus Sicherheitsgründen auf die Bullenhaltung verzichtet wurde. Denn der direkte Kontakt zwischen dem Elefantenbullen und seinem Pfleger, der sogenannte „free contact“, führte oft zu Unfällen, die für die Elefantenpfleger auch tödlich ausgehen konnten. Der heute überwiegend praktizierte „protected contact“ macht keinen ungeschützten Kontakt mit Elefanten erforderlich und ist für die Pfleger mit viel weniger Risiko verbunden.

Erst seit etwa 1999 gibt es in der Zucht Afrikanischer Elefanten in Deutschland Erfolge, beispielsweise im Tierpark Berlin und im Zoo Wuppertal. Außerdem wurde um diese Zeit auch die Technik der künstlichen Befruchtung von Afrikanischen Elefanten in Europa eingeführt, was zur Geburt von zwei Bullkälbern in Wien und Dresden führte.

Der Import von Afrikanischen Elefanten wurde im 21. Jahrhundert eingestellt. Die importierten Kälber waren bis dahin meist Waisen der sogenannten Culling-Abschüsse, die in Südafrika die Überpopulation in den räumlich begrenzten Reservaten regulieren sollen und die verschonten Kälber erheblich traumatisieren.

Wichtig für eine erfolgreiche Elefantenzucht im Zoo scheint zu sein, dass gewachsene Weibchenherden nicht durch die Abgabe weiblicher Nachzuchten aufgeteilt werden, sondern dass stattdessen die Zuchtbullen von Zoo zu Zoo ausgetauscht werden, um die Wanderung der Bullen von Herde zu Herde nachzuahmen. Möglicherweise sollten männlichen Jungelefanten zudem gleichgeschlechtliche Spielkameraden beigesellt werden, da das Spielverhalten männlicher Kälber anders ist als das der jungen Weibchen. Sowohl im Zoo von Kronberg als auch im Zoo von Wuppertal waren die erfolgreichen Zuchtbullen anfangs mit einem zweiten männlichen Jungtier vergesellschaftet.

Siehe auch

Literatur

  •  Daryl Balfour, Sharna Balfour: Afrikanische Elefanten. Majestäten der Savanne. Heyne Verlag, München 1998, ISBN 3-453-13767-1.
  •  Iain Douglas-Hamilton, Oria Douglas-Hamilton: Unter Elefanten. DTV, München 1984, ISBN 3-423-01511-X.
  •  Vitus B. Dröscher: Rettet die Elefanten Afrikas. Goldmann Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-442-12322-4.
  •  Reinhard Künkel: Afrikas Elefanten. Verlag Frederking & Thaler, München 2001, ISBN 3-89405-510-3.
  •  Cynthia Moss: Das Jahr der Elefanten. Tagebuch einer afrikanischen Elefantenfamilie. Sierra Taschenbuch, Verlag Frederking & Thaler, 2000, ISBN 3-89405-105-1.
  •  Cynthia Moss: Die Elefanten vom Kilimandscharo. Goldmann Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-442-12370-4.
  •  Ronald M. Nowak: Walker’s Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore (MD) 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  •  William Quindt: Die Straße der Elefanten. Ein Roman aus Afrika. Verlag Piper, München und Zürich 1999, ISBN 3-492-22783-X.
  •  Barbara Voigt: Mein Patenkind heißt Jumbo. Die Elefanten-Waisen von Tsavo-East. Tecklenborg Verlag, Steinfurt 1995, ISBN 3-924044-76-7.

Weblinks

 Commons: Afrikanischer Elefant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Grzimeks Tierleben, Kindler Verlag, 1972, Band 12 „Säugetiere III“, S. 489, 502
  2. Urania Tierreich, Urania Verlag, 1992, Band „Säugetiere“, S. 382–384
  3. Bouché P, Douglas-Hamilton I, Wittemyer G, Nianogo AJ, Doucet J-L, et al. (2011). Will Elephants Soon Disappear from West African Savannahs? PLoS ONE 6(6): e20619. doi:10.1371/journal.pone.0020619
  4. Christian Putsch: "Extreme Massaker" – Wilderer töten 300 Elefanten. Welt online vom 22. Februar 2012.
  5. 15.11.2013 Nachrichten am Morgen. In: Hitradio Namibia, 15. November 2013, abgerufen am 15. November 2013.
  6. Power, Compion: Lion Predation on Elephants in the Savuti, Chobe National Park, Botswana. African Zoology 44(1):36-44. 2009 Online
  7. Loveridge et al. 2006: Influence of drought on predation of elephant (Loxodonta africana) calves by lions (Panthera leo) in an African wooded savannah. Journal of Zoology, Vol. 270, Isuue 3, 2006 Online-Abstract
  8. Jeheskel Shoshani: Understanding proboscidean evolution: a formidable task. Tree 13, 1998, S. 480–487
  9. a b Jan van der Made: The evolution of the elephants and their relatives in the context of a changing climate and geography. In: Harald Meller (Hrsg.): Elefantenreich - Eine Fossilwelt in Europa. Halle/Saale, 2010, S. 340–360
  10. Nadin Rohland, Anna-Sapfo Malaspinas, Joshua L. Pollack, Montgomery Slatkin, Paul Matheus und Michael Hofreiter: Proboscidean Mitogenomics: Chronology and Mode of Elephant Evolution Using Mastodon as Outgroup. PLOSBiology 5 (August), 2007, S. 1663–1671
  11. Karol Schauer: Anmerkungen und Quellenangaben zur Evolutionstafel der Proboscidea in Afrika und Asien In: Harald Meller (Hrsg.): Elefantenreich - Eine Fossilwelt in Europa. Halle/Saale, 2010, S. 630–650
  12. Nadin Rohland, David Reich, Swapan Mallick, Matthias Meyer, Richard E. Green, Nicholas J. Georgiadis, Alfred L. Roca und Michael Hofreiter: Genomic DNA Sequences from Mastodon and Woolly Mammoth Reveal Deep Speciation of Forest and Savanna Elephants. PLOSBiology 8 (12), 2010, S. 1–-10
  13. CITES.org (abgerufen am 30. Juni 2011). (PDF; 127 kB)
  14. S. Wasser, B. Clark & C. Laurie (2009): The Ivory Trail. Scientific American 301 (1): 68-74.
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Dieser Artikel wurde am 11. März 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.







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