Bergwerk

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bergwerk (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Bergwerk wird die Gesamtheit der zur Gewinnung, Förderung und Aufbereitung bergbaulich gewonnener mineralischer Rohstoffe dienenden Anlagen bezeichnet. Zu den mineralischen Rohstoffen zählen neben Erzen und Salzen auch einige durch Zersetzung organischer Körper entstandene Verbindungen, zum Beispiel Kohle.[1][2]

Im engeren Sinne wird als Bergwerk eine Anlage bezeichnet, bei der Schächte und Strecken unter der Erdoberfläche (unter Tage) angelegt werden. Im weiteren Sinne gehören auch Grabungen an der Erdoberfläche (über Tage, Tagebaue) und Bohrungen dazu.

BauartenBearbeiten

UntertagebergwerkeBearbeiten

Schachtanlage „Friedrich Heinrich 1/2“ in Kamp-Lintfort
Hauptartikel: Untertagebau

Die Erschließung einer Lagerstätte durch ein Untertagebergwerk beginnt mit der Ausrichtung. Begonnen wird mit dem Abteufen der Schächte oder dem Auffahren von Stollen. Sie sind die Verbindung zwischen der Tagesoberfläche und Lagerstätte und für die Förderung, Fahrung, Materialversorgung, Wasserhaltung und Wetterführung notwendig.

Die Wahl der Schachtstandorte beeinflusst die Herstellungs- und Betriebskosten des Untertagebergwerks. Von den Schächten gehen die Strecken zu den Lagern (Flöze, Gänge, Stöcke) der zu fördernden Rohstoffe ab.

Zum Bergwerk zählen die Tagesanlagen, die Teile des Bergwerkes, die sich über Tage (oberirdisch) befinden: Förderturm, Kaue, Anlagen zur Be- und Entlüftung (Bewetterung), zur Wasserhaltung und -reinigung und die Aufbereitungsanlagen.

TagebaueBearbeiten

Chuquicamata, Chile, der größte und zweittiefste Tagebau der Welt
Hauptartikel: Tagebau

Gewinnung von Massenrohstoffen und fossilen Brennstoffen durch große Bagger (Radlader, Schaufelradbagger, Eimerkettenbagger, o. ä.). Falls nötig Zerkleinerung in Brechern. Abtransport mit Muldenkippern oder über Bandförderanlagen.

BohrungenBearbeiten

Hochleithen Ölfeld nordöstlich von Wien in Österreich
Hauptartikel: Tiefbohrung

Historische EntwicklungBearbeiten

Der Erzberg Kirunavaara in schwedisch Lappland

Das bislang älteste entdeckte Bergwerk ist ein Feuersteinbergwerk im oberägyptischen Nazlet Khater, wo bereits vor über 30.000 Jahren untertägig Feuerstein abgebaut wurde.[3]

In Deutschland wurde der Rammelsberger Bergbau 968 erstmals urkundlich belegt. Anhand von archäologischen Schlacke- und Erzfunden wurde nachgewiesen, dass mindestens bereits im 3. Jahrhundert am Rammelsberg Bergbau getrieben wurde. Das zugehörige Bergwerk wurde 1992 zusammen mit der Goslarer Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und später unter anderem um die Grube Samson in St. Andreasberg erweitert. Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

LiteraturBearbeiten

  •  Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum (Hrsg.): Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  •  Das Wissen des 20. Jahrhunderts. Erster Band, Verlag für Wissen und Bildung, Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH, Gütersloh 1971.
  •  Helmut Wilsdorf: Kulturgeschichte des Bergbaus. Ein illustrierter Streifzug durch Zeiten und Kontinente. Verlag Glückauf, Essen 1987, ISBN 3-7739-0476-2.
  •  Hermann, Wilhelm und Gertrude: Die alten Zechen an der Ruhr. 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage 2008 der 5., völlig neu bearb. u. erweiterten Aufl. 2003 Auflage. Verlag Langewiesche, Königstein i. Ts. 2008 (Die Blauen Bücher),, ISBN 978-3-7845-6994-9.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Bergwerke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Portal: Bergbau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergbau

EinzelnachweiseBearbeiten

  1.  Hans Grothe (Hrsg.): Lexikon des Bergbaus. In: Hermann Franke (Hrsg.): Lueger Lexikon der Technik. 4. vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Band 4 Bergbau, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1962, S. 73, 367.
  2.  Fritz Heise, Fr. Herbst, Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaues. 10. Auflage. Band 1, Springer, Berlin, Göttingen, Heidelberg, Springer 1961, ISBN 3-540-02666-5, S. 4.
  3.  Alice Leplongeon, David Pleurdeau: The Upper Palaeolithic Lithic Industry of Nazlet Khater 4 (Egypt). Implications for the Stone Age/Palaeolithic of Northeastern Africa. In: African Archaeological Review. 3, Nr. 28, 2011, S. 213–236, doi:10.1007/s10437-011-9100-x.







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