Erzbistum Mailand

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Erzbistum Mailand
Basisdaten
Staat Italien
Kirchenregion Lombardei
Diözesanbischof Angelo Kardinal Scola
Weihbischof Mario Delpini
Erminio De Scalzi
Luigi Stucchi
Emeritierter Diözesanbischof Dionigi Kardinal Tettamanzi
Emeritierter Weihbischof Angelo Mascheroni
Marco Ferrari
Fläche 4.217 km²
Pfarreien 1.107 (31.12.2007 / AP2008)
Einwohner 5.232.972 (31.12.2007 / AP2008)
Katholiken 4.930.972 (31.12.2007 / AP2008)
Anteil 94,2 %
Diözesanpriester 2.215 (31.12.2007 / AP2008)
Ordenspriester 897 (31.12.2007 / AP2008)
Ständige Diakone 100 (31.12.2007 / AP2008)
Katholiken je Priester 1.585
Ordensbrüder 1.168 (31.12.2007 / AP2008)
Ordensschwestern 6.955 (31.12.2007 / AP2008)
Ritus Ambrosianischer Ritus,
Römischer Ritus
Liturgiesprache Italienisch und Latein
Kathedrale Mailänder Dom
Website www.chiesadimilano.it
Suffraganbistümer Bistum Bergamo
Bistum Brescia
Bistum Como
Bistum Crema
Bistum Cremona
Bistum Lodi
Bistum Mantua
Bistum Pavia
Bistum Vigevano
Mailänder Dom

Das Erzbistum Mailand (lat.: Archidiocesis Mediolanensis, ital.: Arcidiocesi di Milano) ist eine Metropolitan-Diözese der römisch-katholischen Kirche in Italien. Als Kathedrale dient der Mailänder Dom. Das Bistum wurde im 4. Jahrhundert zum Erzbistum erhoben. Patron des Bistums ist der heilige Ambrosius von Mailand. Neben dem Römischen Ritus wird im größten Teil des Erzbistums Mailand auch der Ambrosianische Ritus verwendet.

GeschichteBearbeiten

Der Legende nach gründete der Apostel Barnabas im Jahr 52 n. Chr. das Bistum Mailand. Die Erhebung zum Erzbistum erfolgte im 4. Jahrhundert. Der bedeutendste Bischof der Spätantike war der heutige Bistumspatron Ambrosius von Mailand, der als einer der vier westlichen Kirchenlehrer gilt. Der Ambrosianische Ritus, dessen Entwicklung dem im 4. Jahrhundert lebenden Bischof frühestens seit der Mitte des 8. Jahrhunderts zugesprochen wird, wird bis heute in Mailand angewendet. Die Erhebung Mailands zum Erzbistum entsprach sowohl der damaligen politischen Stellung Mailands als kaiserliche Residenzstadt wie auch der innerkirchlichen Bedeutung Mailands.

Das Territorium des Erzbistums unterlag seit seiner Gründung großen Schwankungen. Ursprünglich umfasste es praktisch die gesamte Lombardei und Churrätien. Zwischen 603 und 606 trennte sich das Bistum Como wegen Streitigkeiten um den Ritus von Mailand. Nach der Teilung des Frankenreiches kam das Bistum Chur 843 an das Erzbistum Mainz. Die Bistümer Pavia und Turin erlangten um 700 bzw. 1471 die Exemption. Bis 1870 unterstanden dem Erzbistum Mailand im heutigen Kanton Tessin die sogenannten Ambrosianischen Täler Leventina, Blenio und Riviera sowie die Gemeinden Moleno, Preonzo und Gnosca. Die komplizierte Grenzziehung der kirchlichen Zuständigkeitsbereiche im Tessin zwischen Mailand und dem Bistum Como war das Resultat einer frühmittelalterlichen Schenkung.

Bedeutende Erzbischöfe von Mailand im Mittelalter und der Neuzeit waren: Umberto Crivelli, der 1185 als Urban III. zum Papst gewählt wurde; Ottone Visconti (1207–1295), Begründer der Machtstellung der späteren Herzogsfamilie der Visconti; Pietro Philargi, 1409 als Gegenpapst Alexander V.; Karl Borromäus, Führer der Gegenreformation in Norditalien und der Schweiz; Achille Ratti, seit 1922 als Papst Pius XI.; Giovanni Battista Montini seit 1963 als Papst Paul VI. 42 Bischöfe von Mailand wurden bisher heiliggesprochen, zuletzt 1610 Karl Borromäus.

Historisch umfasste der Metropolitanverband des Erzbistums Mailand folgende Bistümer:

Im 19. Jahrhundert wurde die Struktur und der Umfang der Diözese stark verändert.

Siehe auchBearbeiten

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