Finanzkrise ab 2007

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Die Finanzkrise ab 2007 ist eine globale Banken- und Finanzkrise als Teil der Weltwirtschaftskrise ab 2007, die im Sommer 2007 als US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise) begann. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts (Immobilienblase) in den USA. Als Beginn der Finanzkrise wird der 9. August 2007 festgemacht, denn an diesem Tag stiegen die Zinsen für Interbankfinanzkredite sprunghaft an.[1] Auch in anderen Ländern, zum Beispiel in Spanien, brachte das Platzen einer Immobilienblase Banken in Bedrängnis. Die Krise äußerte sich weltweit zunächst in Verlusten und Insolvenzen bei Unternehmen der Finanzbranche. Ihren vorläufigen Höhepunkt hatte die Krise im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008. Die Finanzkrise veranlasste mehrere Staaten, große Finanzdienstleister (unter anderem American International Group, Fannie Mae, Freddie Mac, UBS und die Commerzbank) durch riesige staatliche Fremdkapital- und Eigenkapitalspritzen am Leben zu erhalten. Auch wurden die Diskontsätze niedrig gehalten bzw. noch weiter gesenkt, um die Banken mit „billigem Geld“ zu versorgen und dadurch die Kreditvergabe aufrechtzuerhalten. Einige Banken wurden verstaatlicht und später geschlossen.

Die Krise übertrug sich in der Folge in Produktionssenkungen und Unternehmenszusammenbrüchen auf die Realwirtschaft. Viele Unternehmen, wie der Autohersteller General Motors, meldeten Konkurs an und entließen Mitarbeiter. Die ohnehin hohe Staatsverschuldung vieler Staaten stieg krisenbedingt stark an. In der Folge drohte den USA 2011 vorübergehend die Staatspleite.[2]

Im April 2009 schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die weltweiten Wertpapierverluste infolge der Krise auf vier Billionen US-Dollar.[3][4]

Nachdem sich die Finanzmärkte wieder etwas beruhigt hatten, wurde im Oktober 2009 die Staatsschuldenkrise im Euroraum sichtbar, als Griechenland seine wahre Finanzlage offenbarte und Hilfspakete von IWF und Europäischer Union erbat, um die Staatsinsolvenz zu vermeiden. Wissenschaftliche Analysen sprechen dafür, dass die Bankenrettung, die in einigen Staaten mit großen Mengen von Staatsgeldern finanziert wurde, die Staatsverschuldung so stark und sprunghaft hat ansteigen lassen, dass dies die Ausbreitung der Staatsschuldenkrise von Griechenland auf andere Eurozonen-Staaten wesentlich mitverursacht haben dürfte.[5]

Entstehung und VerlaufBearbeiten

Übersicht über die Entstehung der US-Immobilienkrise und ihre Auswirkungen
Platzen der Dotcom-Spekulationsblase im Jahr 2000. Viele US-Aktien stürzen ab. Geld wird dem Aktienmarkt entzogen.
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Die US-Zentralbank reagiert auf die Krise und vergibt Geld an US-Banken zu sehr niedrigen Zinsraten, um Liquidität in die Finanzmärkte zu bringen. Nach dem Einbruch des Aktienmarktes wird nach neuen Anlagemöglichkeiten gesucht.
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Das billige Geld der US-Zentralbank führt zur Ausweitung der Kreditgewährung von Banken auch an Darlehensnehmer mit immer geringerer Bonität („Subprime-Kredite“). Kontrolle der Kreditwürdigkeit schwindet. US-Banken vergeben Verbrauchern Kreditkarten mit Niedrigzinskonditionen.
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Boom-Phase des US-Immobilienmarktes. Häuserkauf und Konsum von US-Bürgern auf Kreditbasis. Bildung einer Immobilienpreisspirale. Das Kreditrisiko der US-Banken wird zunehmend an Dritte (auch ausländische Anleger) ausgelagert über Mortgage Backed Securities (MBS) und Collateralized Mortgage Obligations (CMOs).
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Platzen der kreditinduzierten Immobilienblase im Jahr 2007. US-Bürgern fällt es schwer, ihre Kredite zu bedienen oder zurückzuzahlen. Zahlungsausfälle und Zahlungsstörungen im US-amerikanischen Hypothekenmarkt, insbesondere im Subprime-Segment.
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Verluste und negative Ratingänderungen von forderungsbesicherten Wertpapieren und ABCP.
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Illiquidität von ABCPs und forderungsbesicherten Wertpapieren sowie Ausweitung der Risikoaversion von Investoren gegenüber kreditrisikobehafteten Anlageinstrumenten.
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Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers. Kurseinbrüche an den Börsen. Vertrauenskrise im Interbankenmarkt, Geldmarktliquiditätsengpässe.
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Refinanzierungsprobleme von Banken und hohe Neubewertungsverluste von kreditrisikobehafteten Anlageinstrumenten. Insolvenzen u. a. der Washington Mutual und Kaupthing Bank.
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Rezession mit Arbeitsplatzabbau in Unternehmen; Unternehmensinsolvenzen durch sinkende Kreditvergabe für kreditrisikobehaftete Anlagen und wegen Deleveraging seitens der Banken.
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Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten erreicht höchsten Stand seit Beginn der statistischen Erfassung 1967.[6]
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Die US-Zentralbank vergibt Geld zu sehr niedrigen Zinsraten. Banken melden hohe Gewinne.[7] Nach der US-Immobilienkrise entwickelten sich dann die Eurokrise, eine Mehrfachkrise aus Banken-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise.

UrsachenBearbeiten

Die Ursachen für die Subprimekrise werden in der Wissenschaft kontrovers diskutiert, wobei meist Bündel unterschiedlicher Ursachen für die Krise benannt werden. Die vom Kongress der Vereinigten Staaten bestellte Financial Crisis Inquiry Commission hat nach einem Verhör von Beteiligten und Sichtung umfangreicher Beweismittel einen Bericht über die Ursachen erstellt.[8] Laut dem Mehrheitsvotum dieser Expertenkommission war neben der Niedrigzinspolitik und der Spekulation im Immobiliensektor auch die laxe Regulierung des Bankensektors ein entscheidender Faktor für Eintritt und Ausmaß der Krise. Unter Makroökonomen werden zudem u.a. die steigende Ungleichheit der Einkommensverteilung und die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte als strukturelle Ursachen der Krise diskutiert.

Steigende EinkommensungleichheitBearbeiten

Als eine makroökonomische Ursache wird von mehreren Ökonomen der Anstieg der Einkommensungleichheit in den USA seit Beginn der 1980er-Jahre hervorgehoben.[9][10] Die Stagnation der Einkommen unterer und mittlerer Einkommensgruppen veranlasste diese, ihre Ausgaben durch eine zunehmende Verschuldung zu finanzieren. Die Verschuldung der unteren Einkommensgruppen wurde dabei durch die Deregulierung der Kreditmärkte und durch direkte staatliche Förderung von Wohnungsbaukrediten politisch gefördert.[11][12] Die Subprime-Krise war nach dieser Sichtweise das Ergebnis einer seit längerem bestehenden makroökonomischen Instabilität, hervorgerufen durch die zunehmende Ungleichverteilung der Einkommen.[13]

Außenwirtschaftliche UngleichgewichteBearbeiten

Als weitere strukturelle Ursache der Krise gelten die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte. Die steigende Verschuldung der privaten Haushalte in den USA musste durch Kredite aus dem Ausland finanziert werden. Außerhalb der USA stieg die Einkommensungleichheit ebenfalls stark (z.B. China, Deutschland), jedoch war hier das Kreditsystem weniger entwickelt oder stärker reguliert, so dass die unteren Einkommensgruppen ihre Ausgaben nicht im selben Ausmaß über Kredite finanzieren konnten wie die Haushalte in den USA.[14] Somit wurden die Ersparnisse der oberen Einkommensgruppen in diesen Ländern auf dem internationalen Kapitalmarkt angelegt und finanzierten so unter anderem die steigende Verschuldung der privaten Haushalte in den USA.[15]

Niedrige Zinssätze nach dem Ende der Dotcom-BlaseBearbeiten

Der Krise ging weltweit ein längerer Zeitraum vergleichsweise niedriger realer und nominaler Zinssätze voraus. Die US-Notenbank Fed betrieb nach der geplatzten Dotcom-Blase der New Economy – die Kurse an den US-Börsen waren niedrig – eine Niedrigzinspolitik, um die US-Konjunktur zu stimulieren (→ Konjunkturpolitik). Dies ermöglichte eine erneute Preisblase, diesmal am Immobilienmarkt (→ Immobilienblase), deren Platzen als der unmittelbare Anlass für die 2007 offen ausbrechende Finanz- und Bankenkrise gilt.

Weltweit hohe Ersparnisse suchten nach Rendite auf den Finanzmärkten und führten zu einer (aus heutiger Sicht) Unterschätzung der mit Krediten verbundenen Risiken („saving glut“ oder Sparschwemme).[16] Im Juni 2003 wurde die Federal Funds Rate auf 1 % abgesenkt. Dazu kommt, dass das Außenhandelsdefizit der USA durch Kapital finanziert wurde, das auf dem US-Kapitalmarkt angelegt wurde, was die Zinssätze in den USA niedrig hielt. So legte China seine Erlöse aus seinem Exportüberschuss in den USA in US-Staatspapieren an, was die Effektivverzinsung von Staatspapieren senkte. Ein Anlagenotstand in Form von „relativ spärlicher werdenden Realinvestitionen“ trieb ebenfalls die Kurse nach oben und die Effektivverzinsung nach unten.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stellt in ihrem Jahresbericht vom Juni 2008 fest, dass die Zentralbanken in den fortgeschrittenen Ländern angesichts ungewöhnlich niedriger Inflationsraten sehr lange die Leitzinsen niedrig hielten. Diese Politik niedriger Zinsen wurde in den USA auch damit begründet, dass eine Deflation die inzwischen hoch verschuldeten Haushalte und Unternehmen stark belasten würde.[17] Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise schreibt dazu die BIZ: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Abbau der Kreditblase nach einer vorübergehend höheren Inflation in eine Deflation mündet, die – insbesondere angesichts des hohen nominalen Ausgangsniveaus an Schulden – schwer zu bewältigen sein könnte. Aufgrund derartiger Überlegungen machen sich nicht zuletzt in den USA manche für einen besonders energischen Einsatz der geldpolitischen Lockerung als ‚Versicherung‘ gegen eine solche wenig wahrscheinliche, aber sehr kostspielige Entwicklung stark.“[18]

Die niedrigen Zinsen hätten nicht zu einer Abwertung der Währungen dieser fortgeschrittenen Länder geführt, weil die „aufstrebenden Volkswirtschaften“ gegen eine Aufwertung ihrer Währungen intervenierten (Bretton-Woods-II-Regime). China kaufte 2007 460 Milliarden Dollar. Die Währungsreserven Chinas und des Industriestaats Japan, der eine vergleichbare Strategie verfolgte, stiegen somit auf jeweils mindestens 1 Bio. US-Dollar.[19] Um seinen Export zu fördern, hält Japan den Leitzins seit Jahren sehr niedrig, was den Kurs der japanischen Währung niedrig hält. Investoren nutzen dies, um in Japan billige Kredite aufzunehmen und damit in anderen Wirtschaftsräumen Vermögenswerte aufzukaufen.[19] Insgesamt hat dies zusammen mit Finanzmarktinnovationen zu den hohen Vermögenspreisen geführt.[20] Hohe Vermögenspreise entsprechen einer niedrigen Effektivverzinsung, die langfristigen Zinssätze blieben niedrig. Als Mitte 2004 die US-Konjunktur so gefestigt war, dass die US-Zentralbank daranging, den Leitzins anzuheben, führte dies aus diesen Gründen nicht, wie beabsichtigt, auch zu einem Anstieg der langfristigen Zinssätze, so dass sich die Immobilienhausse fortsetzte.[19]

Ausweitung der Kreditvergabe an Schuldner mit mäßiger BonitätBearbeiten

In den Jahren 2004–2006 wurde besonders viele Kredite an Schuldner mit geringer Bonität vergeben.

Wegen des niedrigen Zinsniveaus konnten sich untere Einkommensschichten ein Eigenheim leisten. Ermutigt durch den niedrigen Leitzins der US-Notenbank und durch die Politik (z.B Community Reinvestment Act) vergaben US-Banken Kredite mit variablem Zinssatz an Schuldner mit mäßiger Bonität. Wegen des niedrigen Zinsniveaus waren die Raten zunächst niedrig. Das Risiko einer Zinserhöhung lag bei den Schuldnern, denen dies häufig nicht bewusst war.[21]

Wegen der steigenden Nachfrage stiegen die Preise von Immobilien und damit deren Wert als Kreditsicherheit. Die Banken nutzten diese Entwicklung, um den Schuldnern Zusatzkredite zu verkaufen. Darüber erhielten auch Kunden mit schlechter Bonität Kredite. Bei stetig steigenden Immobilienpreisen kann im Falle einer Zahlungsunfähigkeit die Immobilie zu einem höheren Marktwert verkauft werden. Die Banken waren bei steigenden Preisen abgesichert und Schuldner glaubten daran, im Notfall ihr Haus mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Einige Banken spezialisierten sich auf Subprime Loans (etwa: zweitklassige Hypothekenkredite).

Die Immobilien-Hausse führte zu einer Belebung der Bauindustrie und der Konsumnachfrage.[19] 2005 erreichten die Wohnungsbauinvestitionen in den USA einen Höchstwert von über sechs Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt und überboten so erstmals den Rekordwert des Jahres 1960. 1991 hatte dieser Anteil mit 3,5 % einen Tiefpunkt erreicht. Nach 2005 ging dieser Anteil dann wieder zurück.[22]

Verbriefung von US-HypothekenkreditenBearbeiten

Werbung eines Hypothekenmaklers für Kreditnehmer mit geringer Bonität. Sinnhafte Übersetzung: „Kein Nachweis über Einkommen erforderlich, Vergabe von Hypothekarkrediten auch bei schlechter Kreditrückzahlung in der Vergangenheit.“

Um das notwendige Kapital für neue Kredite zu beschaffen, wurden Kreditforderungen in großem Stil verbrieft. Hierbei verkauften die kreditgebenden Banken die Zahlungsansprüche aus den Hypothekenkrediten zusammen mit deren Kreditrisiken verbrieft an Investoren – andere Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Vermögensverwalter – weltweit. Dies geschah, indem die Ansprüche und Risiken aus ganzen Portfolien von Hypothekenkrediten in Zweckgesellschaften (auch Special Purpose Vehicle, Conduit) eingebracht wurden und dann als Mortgage Backed Securities (MBS), einer Form von forderungsbesichertem Wertpapier, verkauft wurden. Um die MBS bei Investoren platzieren zu können, ließen die Verkäufer diese Papiere von Ratingagenturen bezüglich ihrer Bonität beurteilen. Die – fast immer von den verbriefenden Banken beauftragten – Agenturen arbeiteten dabei eng mit diesen zusammen mit dem Ziel, so die Verbriefung zu strukturieren und damit möglichst große Tranchen mit gutem Rating zu erhalten (siehe auch Credit Enhancement).[23]

Für die Investition in verbriefte Papiere mussten Finanzinstitutionen, die bankaufsichtlichen Eigenkapitalregeln unterliegen, weniger Eigenkapital halten als bei einer direkten Kreditvergabe.[23] Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beschreibt dies so, dass über die Auslagerung dieser Geschäfte aus den Bankbilanzen mit Hilfe der als „Schattenbanken“ bezeichneten Zweckgesellschaften bankaufsichtsrechtliche Regeln zur Risikostreuung und zur Absicherung durch Eigenkapital umgangen werden konnten.[24][25]

Verbriefungen zweiter Stufe der Subprime-Kredite

In einem weiteren Schritt wurden die so gebildeten MBS-Tranchen wiederum in Zweckgesellschaften eingebracht und erneut verbrieft (Collateralized Debt Obligation (CDO) – Verbriefungen zweiter Stufe) und die entstehenden Tranchen bewertet. Ein diversifiziertes Portfolio bspw. aus verschiedenen MBS-Tranchen mit einer eher schlechten Bewertung („Rating“) von „BBB“ konnte in Form einer Collateralized Debt Obligation (CDO) wiederverbrieft werden, wobei die höchstrangige Tranche der CDO eine erstklassige Bewertung von „AAA“ erhielt. Insbesondere für europäische Banken waren Verbriefungen zweiter Stufe ein Mittel, am provisionsträchtigen Verbriefungsgeschäft teilzuhaben. Diese Banken hatten keinen guten Zugang zu amerikanischen Hypothekenkrediten. Deshalb griffen sie auf MBS zurück, um diese zu Paketen zu bündeln und in zweiter Stufe wiederzuverbriefen.[26] Außerdem wurden Programme aufgelegt, bei denen die in die Zweckgesellschaften eingebrachten Aktiva mit kürzerer Frist rollierend refinanziert wurden (über die Emission kurzfristiger Asset-backed Commercial Paper ABCP). Über ABCP konnten auch Mittel der Investoren mobilisiert werden, die ihr Kapital nur kurzfristig zur Verfügung stellen konnten oder wollten, wie zum Beispiel Geldmarktfonds.[27] Da diese Fristentransformation die Gefahr barg, bei Fälligkeit der Emission keine Anschlussrefinanzierung zu erhalten (Liquiditätsrisiko), mussten Banken Garantien in Form von Liquiditätslinien bereitstellen, die die ABCP-Investoren bei Fälligkeit ihrer Papiere vor Verlusten schützten und die für die Garantiegeber zunächst eine Ertragsquelle darstellten (vgl. IKB Deutsche Industriebank, Sachsen LB). Diese Garantien wurden normalerweise rollierend mit einer Laufzeit von 364 Tagen gestellt, da die bankaufsichtlichen Regeln vor dem Inkrafttreten von Basel II für solche außerbilanziellen Verpflichtungen mit einer Laufzeit unter einem Jahr kein Eigenkapital forderten. Es konnten also Erträge generiert werden, ohne dass bankaufsichtliches Eigenkapital dafür in Anspruch genommen wurde.

Zahlungsausfälle der Subprime-KrediteBearbeiten

Die wirtschaftliche Abschwächung in den USA etwa ab 2005, sinkende Wachstumsraten bei der Arbeitsproduktivität in den USA und anderen Ländern, in den USA insbesondere in der Bauwirtschaft,[28][29] und der spätere Anstieg des US-Leitzinses auf bis zu 5,25 % im Juni 2006 löste eine Kettenreaktion aus. Einkommensschwache Schuldner konnten die gestiegenen Raten für ihre variabel verzinslichen Kredite nicht mehr bezahlen und mussten ihr Haus verkaufen. Wegen der zunehmenden Immobilienverkäufe brachen die Hauspreise ein (Höhepunkt war Juli 2006[30]) und durch den fallenden Wert der Immobilien hatten die Banken und Investoren zunehmend ungesicherte Kreditforderungen. Die Zahlungsunfähigkeit von Schuldnern bescherte den Banken und den Investoren nun Verluste.

Im Frühjahr 2007 erreichten in den Vereinigten Staaten die Zahlungsausfälle auf Subprime-Kredite den höchsten Stand der letzten Jahre. Einige Immobilienfonds, die in strukturierte Finanzprodukte investiert hatten, setzten die Annahme von Fondsanteilen aus, weil sie sonst in finanzielle Schwierigkeiten geraten wären.[31] Im Juni 2007 teilte Bear Stearns den Kunden zweier seiner Hedgefonds mit, dass die Einlagen, die Ende 2006 noch mit 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet worden waren, jetzt fast nichts mehr wert seien.[32] Dutzende Baufinanzierer, die sich gerade auf diese Kredite spezialisiert hatten, mussten Gläubigerschutz beantragen.

Insgesamt schätzte der Internationale Währungsfonds im Oktober 2008 den Wertverfall von Subprime-Hypotheken auf 500 Milliarden US-Dollar und den von Prime-Hypotheken auf weitere 80 Milliarden Dollar.[33] Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hält diese Summe im Vergleich zur Größe des weltweiten Finanzmarktes für nicht sehr groß. Auch sei der Wertverlust der hypothekenbesicherten Wertpapiere von 500 Milliarden US-Dollar, so die IWF-Schätzung vom Oktober 2008, deutlich höher, als tatsächlich an Ausfällen bei den zugrunde liegenden Hypotheken zu erwarten sei. Der hohe Preisverfall der hypothekenbesicherten Wertpapiere sei daher gekommen, dass Käufer diese Papiere aus Vorsicht auch zu niedrigeren Preisen nicht mehr kaufen wollten. Zu dieser Vorsicht trug die Komplexität und Intransparenz dieser Wertpapiere bei sowie die Tatsache, dass viele Papiere außerbörslich gehandelt wurden, so dass eine Marktpreisbildung und damit eine Bewertung der Papiere überhaupt schwierig war.[34]

Die Wertverluste gingen dann unmittelbar in die Bankbilanzen ein und minderten das Eigenkapital der Banken. Um den Regulierungsanforderungen bzgl. Eigenkapitalreserven genügen zu können oder um überhaupt das Verhältnis von Eigenkapital zu Forderungen stabil zu halten, waren die Banken gezwungen, entweder neues Eigenkapital zu beschaffen oder andere Vermögenswerte zu verkaufen, was deren Preise senkte. Dieses Deleveraging – die Banken mussten bei Wertverlusten von Forderungen ein Vielfaches an Vermögenswerten abstoßen, um das alte Verhältnis von Eigenkapital zu Forderungsvolumen wieder herzustellen – führte zur „Implosion des Finanzsystems seit August 2007“.[35]

Auswirkungen auf die FinanzmärkteBearbeiten

Vertrauenskrise des InterbankenmarktesBearbeiten

Unter den Investoren waren nicht nur risikobereite Hedgefonds, sondern auch eher konservative Investmentfonds vertreten. Da aber insbesondere Hedgefonds stark in die stärker risikobehafteten Wertpapiertranchen investiert hatten, kam es bei diesen zu Verlusten, die teilweise zur Schließung und Abwicklung der Hedgefonds führten.[36] Aber auch Investmentbanken waren betroffen.

Die Schließung von Hedgefonds und die Verluste bei den Investmentbanken führten zu einer Abnahme der Risikobereitschaft der Anleger. Diese zogen daraufhin in kurzer Zeit erhebliche Beträge aus dem Kapitalmarkt ab oder hielten sich mit neuen Investitionen in risikoreiche Anlagen zurück. Die abnehmende Risikobereitschaft der Investoren brachte die Refinanzierung der von Banken gegründeten Zweckgesellschaften zum Stillstand.

Inanspruchnahme der Einlagefazilität der Deutschen Bundesbank

Der Auslöser für die Krise war, dass im Juli und August 2007 die Inhaber der Commercial Papers nicht mehr bereit waren, diese nach Fälligkeit erneut zu erwerben. Die kurzfristigen Kredite wurden nicht weiter verlängert. Dadurch gerieten die Zweckgesellschaften unter Druck. Sie konnten aber auch die strukturierten Wertpapiere nicht mehr verkaufen, da sich dafür auch keine Käufer mehr fanden. Deshalb mussten die Zweckgesellschaften jetzt auf die Kreditzusagen der Banken zurückgreifen.[37] In der zeitlichen Einteilung des SVR begann damit die „Phase I“ der Finanzkrise.[38]

Dies trug zur Vertrauenskrise zwischen den Banken bei, die sich am Geldmarkt durch einen Anstieg der Geldmarktzinsen widerspiegelte.[39] Am 9. August 2007 – dieser Tag gilt inzwischen als der Beginn der eigentlichen Finanzkrise[40] – stiegen die Aufschläge für Interbankkredite im Vergleich zum Zentralbankleitzins weltweit, vor allem in den USA, sprunghaft an.[41] Mit der Insolvenz von Lehman Brothers am 15. September 2008, nachdem eine staatliche Rettung ausgeblieben war, kam der Interbankenmarkt weltweit zum Erliegen.[42] Kurzfristig überschüssige Liquidität wurde nicht mehr bei anderen Banken, sondern unter Inanspruchnahme der Einlagefazilität bei den Zentralbanken angelegt.

In der zeitlichen Einteilung des SVR begann damit die „Phase II“ der Finanzkrise.[38]

Zunahme der Risikoaufschläge bei StaatsanleihenBearbeiten

Im Verlaufe der Krise stieg die Staatsverschuldung vieler Staaten weiter an, etwa wegen Maßnahmen zur Stabilisierung der Banken und Konjunkturprogrammen („Phase III“[38]). Die Risikoaufschläge verschiedener europäischer Staaten gegenüber deutschen Bundesanleihen stiegen. Mehrere Länder der Eurozone konnten ihre Zahlungsfähigkeit nur durch internationale Hilfskredite aufrechterhalten (Eurokrise). Im Rahmen des Europäischen Stabilisierungsmechanismus wurde ein gemeinsames Kreditpaket von EU, Euroländern und IWF mit der Gesamtsumme von 750 Milliarden Euro beschlossen.[43][44] Die Europäische Zentralbank kündigte zudem an, im Notfall Staatsanleihen der Euro-Länder aufzukaufen.

Auswirkungen auf die RealwirtschaftBearbeiten

Der IWF schätzte im April 2009 die Gesamtverluste auf 4,1 Billionen US-Dollar (ca. 3 Billionen Euro). Davon liegen die Verluste bei „giftigen“ US-Papieren bei etwa 2,7 Billionen US-Dollar, die Verluste aus europäischen Papieren werden mit etwa 1,2 Billionen US-Dollar beziffert, die japanischen Papiere mit 150 Milliarden US-Dollar.[3]

Im August 2009 erhöhte der IWF seine Kalkulationen auf 11,9 Billionen US-Dollar, was fast einer Verdreifachung entspricht.[45] Eine Studie der Deutsche Bank Research bezifferte die krisenbedingte Minderung des Welt-BIPs auf vier Billionen US-Dollar.[46]

Im Verlauf des Jahres 2008 hat sich die Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt. Effekte waren zunächst in den USA, dann in Westeuropa und in Japan sowie seit Herbst 2008 auf der ganzen Welt zu erkennen. In Folge verzeichneten die Aktienkurse weltweit ab Oktober 2008 nach einem ersten Einbruch aufgrund der Finanzkrise einen zweiten starken Rückgang aus Angst vor Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Auch auf den Rohstoffmärkten kam es vor allem ab Beginn des vierten Quartals 2008 zu starken Preisrückgängen. Die meisten Automobilhersteller in den Industrieländern haben Ende Oktober/Anfang November deutliche Produktionskürzungen angekündigt, um auf Absatzeinbrüche in zweistelliger Größenordnung zu reagieren. Nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes befand sich Deutschland nach zwei Quartalen mit negativen Wachstumsraten gegenüber den entsprechenden Vorjahresquartalen zwischen Oktober 2008 und dem 2. Quartal 2009 in einer Rezession.[47][48] Nach Statistiken von Eurostat ging die Industrieproduktion in der Eurozone von ihrem Höhepunkt im Frühjahr 2008 bis zum Frühjahr 2009 um mehr als 20 % zurück.[49] Der Rückgang der Industrieproduktion ist somit vergleichbar mit dem im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1930 in Deutschland und den USA.[50]

Auch hatte die Finanzkrise deutliche Auswirkungen auf die Prognosefähigkeit von Unternehmen. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Märkte hatten viele börsennotierte Unternehmen Schwierigkeiten, die für Ihre Geschäftsberichte im Lagebericht nach § 289 HGB erforderlichen Prognosen für das kommende Geschäftsjahr zu formulieren. Die Unternehmen mussten hier eine Gratwanderung vollziehen. Auf der einen Seite musste eine Prognose abgegeben werden, um die Anleger entsprechend den rechtlichen Vorschriften zu informieren, auf der anderen Seite waren quantitative Ziele schwierig zu beziffern. Der Trend ging damit hin zu Prognosen, die auf verschiedenen Szenarien beruhten sowie vorwiegend von qualitativer Beschaffenheit waren.[51] Unternehmen, die auch weiterhin quantitative Daten in ihren Prognosen kommunizierten, wurde vom Kapitalmarkt die Angabe von größeren Spannen von bis zu 20 % zugestanden.[52]

HungerkriseBearbeiten

Es wird von Forschern angenommen, dass die Nahrungsmittelpreiskrise 2007–2008 mit der globalen Finanzkrise in Zusammenhang steht. Neben von der Wirtschaftskrise unabhängigen Faktoren wird u.a. der im Zuge der Finanzkrise verstärkte Wechsel zu Grundnahrungsmittelspekulationen in Verbindung gebracht mit der Hungerkrise. So war die Krise nach Ansicht der Welthungerhilfe[53] und Oxfam[54] sowie einzelner Experten der UNCTAD[55] und der Weltbank[56] insbesondere auf Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln zurückzuführen. Dieser Sichtweise wurde jedoch zum Teil auch widersprochen.

Wie die FAO 2009 festhält, ist seit dem Ausbruch der Krise die Zahl an hungernden Menschen um 100 Millionen Menschen gestiegen (insgesamt 1 Milliarde). Dies wird begründet mit der Wirtschaftskrise im Allgemeinen und den hohen Nahrungsmittelpreisen im besonderen.[57]

Einschätzung von Dauer und Ausmaß der KriseBearbeiten

Ausmaß der Krise im Zeitraum 2007 bis 2008
  • Länder mit offizieller Rezession (zwei stagnierende Quartale)
  • Länder mit inoffizieller Rezession (ein Quartal)
  • Länder mit einem wirtschaftlichen Abschwung von mehr als 1,0 %
  • Länder mit einem wirtschaftlichen Abschwung von mehr als 0,5 %
  • Länder mit einem wirtschaftlichen Abschwung von mehr als 0,1 %
  • Länder mit positiver wirtschaftlicher Entwicklung
  • N/A (keine Angaben)
  • Abschätzung des IWF (Dezember 2008)
Die Weltkarte zeigt das Wirtschaftswachstum im Jahr 2009. Länder in der Rezession sind braun.

Am 9. Dezember 2008 senkte die Weltbank ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2009. Sie erwartete nur noch ein globales Wachstum von 0,9 Prozent, im Gegensatz zu 2,5 Prozent im Jahr 2008. Am 11. Juni 2009 senkte sie ihre Prognose abermals, von zuvor −1,75 % auf −3 %.[58] Die jüngste Konjunkturprognose fällt damit noch negativer aus als die der Schwesterorganisation IWF: Man rechne mit der schlimmsten Krise seit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Neben einem Rückgang des weltweiten Handelsvolumens seien vor allem die Exportmöglichkeiten für Entwicklungsländer in die reicheren Staaten betroffen.[59] Die EU-Kommission rechnete nach einer am 3. November 2008 veröffentlichten Prognose für 2009 bei den Ländern der Eurozone nur noch mit einem ganz geringen Wirtschaftswachstum von 0,1 %.[60] Am 19. Januar 2009 verschärfte sie ihre Prognose auf −1,8 % für die Länder der EU insgesamt.[61] Der IWF erwartet in seiner Prognose von Anfang November 2008 für 2009 die erste weltweite Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.[62][63] Am 23. April 2009 veröffentlichte die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose ihre mittelfristige Prognose bis 2013. Demnach erwarten diese Institute für 2009 einen Rückgang des BIP von 6 % und für 2010 von 0,5 % und bis 2013 wird das BIP in etwa das Niveau von 2008 wieder erreicht haben.

Auf nationalstaatlicher Ebene haben viele Regierungen im Laufe der Jahre 2008/2009 Konjunkturprogramme erarbeitet. Allgemein verzeichnet mit Frühjahr 2009 der auslösende Sektor des Geldwesens schon wieder positive Kennzahlen, seit Juli zeigen auch die „Wirtschaftsmotoren“ der Realwirtschaft (im Besonderen Automobilindustrie und Bauwesen in Europa) Anzeichen der Entspannung, es gilt – zumindest eine erste – Talsohle der Wirtschaftskrise durchschritten. Dafür verlagern sich die Probleme in den Industrienationen zum einen in den Tertiär- (Dienstleistung) und Quartärsektor (etwa die Tourismusbranche), zum anderen wirkt sich die Flaute zeitverzögert erst seit dem Frühjahr auch auf die Beschäftigtenzahlen und auf die Kenndaten des Konsums im Allgemeinen aus (um Weihnachten 2008, als die Bankenkrise schon in vollen Ausmaß wirksam wurde, zeigten die Konsumdaten noch Rekordwerte, und die Fremdenverkehrs-Wintersaison 2008/2009 gilt noch als durchwegs positiv). Die US-Notenbank Fed rechnete durch die Finanzkrise mit einer Arbeitslosenquote mit bis zu 9,6 % für Ende 2009 in den USA,[64] in der EU waren im Juli mit 9,5 % Arbeitslosenquote der höchste Stand seit zehn Jahren erreicht.[65] Für Jahresende 2011 sah die Fed in ihren Berechnungen von Mai 2009 eine Arbeitslosenquote von bis zu 8,5 % voraus.[64] Die steigende Arbeitslosigkeit verschärfte in den USA die Folgen der Krise. Die Sparquote der U.S.-Amerikaner stieg, die Konsumneigung fiel. Ab August 2009 fiel der Index des Konsumentenklimas der Universität Michigan, der im Frühjahr 2009 bereits gestiegen war, wieder.[66] Ende August gab die OECD – wenn auch nur als „Zwischenbericht“ zum fundierteren Halbjahresbericht – das Minus des Wirtschaftswachstums für die G-7 mit 3,7 % (statt 4,1 % im Juli), für die Eurozone mit 3,9 % (statt 4,8 % – die EZB gab gleichzeitig 4,1 % statt zuletzt 4,6 %),[67] für die USA unverändert 2,8 %.[68] Inzwischen (Januar 2010) scheint die Finanzkrise abzuflauen, aber langsamer als von vielen vorhergesagt. Am 21. Januar 2010 prognostizierte der Chefökonom der Weltbank in einer „Globalen Wirtschaftsprognose 2010“, dass in den Industrieländern das Bruttonationalprodukt im Jahre 2010 wieder um +1,8 % steigen werde (2011: um +2,3 %; im letzten Jahr war es um -3,3 % zurückgegangen).[69]

Internationale GegenmaßnahmenBearbeiten

Koordinierung der ZentralbankenBearbeiten

Leitzinsen der EZB (rot) und des Federal Reserve Systems der USA (blau)

Seit Dezember 2007 stellt die Europäische Zentralbank (EZB) in Absprache mit der US-amerikanischen Federal Reserve den Banken US-Dollar zur Verfügung und nimmt dafür auf Euro lautende Wertpapiere als Sicherheit an, um die Lage auf dem Geldmarkt zu entspannen.[70] Die EZB übernimmt insoweit Wechselkursrisiken der privaten Banken.

Am 11. Dezember 2007 senkte die US-Zentralbank Federal Reserve zum dritten Mal seit September 2007 den Leitzins. In einer konzertierten Aktion verkündeten am 12. Dezember 2007 fünf Zentralbanken weitere Maßnahmen, um dem „erhöhten Druck auf den kurzfristigen Finanzierungsmärkten“ entgegenzuwirken. Unter anderem lieh die Federal Reserve in einem Tauschgeschäft (Swap) der Europäischen Zentralbank (EZB) 20 Mrd. US-Dollar und der Schweizerischen Nationalbank 4 Mrd. Dollar, um der Dollarknappheit in Europa entgegenzuwirken. Laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ist aus den inzwischen veröffentlichten Protokollen der Sitzungen des Offenmarktausschusses der Fed bekannt geworden, dass der Anstoß für diese Dollarleihen von der Fed an die EZB von der Fed ausging.[71]

Am 18. September 2008 haben die Zentralbanken weltweit konzertiert mehr als 180 Milliarden US-Dollar angeboten, um Spannungen auf dem Geldmarkt zu lindern. Bei der Europäischen Zentralbank konnten die Banken am Donnerstag, 18. September 2008, bis zu 40 Milliarden US-Dollar für einen Tag aufnehmen, hinzu kommt ein Euro-Schnelltender mit einem offen gelassenen Volumen. Die Bank of Japan bietet erstmals US-Dollar an.[72]

Ab Oktober 2008 senkten in einer konzertierten Aktion sieben der führenden Notenbanken,[73] darunter die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB),[74] die Bank of England (BoE)[75] und die Schweizerische Nationalbank (SNB),[73] weltweit die Leitzinsen. Seither erfolgten weitere Zinssenkungen, die die Leitzinsen auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr erreichtes niedriges Niveau, teilweise den historischen Tiefstand gebracht haben.

Am 6. April 2009 stellte die EZB der Fed eine Swap-Linie in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar in Euro bereit, die britische Notenbank gewährt 60 Milliarden Pfund, die Schweizer Notenbank stellt 40 Milliarden Franken und die japanische Zentralbank 10 Bio. Yen zur Verfügung. US-amerikanische Kreditinstitute können so zukünftig über die Fed auf Kredite in Auslandswährungen zurückgreifen. Die Maßnahme der Notenbanken ergänzt die Maßnahmen vom 18. September 2008 in umgekehrter Richtung. Damals hatte die Fed ausländischen Notenbanken Swaplinien von insgesamt 300 Milliarden US-Dollar eingeräumt.[76]

Am 30. November 2011 haben die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Federal Reserve, die Notenbanken Kanadas, Japans, Großbritanniens sowie die Schweizerische Nationalbank den globalen Finanzmärkten mehr Geld zur Verfügung gestellt, um die Schuldenkrise abzuwehren und die Realwirtschaft zu stützen. Die Zentralbanken verständigten sich darauf, die Kosten bestehender Dollar-Swaps ab dem 5. Dezember 2011 um 50 Basispunkte zu vermindern. Sie vereinbarten zudem Tauschgeschäfte, um jederzeit die von Banken benötigte Währung bereitstellen zu können. Die Zentralbanken garantieren so den Geschäftsbanken, dass sie auch in anderen Währungen liquide sind.[77] Gleichzeitig lockerte die chinesische Zentralbank ihre Geldpolitik.[78] Oktober 2013 kündigten die Europäische Zentralbank (EZB), die US-amerikanische Federal Reserve, die Bank von Japan, die Bank von England, die Bank von Kanada und die Schweizerische Nationalbank an, die Swap-Abkommen vom Dezember 2007 dauerhaft beizubehalten.[79]

KonjunkturprogrammeBearbeiten

In vielen Ländern wurden im Rahmen der Finanzkrise umfangreiche Konjunkturprogramme und Finanzmarktstabilisierungsgesetze aufgelegt. In den USA sind es der Economic Stimulus Act of 2008 (Umfang des ESA: 150 Milliarden US-Dollar), der Emergency Economic Stabilization Act of 2008 (Umfang des EESA: 700 Milliarden US-Dollar) und der American Recovery and Reinvestment Act of 2009 (Umfang des ARRA: 787 Milliarden US-Dollar). In Deutschland sind es das Finanzmarktstabilisierungsgesetz (Umfang des FMStG: 400 Milliarden Euro), das Maßnahmenpaket „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ (Umfang des Konjunkturpaketes I: 50 Milliarden Euro) und das Konjunkturprogramm „Entschlossen in der Krise, stark für den nächsten Aufschwung“ (Umfang des Konjunkturpaketes II: 14 Milliarden Euro). Zur Stabilisierung der Beschäftigung wurden insbesondere die Möglichkeiten zur Kurzarbeit ausgeweitet. In Österreich wurden die Konjunkturpakete I und II und die Steuerreform 2009 (insgesamt knapp zwölf Milliarden Euro) eingeführt.

Weltweit beträgt laut einer Studie von Deutsche Bank Research das gesamte, auf mehrere Jahre verteilte Volumen der Konjunkturprogramme etwa 2000 Milliarden US-Dollar. Ohne die Programme wäre laut DB Research der Rückgang an Bruttoinlandsprodukt erheblich stärker gewesen. Die krisenbedingte Minderung des BIPs beziffert die Studie mit „4000 Mrd.“ US-Dollar.[46] Schließlich kann der Bankensektor nur langsam saniert werden.

Maßnahmen zur Stabilisierung des BankensystemsBearbeiten

Im Rahmen der Krise wurden in den USA und Europa (temporäre) Notverstaatlichungen durchgeführt und sogenannte Bad-Bank-Konzepte (Abwicklungsbanken) eingeführt. In Deutschland wurde mit dem Finanzmarktstabilisierungsfortentwicklungsgesetz im Jahr 2009 die Möglichkeit geschaffen, dezentral für einzelne Kreditinstitute eine Bad Bank einzurichten.[80][81] Diese soll problembehaftete strukturierte Wertpapiere aufnehmen oder auch ganze defizitäre Geschäftsbereiche sanierungsbedürftiger Banken abwickeln. Stützungsmaßnahmen zugunsten von Finanzinstitutionen erhöhten den staatlichen Bruttoschuldenstand 2008 und 2009 insgesamt um 98 Milliarden Euro. Da es sich überwiegend um Kredite handelt, stehen dem entsprechende Forderungen an die Finanzinstitutionen gegenüber.[82][83]

Seit Oktober 2008 werden Bankschuldverschreibungen weltweit zunehmend vom Staat garantiert. Bis zum Oktober 2009 hat das Volumen staatsgarantierter Bankschuldverschreibungen rund 800 Milliarden US-Dollar erreicht. Über 450 Milliarden US-Dollar entfallen auf Westeuropa, der Rest zum großen Teil auf die USA.[84]

Um das Bankensystem in der Eurozone zu stabilisieren, legte die Europäische Zentralbank ein Ankaufprogramm für Pfandbriefe auf, das „Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen“, englisch abgekürzt CBPP, und erwarb so bis Juni 2010 Wertpapiere im Wert von 60 Milliarden Euro.[85]

Nach Joaquín Almunia, Vizepräsident der EU-Kommission, wurden den Banken von Oktober 2008 bis März 2010 Staatshilfen im Rahmen von etwa 4 Bio. Euro genehmigt, davon drei Viertel in Form von staatlichen Garantien. Die Banken nahmen von den Staatsgarantien tatsächlich 994 Milliarden Euro in Anspruch.[86]

Laut Deutscher Bundesbank nahm in Deutschland die Bruttoverschuldung des Staates (Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen einschließlich der zuzurechnenden Extrahaushalte) nach vorläufigen Berechnungen zum Jahresende 2010 in Abgrenzung des Maastricht-Vertrages auf 83,2 % des BIP zu (fast 10 Prozentpunkte). Darin würden sich umfangreiche Maßnahmen zur Finanzmarktstabilisierung in Höhe von 241 Mrd € widerspiegeln, die vor allem im Zusammenhang mit der Hypo Real Estate und der WestLB standen. Seit 2008 sei im Zuge dieser Finanzmarktstützungsmaßnahmen der staatliche Schuldenstand um 335 Mrd € gestiegen, das entspräche 13,4 % des Bruttoinlandsprodukts. Soweit sich die übernommenen Risikoaktiva zukünftig verwerten ließen, würde der Schuldenstand wieder sinken.[87]

Nach Joaquín Almunia setzten Regierungen der Europäischen Union zwischen 2008 und 2010 1,6 Billionen Euro ein (13 % des BIP), um ihre Banken zu retten. Drei Viertel oder fast 1,2 Billionen Euro dieser Hilfen wurden für Garantien oder Liquiditätshilfen verwendet, die restlichen 400 Milliarden Euro für Kapitalhilfen und erforderliche Abschreibungen.[88]

Eine Studie von Beatrice Weder di Mauro und Kenichi Ueda kommt u.a. zum Ergebnis, dass der Wert von unausgesprochenen staatlichen Garantien für die Banken im Zuge der Finanz- und Bankenkrise zugenommen hat, was zu finanziellen Erleichterungen für die Banken führt.[89]

In der Zeit von 2008 bis 2011 stützten die Länder der Europäischen Union die Bankbranche mit 1,6 Billionen Euro.[90] Ebenfalls wurde auf nationaler Ebene, insbesondere in Frankreich, sowie auf europäischer Ebene eine Reihe von neuen Regulierungen verabschiedet.[91] Die EU vereinheitlichte und verschärfte diverse Aspekte des Bankenrechts. Insbesondere gehören dazu die Verpflichtung von Finanzinstitutionen, im Voraus für den Fall eines Bankrotts Abwicklungspläne zu entwickeln sowie Frühinterventionsbefugnisse und das Recht für Aufsichtsbehörden, Sonderverwalter für Banken zu bestellen.[92] Kritiker, insbesondere unabhängige sowie grüne Europaparlamentarier, kritisieren jedoch die Maßnahmen als unzureichend, das Verhalten der dominierenden konservativen und sozialistischen Europaparteien als Finanzindustrie-freundlich sowie die mangelnde Regulierung in wichtigen Bereichen wie dem Schattenbankwesen.[93]

Reformvorschläge der G-20-StaatenBearbeiten

Gipfeltreffen im November 2008Bearbeiten

Unter dem akuten Eindruck der Finanzkrise fand vom 14. bis 16. November 2008 ein Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten (zuzüglich Niederlande und Spanien) in Washington statt, um die Grundlagen einer Reform der internationalen Finanzmärkte zu beraten und umzusetzen. Dieses hochrangige Treffen wurde in der deutschsprachigen Presse auch Weltfinanzgipfel genannt. Ziel war die Vereinbarung von internationalen Regelungen, um die Wiederholung einer Finanzkrise zu vermeiden. Ein Katalog mit knapp 50 Einzelmaßnahmen wurde verabschiedet.[94] 28 dieser Einzelvorschläge sollten bis 31. März 2009 umgesetzt werden, die weiteren Punkte mittelfristig. Die Teilnehmer gaben Tendenzen zum Protektionismus eine klare Absage, sie bekannten sich ausdrücklich zu den Prinzipien eines freien Marktes und eines offenen Handels. Zudem wurde eine effektivere Regulierung der Finanzmärkte gefordert. Unter anderem wurden folgende Maßnahmen vereinbart:

  • eine größere Überwachung der Ratingagenturen,
  • eine stärkere Reglementierung von spekulativen Hedgefonds sowie anderer bislang unregulierter Finanzprodukte,
  • Festlegung von Bewertungsmaßstäben für komplexe Finanzprodukte,
  • Erhöhung der Eigenkapitalpuffer von Finanzinstitutionen,
  • Harmonisierung und Überarbeitung von Bilanzierungsregeln,
  • Orientierung der Anreizsysteme von Managern an mittelfristigen Zielen,
  • Schutz vor unfairem Wettbewerb durch die Trockenlegung von Steueroasen,
  • Stärkung des Internationalen Währungsfonds,
  • ein besserer Schutz der Verbraucher durch transparentere Informationen.

Jedes Teilnehmerland verpflichtet sich, die Maßnahmen in nationales Recht umzusetzen.

Nachfolgende GipfeltreffenBearbeiten

Eine Folgekonferenz fand am 1./2. April 2009 in London statt. Neben der Konkretisierung verschiedener Punkte des ersten Treffens wurden ergänzend Maßnahmen zur Konjunkturbelebung verabschiedet:[95][96]

  • Die G20-Länder beschlossen ein Programm von 1,1 Billionen US-Dollar zur Belebung der Weltkonjunktur, insbesondere des Welthandels, sowie zur Verbesserung der Situation in den Entwicklungsländern. Im Einzelnen:
    • Die Mittel für den IWF sollen auf 750 Milliarden US-Dollar erhöht werden.
    • An neuen Sonderziehungsrechten sollen 250 Milliarden US-Dollar zugeteilt werden.** Über Multilaterale Entwicklungsbanken sollen zusätzlich mindestens 100 Milliarden US-Dollar gewährt werden.
  • Bis Ende 2010 sollte eine fiskalpolitische Ausweitung von 5 Billionen US-Dollar erfolgen, welche der Weltproduktion laut G20 einen Impuls von 4 % erteilen sollte.[97] Kritiker argumentierten jedoch, dass es sich bei dieser Summe lediglich um Gelder handelte, die von den Teilnehmern bereits vor der Konferenz freigegeben worden waren.[98] Andere sprachen von einer „Bestandsaufnahme“ und hielten die Zahl zudem für übertrieben.[99] Laut IWF hat sich das nicht preisbereinigte weltweite Bruttoinlandsprodukt von 2009 bis 2010 um 5,1 % erhöht.[100]
  • Zur Bekämpfung von Steueroasen und Geldwäsche hat die OECD eine schwarze Liste (Costa Rica, Malaysia, Philippinen, Uruguay) sowie eine graue Länderliste veröffentlicht.
  • Reformen und eine Stärkung der internationalen Finanzinstitutionen, insbesondere IWF und Weltbank, wurden beschlossen.
  • Maßnahmen zur systematischen Regulierung und Überwachung von Hedgefonds und ähnlichen Finanzanlagekonstruktionen wurden konkretisiert.
  • Das bereits im November erklärte Ziel, die Eigenkapitalbasis von Kreditinstituten zu stärken, wurde durch Maßnahmen ergänzt.
  • Es wurde das Ziel vereinbart, dass sich Managervergütungen nicht an kurzfristigen Erfolgen, sondern an langfristigen Zielen orientieren sollen.
  • Das Bekenntnis zum Freihandel wurde erneut bekräftigt.

Bei den weiteren G20-Treffen am 24./25. September 2009 in Pittsburgh[101] und am 26./27. Juni 2010 in Toronto[102] waren die Schwerpunkte unverändert eine Reform und Stärkung der Finanzsysteme sowie das Wiedererreichen eines starken Wirtschaftswachstums. Hinzu kam die Forderung nach Nachhaltigkeit und Ausgewogenheit bei der Erreichung der Wachstumsziele.

DokumentationenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Dauerkrise – wie alles begann
  2. Amerika wendet die Staatspleite ab, Spiegel 2. August 2011; abgerufen 6. Oktober 2012.
  3. a b  Vier Billionen Dollar Schaden durch Krise. In: Salzburger Nachrichten. 22. April 2009, S. 15 (Artikelarchiv).
  4. IMW: International Financial Stability Report, April 2009, Chapter 1: Stabilizing the Global Financial System and Mitigating Spillover Risks, (PDF; 1,8 MB) Tabelle 1.3.
  5. ECB: The Janus-Headed Salvation, December 2009, Working Paper Series No 1127 (PDF; 1,0 MB)
  6. USA: Höchste Arbeitslosenzahl seit 1967 tagesanzeiger.ch, 29. Januar 2009 (abgerufen am 18. Oktober 2010)
  7. Banken-Erfolge: Auch Wells Fargo und Morgan Stanley melden hohe Gewinne spiegel.de, 21. Oktober 2009 (abgerufen am 18. Oktober 2010)
  8. FCIC: The Financial Crisis Inquiry Report. Januar 2011, [1].
  9. http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2012/may/09/income-inequality-great-recession
  10. http://www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2010/12/Kumhof.htm
  11. Vgl. Robert Reich: Nachbeben – Amerika am Wendepunkt Campus-Verlag, Frankfurt New York 2010, ISBN 978-3-593-39247-9
  12. Vgl. Raghuram Rajan: Verwerfungen, Finanzbuch Verlag, München 2012, ISBN 978-3-89879-685-9
  13. Vgl. Joseph Stiglitz: Der Preis der Ungleichheit. Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht. Siedler, München 2012 ISBN 3-8275-0019-2
  14. Till van Treeck, Simon Sturn (2012): Income inequality as a cause of the Great Recession? A survey of current debates. ILO Conditions of Work and Employment Series No. 39, http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_protect/---protrav/---travail/documents/publication/wcms_187497.pdf
  15. http://www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2011/09/kumhof.htm
  16. Annual Report of the Council of Economic Advisers. United States Government, Washington D.C.. March 2009. Abgerufen am 5. Juni 2009., S. 63 f.
  17. Ben S. Bernanke: Deflation – making sure „it“ doesn’t happen here, Rede vor dem National Economists Club, Washington, D.C., 21. November 2002 (BIS-Review 68/2002 (PDF; 67 kB), S. 1–8).
  18. VIII. Schlussbemerkungen: Die schwierige Aufgabe der Schadensbegrenzung, (PDF; 63 kB) BIZ, 78. Jahresbericht, 30. Juni 2008, S. 159–174 (S. 167 f.).
  19. a b c d Benedikt Fehr: Der Weg in die Krise, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. März 2008.
  20. I. Einleitung: Das Ende einer unhaltbaren Situation, (PDF; 47 kB) BIZ, 78. Jahresbericht, 30. Juni 2008, S. 3–12 (S. 8 f.).
  21. arte, Themenabend Krepierte Kredite, explodierende Preise. 1. Juli 2008.
  22. Errechnet nach Angaben der ameco-Datenbank.
  23. a b Markus K. Brunnermeier: Deciphering the Liquidity and Credit Crunch. In: Journal of Economic Perspectivest, Bd. 23, Nr. 1, Winter 2009, S. 77–100 (PDF, S. 81).
  24. Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Ziffer 174.
  25. Vgl. zum Schattenbankensystem auch CESifo-Group München: The EEAG Report on the European Community 2009, passim, ISSN 1865-4568.
  26. Hartmann-Wendels, Hellwig, Hüther, Jäger:Arbeitsweise der Bankenaufsicht vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Studie des IdW Köln, 2009. S. 28.
  27. Markus K. Brunnermeier: Deciphering the Liquidity and Credit Crunch. S. 79.
  28. OECD: Recently released data confirm productivity slowdown ahead of crisis. Abgerufen 14. Mai 2009.
  29. Nach Hans-Werner Sinn (Kasinokapitalismus 2009, S. 226) stieß die Finanzkrise auf einen bereits länger andauernden realwirtschaftlichen Abschwung
  30. The Economist, 25.–31. Oktober 2008, Abb. S. 82
  31. BIZ: I. Einleitung: Das Ende einer unhaltbaren Situation. 78. Jahresbericht, 30. Juni 2008, S. 3–12 (PDF, S. 3): „Die Turbulenzen brachen aus, als einige wenige Fonds mit Anlagen in strukturierte Finanzprodukte, die mit jüngeren US-„Subprime“-Hypotheken unterlegt waren, die Rücknahme von Anteilen aussetzten.“
  32. Gretchen Morgenson: Bear Stearns Says Battered Hedge Funds Are Worth Little. The New York Times, 18. Juni 2007.
  33. IWF: Global Financial Stability Report. Oktober 2008. (PDF)
  34. Jahresbericht der Europäischen Zentralbank, S. 37 (PDF).
  35. BMWi: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht März 2009. Brief des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie an Bundesminister Michael Glos vom 23. Januar 2009. (PDF)
  36. Floyd Norris: High & Low Finance; Market Shock: AAA Rating May Be Junk. New York Times, 20. Juli 2007.
  37. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR): Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken, Jahresgutachten 2008/2009, S. 120.
  38. a b c Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Jahresgutachten 2011/2012, Zweites Kapitel „I. Weltwirtschaft: Die Krise ist noch nicht ausgestanden“
  39. Siehe Abbildung 7 in IWF: The Global Economy and Financial Crisis.
  40. Schweizerische Nationalbank: Bericht zur Finanzstabilität. Juni 2008 (PDF; 894 kB), S. 12.
  41. Schweizerische Nationalbank: Bericht zur Finanzstabilität. Juni 2008 (PDF; 894 kB), S. 12, 19.
  42. Dorothea Schäfer: Agenda für eine neue Finanzmarktarchitektur (PDF; 289 kB). In: DIW: Wochenbericht, 17. Dezember 2008.
  43. Die Gesamtheit der finanzpolitisch relevanten EU-Beschlüsse zur Griechenland- und zur Eurokrise, d.h. in den Tagen und Nächten vom 7. bis einschließlich zum 9. Mai, wird erkennbar aus verschiedenen öffentlich einsehbaren Archiven, z. B. aus den archivierten Nachrichten des Deutschlandfunks, siehe zum Beispiel den zweiten Abschnitt in http://www.dradio.de/nachrichten/20100509080000 .
  44. Details: siehe z. B. EU beschließt Multi-Milliarden-Stütze für den Euro (Spiegel Online vom 10. Mai 2010, abgerufen am 30. Mai 2010).
  45. IWF erhöht Prognose über Kosten der Finanzkrise auf 11,9 Billionen US-Dollar
  46. a b Bernhard Graf und Stefan Schneider: „Wie bedrohlich sind die mittelfristigen Inflationsriiken?“ In: Deutsche Bank Research 30. April 2009 (PDF; 301 kB)
  47. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts
  48. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts
  49. Eurostat Rückgang der Industrieproduktion über 20 % (PDF; 306 kB)
  50. Universität Münster, Pfister, Folie Nr. 5 (PDF; 205 kB)
  51. PriceWaterhouseCoopers: Lageberichterstattung vor dem Hintergrund der Finanzkrise, S. 12 (PDF)
  52. cometis AG: Guidance 2010 – Prognosen in Krisenzeiten, S. 7 (PDF; 1,0 MB)
  53. Welthungerhilfe-Nahrungsmittelstudie
  54. Oxfam Fact Sheet (PDF; 200 kB)
  55. UNCTAD (2009): The global economic crisis: systemic failures and multilateral remedies. Chapter III: Managing the financialization of commodity futures trading. S. 38
  56. John Baffes, Tassos Haniotis, Placing the 2006/08 Commodity Price Boom into Perspective, Policy Research Working Paper, The World Bank Development Prospects Group, July 2010, S. 20
  57. FAO: 1.02 billion people hungry. One sixth of humanity undernourished – more than ever before., 19 Juni 2009.
  58. Spiegel Online: Weltbank sagt Absturz der globalen Wirtschaft voraus, abgerufen am 11. Juni 2009
  59. vgl. Weltbank warnt vor schwerster Rezession seit 30er Jahren (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung bei tagesschau.de, 9. Dezember 2008 (aufgerufen am 10. Dezember 2008).
  60. Prognose der EU vom 3. November 2008: Für Deutschland, Frankreich und Italien 2009 ist mit einem Nullwachstum zu rechnen, während in England, Irland und Spanien sogar eine negative Zahl erwartet wird. Genaue Zahlen siehe im Artikel Wirtschaftswachstum: Europa.
  61. Nachrichten des Deutschlandfunks vom 19. Januar 2009.
  62. IWF: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2009. Abgerufen am 6. November 2008.
  63. Bericht des IWF. Abgerufen am 6. November 2008.
  64. a b Dow Jones: US-Notenbank sieht tieferen Abschwung und höhere Arbeitslosigkeit bei focus.de, 21. Mai 2009. Aufgerufen am 23. Mai 2009.
  65.  Fast 300.000 ohne Arbeit. In: Salzburger Nachrichten. 2. September 2009, Wirtschaft, S. 14 (Artikelarchiv).
  66. Universität Michigan
  67.  EZB hebt Prognose an und teilt mehr Geld zu. In: Salzburger Nachrichten. 4. September 2009, Börsen/Anzeigen, S. 13.
  68.  OECD verbreitet Zuversicht. In: Salzburger Nachrichten. 4. September 2009, Börsen/Anzeigen, S. 13.
  69. Zur Prognose der Weltbank siehe zum Beispiel den Spiegel-online-Artikel vom 21. Januar 2010, oder die (archivierten) Nachrichten des Deutschlandfunks vom 21. Januar, 3 Uhr, abgerufen am 23. Januar 2010
  70. Banken buhlen um Dollar-Kredite der EZB. Financial Times Deutschland, 11. September 2008.
  71. faz.net 25. Januar 2013 „Fed drängte die EZB zur Dollarleihe“
  72. Gemeinsame Aktion – Notenbanken verleihen abermals Milliarden. FAZ.net, 18. September 2008.
  73. a b Sieben Notenbanken senken gemeinsam den Leitzins, NZZ Online, 8. Oktober 2008 (abgerufen am 1. Mai 2009).
  74. EZB: Monetary policy decisions. 6. November 2008.
  75. Bank of England Reduces Bank Rate by 1.0 Percentage Points to 2.0 %. bankofengland.co.uk, 4. Dezember 2008 (abgerufen am 1. Mai 2009); Meldung der Bank of England vom 6. November 2008.
  76. US-Bankensystem erhält Hilfe von der EZB – Konzertierte Aktion von Notenbanken sichert US-Instituten Zugang zu Liquidität in Euro, Yen, Pfund und Schweizer Franken. Handelsblatt, 7. April 2009.
  77. „Grosse Notenbanken versorgen Banken mit Liquidität – Kursfeuerwerk an den Börsen – auch SNB beteiligt“ NZZ Online
  78. Bettina Schulz, Patrick Welter, Stefan Ruhkamp: „Schuldenkrise – Notenbankallianz löst Kursrally aus.“ FAZOnline 30. November 2011
  79. Philip Plickert, Patrick Welter und Jürgen Dunsch in faz.net vom 31. Oktober 2013: „Zentralbanken leihen sich dauerhaft Devisen“.
  80. BMF zur deutschen Bad Bank-Lösung
  81. Bad Bank-Varianten (PDF; 38 kB)
  82. Bundesbankpressenotiz 19. April 2010 – Maastricht-Schuldenstand 2009
  83. Pressemeldung des Bundestages vom 11. Mai 2010
  84. Deutsche Bundesbank: Finanzstabilitätsbericht 2009, Schaubild 1.1.4.
  85. Tim Oliver Berg, Kai Carstensen: Baldige Rückkehr zur alten Rolle erforderlich!, in: Wirtschaftsdienst, 92. Jg. (2012), H. 2, Zeitgespräch, S. 79–94, doi:10.1007/s10273-012-1332-0.
  86. Pressemeldung der EU-Kommission vom 27. Mai 2010
  87. Pressemitteilung der Deutschen Bundesbank 13. April 2011
  88. Joaquín Almunia Vice President of the European Commission responsible for Competition Policy Restructuring EU banks: The role of State aid control CEPS Lunchtime Meeting Brussels, 24 February 2012
  89. Olaf Storbeck, Handelsblatt 14.Juni 2012, „Wie Steuerzahler die Banken füttern“
  90. Süddeutsche Zeitung, 21. Dezember 2012 „Steuerzahler stützte Bankensektor mit 1,6 Billionen Euro“
  91. Europäische Kommission: Krisenbewältigung
  92. EU-Pressemitteilung, 6. Juni 2012: Neue Krisenmanagement-Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Bankenrettungen
  93. Pressemitteilung von H.P. Martin, unabhängiger Europaabgeordneter, 22. Oktober 2012: EU-Abgeordnete torpedieren Bankenkontrolle
  94. Abschlusserklärung im Wortlaut; Veröffentlichung der Abschlusserklärung auf der Seite der Bundesregierung von Deutschland
  95. Handelsblatt: „Das hat der G20-Gipfel beschlossen“
  96. Zu den Communiqués der G20-Gruppe
  97. G20 – top ten outcomes. Archiviert vom Original am 25. Januar 2010, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  98. Andreas Oldag: G-20-Gipfel – Der Billionen-Trick, Süddeutsche Zeitung, 4. April 2009, Zugriff am 19. Dezember 2011
  99. Carsten Volkery, : G-20-Gipfel in London: Industriestaaten feiern Billionen-Kompromiss, Spiegel online, 2. April 2009, Zugriff am 19. Dezember 2011
  100. imf.org: Vergleich der Bruttoinlandsprodukte von 2009 und 2010, Zugriff am 19. Dezember 2011
  101. Abschlussdokument des G20-Gipfeltreffens in Pittsburgh
  102. Abschlussdokument des G20-Gipfeltreffens in Toronto







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