Osnabrück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Osnabrück
Osnabrück
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osnabrück hervorgehoben
52.2788888888898.043055555555663Koordinaten: 52° 17′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Höhe: 63 m ü. NHN
Fläche: 119,8 km²
Einwohner: 155.625 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1299 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 49074–49090
Vorwahlen: 0541
05402 (Lüstringen teilw.)
05406 (Darum teilw.)
05407 (Pye teilw.)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 04 000
Stadtgliederung: 23 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Webpräsenz: www.osnabrueck.de
Oberbürgermeister: Wolfgang Griesert[2] (CDU)
Lage der Stadt Osnabrück in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild
Blick in Richtung Osten über die Osnabrücker Innenstadt
Klima in Osnabrück
Süden der Stadt mit der 103 Meter hohen ev. luth. Katharinenkirche

Osnabrück (ostwestfälisch: Ossenbrügge, lateinisch: Ansibarium) ist eine Großstadt in Niedersachsen und Sitz des Landkreises Osnabrück. Die kreisfreie Stadt ist ein Oberzentrum und mit 155.625 Einwohnern nach Hannover, Braunschweig und Oldenburg die viertgrößte Stadt Niedersachsens[3] und Mittelpunkt des Osnabrücker Landes.[4] Die ca. 22.000 Studenten von Universität und Hochschule machen etwa 14 % der Gesamtbevölkerung aus.[5] Historisch, landschaftlich und sprachlich gehört Osnabrück zu Westfalen.

Für die Gründung der geschichtsträchtigen Stadt war die exponierte Lage an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen ursächlich. Im Mittelalter war Osnabrück Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse. Bekannt wurde die Friedensstadt Osnabrück neben Münster auch als Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens 1648.[6] Nach dem Wiener Kongress setzte eine „Entwestfalisierung“ in Osnabrück und Umland ein (siehe Geschichte Westfalens). Die westfälische Prägung Osnabrücks ist jedoch immer noch an dem, von der einheimischen Bevölkerung gesprochenem Hochdeutsch, an der Architektur in und um Osnabrück sowie der regionalen Küche (siehe Westfälische Küche), deutlich zu erkennen. Die Stadt ist Sitz des 780 gegründeten Bistums Osnabrück.

Osnabrück liegt auch heute im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem Logistikzentrum. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt.[3]

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Stadt liegt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und im Schnittpunkt der europäisch wichtigen Wirtschaftsachsen. Sie hat sich dadurch zu einem wichtigen Logistikzentrum entwickelt.

Die nächsten Großstädte sind Bielefeld, Münster, Dortmund. Enschede, Oldenburg, Bremen und Hannover.

Osnabrück ist bundesweit die einzige Großstadt, die in einem Naturpark liegt. So umschließt der Natur- und Geopark TERRA.vita die Stadt, reicht aber auch hinein bis in das Stadtgebiet. Osnabrück befindet sich im Osnabrücker Hügelland, das im Norden durch das Wiehengebirge, im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt wird. Die Ausläufer prägen die Stadt unmittelbar, da sich eine Vielzahl von Erhebungen in Osnabrück befindet. Die höchste ist der Piesberg mit 188 m, der für seinen ehemaligen Steinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist. Allgemeiner liegt Osnabrück im Niedersächsischen Bergland, das sich von der Norddeutschen Tiefebene abgrenzt. Die Höhenlage am Neumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m über Normalnull. Der höchste Punkt der Stadt befindet sich am Piesberg bei 190 m über NN, der tiefste Punkt befindet sich beim Fluss Hase in Pye bei 54 m über NN. Die Stadtgrenze umfasst 79,5 km.[7]

Nördlich vom Wiehengebirge beginnt die Norddeutsche Tiefebene mit der Dümmer-Geestniederung. Das Osnabrücker Nordland ist hier geprägt von Endmoränen und ausgedehnten Moorlandschaften sowie typischer Geest.

Osnabrück liegt in unmittelbarer Nähe zur Bundesautobahn 1 im Westen mit einem der frequenzstärksten Autobahnkreuze Niedersachsens, dem im Volksmund bekannten Lotter Kreuz. Im Süden befindet sich die A30, die zu weiten Teilen durch das Stadtgebiet führt und im Osten am Autobahnkreuz Osnabrück-Süd auf die A33 trifft.

KlimaBearbeiten

Osnabrück liegt in der warm-gemäßigten Klimazone. Bezüglich der 1900 Hektar Waldfläche, die sich innerhalb des Stadtgebiets befinden, sind daher Laubmischwald vorherrschend.[8]

Bestimmend sind West- und Nordwestwinde, die im Sommer kühles und im Winter mildes regnerisches Wetter mit sich bringen können.

Die Wetterlage ist daher unbeständig. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,4 °C im langjährigen Mittel, wobei der Januar mit 1,8 °C der kälteste, der Juli mit durchschnittlich 17,6 °C der wärmste Monat ist. Damit sind die Winter etwas milder als in Ost- oder Süddeutschland, die Sommer aber dementsprechend kühler, wobei nicht nur Sommergewitter, sondern auch langanhaltende Regenperioden vorkommen.

Osnabrück hat mit 856 mm relativ viel Niederschlag im Jahr und liegt über dem Bundesdurchschnitt.[9] Dabei halten sich Winter- und Sommerregen die Waage. Insgesamt verteilt sich der Niederschlag durchschnittlich auf 122 Regentage.[10]

GewässerBearbeiten

Das Hauptgewässer in Osnabrück ist die Hase mit dem Nebenfluss Düte. Die Hase fließt von Osten her in Lüstringen in die Stadt hinein, durch das Zentrum hindurch bis zur nordwestlichen Stadtgrenze in Pye. Bei der Hase handelt es sich nach der wasserwirtschaftlichen Bedeutung her um ein Gewässer 2. Ordnung. Starke Regenfälle und Tauwetter führten im Frühjahr 2010 zu erhöhten Wasserständen der größeren Fließgewässer Osnabrücks. In einigen Stadtteilen und in den angrenzenden Gemeinden kam es vermehrt zu Überschwemmungen.

Die beiden bedeutendsten Seen sind der Rubbenbruchsee im Stadtteil Eversburg und der Attersee (Osnabrück) in Atter. Während der Rubbenbruchsee vorwiegend von Spaziergängern und Joggern, im Sommer auch von Anglern und Jugendlichen besucht wird, bietet der Attersee ein ausgeprägtes Camping- und Freizeitgelände. Außerdem ist er der einzige Badesee im Stadtgebiet. Kleinere Stillgewässer sind der Pappel- und Wüstensee im Stadtteil Wüste und der Bornheidesee in Gretesch.[11]

StadtgliederungBearbeiten

Das Osnabrücker Stadtgebiet erstreckt sich über 119,8 km². Offiziell leben in Osnabrück 165.021 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 1377 Einwohnern pro km² entspricht.

Das Stadtgebiet Osnabrücks ist in 23 Stadtteile eingeteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Ihre Namen entspringen meist historisch überlieferten Bezeichnungen oder der geographischen Lage. Teilweise wurden auch mehrere frühere Ortschaften zu einem Stadtteil vereinigt. Jeder Stadtteil gliedert sich weiter in „statistische Bezirke“, von denen jeder mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet wird.

Die 23 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

Die einzelnen Stadtteile haben im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter entwickelt. Während sich beispielsweise in der Innenstadt, dem Hafen und im Fledder primär der Einzelhandel, Gewerbe und Industrie angesiedelt haben, stellen Hellern oder das Widukindland klassische Wohngebiete mit großem Anteil an Ein-Familien-Haushalten dar. Westlich der Innenstadt ist das Wohngebiet dichter besiedelt und von Altbauten und Mietwohnungen geprägt. Während sich im Bereich Westerberg ein bürgerliches Klientel angesiedelt hat, bewohnen die Wüste und die Weststadt Studenten sowie jüngere Familien und Einzelhaushalte. An den Stadtgrenzen hingegen ist das Gebiet teilweise ländlich geprägt, Schinkel und Schinkel-Ost sowie Eversburg wurden durch ihre Geschichte als Arbeiterviertel beeinflusst.

NachbargemeindenBearbeiten

Osnabrück befindet sich an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Großteil der Nachbargemeinden befindet sich im niedersächsischen Landkreis Osnabrück, die Gemeinde Lotte liegt im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt im Ballungsraum Osnabrück. Osnabrück als Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum weist daher ein relativ hohes Pendlersaldo auf: 18,5 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln in die Stadt um zu arbeiten.[12]

Westerkappeln
18 km
Wallenhorst
10 km
Belm
9 km
Lotte
11 km
Nachbargemeinden Belm 9 km
Bissendorf 13 km
Hasbergen
9 km
Georgsmarienhütte
8 km
Bissendorf
13 km

Zum Osnabrücker Einzugsgebiet zählen rund 800.000 bis eine Million Menschen. Der Ballungsraum Osnabrück umfasst 273.379 Einwohner.[13]

Beschreibung der StadtBearbeiten

Die Stadt ist Sitz einer Universität, einer Fachhochschule, des römisch-katholischen Bistums Osnabrück (Bischofsstadt), des Sprengels Osnabrück der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Deutschen Stiftung Friedensforschung.

Osnabrück wurde 780 von Karl dem Großen als Bischofssitz gegründet. 1648 wurde in den Rathäusern der Städte Münster und Osnabrück der Westfälische Friede geschlossen, weshalb die Stadt sich auch als „Friedensstadt“ bezeichnet. Seit April 2002 ist das Steinwerk Ledenhof Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung. Osnabrück war noch 1669 Hansestadt, gehört seit 1980 zur Neuen Hanse und war im Jahr 2006 Gastgeber des 26. Hansetages der Neuzeit.[14]

Die Einwohnerzahl der Stadt Osnabrück überschritt 1940 die Grenze von 100.000, wodurch Osnabrück zur Großstadt wurde.

Blick von der Rathaustreppe
Schloss (Hauptsitz der Universität) mit Katharinenkirche
Alter Stadtbefestigungsturm Bürgergehorsam
Iduna-Hochhaus

Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 Meter, St. Katharinen) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen der Kathedrale Dom St. Peter und Heger Tor, erstreckt sich die historische Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens. Hier finden sich viele Gebäude des Klassizismus wie das 1813/1814 Haus Tenge, in dem der Stahlunternehmer Jürgen Großmann ein Gourmetrestaurant betreibt. In der Altstadt finden sich zudem Gebäude des Rokoko sowie Häuser aus der Zeit, als in der Stadt noch in Fachwerkbauweise gebaut wurde. Zu den Fachwerkhäusern gehört das 1690 erbaute Hotel Walhalla.

Der dreieckige Marktplatz mit dem Rathaus des westfälischen Friedens und der Kirche St. Marien versprüht mittelalterliches Flair. Zudem konnten in Osnabrück um die 150 romanische und gotische Steinwerke nachgewiesen werden, von denen heute noch viele sehr gut erhalten sind. Das sind mehr als in jeder anderen Stadt Deutschlands, Osnabrück wird daher auch die „Hauptstadt der Steinwerke“ genannt. Besonders eindrucksvoll ist der Ledenhof, ein Steinwerk mit Palas gegenüber dem ehemals fürstbischöflichen Barockschloss. Am Domhof befindet sich das Theater Osnabrück, ein Jugendstil-Gebäude von 1909. Im Jugendstil ausgemalt ist die Lutherkirche in der Neustadt. Sie wurde als Tochterkirche der spätgotischen Hallenkirche St. Katharinen, der mit 103,5 m höchsten Kirche der Stadt, gebaut. Von historischer Bedeutung ist das ehemalige Dominikanerkloster, dessen Kirche heute als Kunsthalle genutzt wird.

Die Fußgängerzone im mittleren Teil der Innenstadt schließt an die Altstadt an und bildet die Haupteinkaufsstraße (Große Straße und vorderer Teil der Johannisstraße). Neben wenigen Gebäuden, die den Krieg überstanden haben, dominieren hier moderne Zweckbauten. Zwischen der Alt- und Neustadt (südliche Innenstadt) befindet sich der Neumarkt. Früher ein zentraler Marktplatz der Stadt, ist er heute durch eine vierspurige Straße zerschnitten und dient als Verkehrsknotenpunkt und Haupt-Busbahnhof. Fußgänger konnten bis 2011 den Neumarkt nicht nur ebenerdig überqueren, sondern auch durch einen unterirdischen Fußgängertunnel. Dieser wurde im Jahr 2005 zu seinem heutigen Erscheinungsbild umgebaut, ist geschlossen und wird zur Zeit in einer Großbaustelle verfüllt. Die Stadt wollte die immensen Erhaltungs- und Wartungskosten dieses baurechtlich als "Brücke" eingeordneten Bauwerks nicht länger tragen. Die Neustadt bietet besonders im Bereich um die ehemalige Stiftskirche St. Johann noch alte Bausubstanz. Auf dem früheren Kirchhof von St. Johann steht die denkmalgeschützte Abluftsäule, die eine unterirdische Toilettenanlage be- und entlüftet.

Die Innenstadt wird von einem nierenförmigen Stadtring umschlossen, der den Autoverkehr aufnimmt. Von diesem so genannten „Wall“ gehen sternförmig die Haupt-, Ein- und Ausfallstraßen der Stadt ab. Sieben Türme, eine Wallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigungen ist.

Hauptartikel: Innenstadt (Osnabrück)

Der heutige „Wall“ umfasst, gegen den Uhrzeigersinn, den Hasetor-, Heger-Tor-, Natruper-Tor-, Schloss-, Johannistor- und Petersburgerwall sowie den Konrad-Adenauer-, Goethe- und Erich-Maria-Remarque-Ring.

Zentrumsnah finden sich architektonisch interessante moderne Bauten, wie das Gebäude der Deutschen Bundesstiftung Umwelt oder das Felix-Nussbaum-Haus, entworfen von Daniel Libeskind. Einen Spagat zwischen Alt und Neu wagt die Vitischanze, in der moderne Architektur auf eine alte Stadtbefestigung gesetzt wurde. Hier war bis zum Jahr 2007 ein Teil der Spielbank untergebracht. Inzwischen wird das Gebäude vom Studiengang Industrial Design der Hochschule Osnabrück genutzt.

Die zentralen Wohngebiete bestehen zu großen Teilen aus meist drei- bis viergeschossigen Mietshäusern, je nach Stadtteil auch aus Bürgerhäusern (z.B. Große Straße 43) und Villen (wie am Westerberg). Etwas vom Stadtkern entfernt geht die Bebauung in zweigeschossige Reihen- und freistehende Häuser über. Große Mietskasernen sind selten. Höhere Bauten, meist gewerblich genutzt, finden sich vor allem im Bereich des Berliner Platzes. Das höchste Bauwerk ist das Iduna-Hochhaus aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre mit 20 Stockwerken. An der Stelle des heutigen Iduna-Hochhauses stand vormals die Villa des Chemikers und Industriellen Wilhelm Lepenau, der Gründer der Raffinerie Salzbergen war.[15]

Bis nah an den Stadtkern reichen aus allen Himmelsrichtungen Grün- und Waldflächen, die auch als Naherholungsgebiete dienen. Dieses Konzept der "Grünen Finger" entstand in den 20 er Jahren durch den damaligen Stadtbaurat Lehmann, der sich damit durchsetzte, dass Wald- und Naherholungsbereiche von außen als grüne Lunge bis hinein an den Stadtkern erhalten blieben. Auch bei der jetzigen Flächennutzungsplanung werden heutzutage zusätzlich unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes die "Grünen Finger" weiter berücksichtigt. Osnabrück ist die größte Stadt Deutschlands, die inmitten eines Naturparks liegt, dem Natur- und Geopark TERRA.vita.

GeschichteBearbeiten

Der NameBearbeiten

Der Name Osnabrück leitet sich von einem alten Namen der Hase her, germanisch Osna, und bedeutet „Brücke über die Hase“. Der Namensforscher Jürgen Udolph vermutet, dass Osna (oder eine ähnliche Namensform) einst der Name eines Teilabschnitts der Hase war und später vom Flussnamen Hase verdrängt wurde, aber im Ortsnamen Osnabrück erhalten geblieben ist.[16]

Eine volksetymologische Deutung sieht in Osnabrück bzw. mundartlich Ossenbrügge eine Zusammensetzung aus Westfälisch Ossen (Ochse) und Brügge (Brücke). Eine Fernhandelsstraße durchquerte die Hase an einer Furt, durch die auch die Ochsen der Bauern getrieben wurden. Später wurde dort eine Brücke gebaut.

MittelalterBearbeiten

Stadtplan von Wenzel Hollar aus dem Jahr 1633[17]
Haus Walhalla, 1690 (jetzt Hotel)

Osnabrück entwickelte sich als Markt um den 780 von Karl dem Großen gegründeten Bischofssitz. 804 soll Karl der Große auch das Carolinum gegründet haben, was mit diesem Datum eines der ältesten Gymnasien wäre; die Urkunde, die dies belegen soll, ist aber möglicherweise eine frühmittelalterliche Fälschung. Im Heiligen Römischen Reich gehörte Osnabrück bis 1803 zum gleichnamigen Hochstift. Die älteste Stadtverfassung, die Sate, stammt von 1348. In ihrer Tradition wird noch heute der Handgiftentag gefeiert. Zur Zeit der ersten Stadtverfassung entstanden auch die Laischaften, von denen die Heger Laischaft und die Herrenteichslaischaft bis heute existieren.

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Bucksturm als Wachturm an der Stadtmauer errichtet. Im Turm war das Städtische Gefängnis untergebracht. Aus dieser Zeit stammt auch das Heger Tor. Die gesamte um 1815 weitgehend abgerissene Wehranlage, bestand aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt.

Ein erster romanischer Vorgängerkirche von St. Marien ist auf einer inselartigen Sandkuppe im 10. Jahrhundert erbaut worden; ihr folgte im 11. Jahrhundert ein zweites Kirchenbauwerk. Der Bau der heute gotischen Pfarr- und Marktkirche St. Marien begann im 13. Jahrhundert und war 1430/40 abgeschlossen.

Hanse: Die Handelsherren aus Osnabrück handelten mit Bremen und Hamburg seit dem Ende des 13. Jahrhunderts sowie mit Friesland, den Niederlanden und auch Lübeck. Die Stadt schloss sich 1412 der Hanse an und profitierte von dem zunehmenden Handel der Hanse, einer handelspolitischen Großmacht. Osnabrücker Kaufleute beteiligten sich bei der Gründung des Kontors Peterhof in Nowgorod. Osnabrück gehörte als Hauptort (Prinzipalstadt) zum westfälischen Quartier der Hanse. Als der Handel mit den Niederlanden und England auf Grund der Unabhängigkeitsbestrebungen nachließ, wurden neues Absatzgebiet in Süddeutschland und in Norditalien erschlossen. 1606 wurde der Osnabrücker Johann Domann zum letzten Syndikus der Hanse bestellt.

30 Jahre lang war von 1477 bis 1504 Ertwin Ertman (1430–1505) erster Bürgermeister der Stadt. In seiner Zeit entstand zwischen 1487 und 1512 das spätgotische Rathaus Osnabrück.

Hexenverfolgung: Schwerpunkte der Hexenverfolgungen in Osnabrück lagen zwischen 1561 und 1639. 1582, in der Regierungszeit des Bürgermeisters Hammacher (1565–1588), wurden 163 Frauen als angebliche Hexen hingerichtet, die meisten verbrannt. Unter dem Bürgermeister Pelster fanden 1636–1639 mehr als 40 Frauen als Hexen den Tod. Insgesamt wurden 276 Frauen und zwei Männer in Hexenprozessen wegen Zauberei hingerichtet. Der Einsatz des evangelischen Pfarrers von St. Marien und Stadtsuperintendenten Gerhard Grave gegen die vom evangelisch dominierten Stadtrat durchgeführten Hexenprozesse hatte seine spätere Vertreibung aus der Stadt zur Folge. Am 25. September 2012 sprach der Rat der Stadt Osnabrück eine Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse aus.

1600 bis 1800Bearbeiten

Die 1632 gegründete und aus dem Gymnasium Carolinum hervorgegangene Jesuitenuniversität wurde 1633 von Gustav Gustavson, dem schwedischen Administrator des Hochstifts Osnabrück aufgelöst; die Universitätsgründung von 1973 berief sich mit der Übernahme des Universitätswappens auf die Universität der Gegenreformation. Von 1643 bis 1648 wurde hier und in Münster der Westfälische Friede ausgehandelt. Osnabrück wurde in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges kaum beschädigt, daher wurde die Stadt für die Friedensverhandlungen gewählt.

In dieser Zeit bemühte sich die Stadt vergeblich mehrfach um den Status einer reichsfreien Stadt. Die Regelung „Cuius regio, eius religio“, (lateinisch für: wessen Gebiet, dessen Religion, im damaligen Sprachgebrauch oft: wes der Fürst, des der Glaub') wurde in Osnabrück als Sonderfall gehandhabt. Bis zur Säkularisierung wechselte jeweils nach dem Tode des Amtsinhabers die Konfessionszugehörigkeit des Fürstbischofs (geregelt in der so genannten „Capitulatio Perpetua“ von 1650). Somit lösten sich katholische und evangelische Fürstbischöfe (aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg) als Herrscher ab. Die Konfessionszugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Das Hochstift Osnabrück wurde damit der erste konfessionell-paritätische Staat auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Das barocke Osnabrücker Schloss stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es war die Residenz des protestantischen Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg

1800 bis 1945Bearbeiten

Das 1813/14 erbaute Haus Tenge ist jetzt ein Sternerestaurant.

Mit der Säkularisation kirchlicher Besitztümer durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und dem Übergang des Hochstifts zum Fürstentum Osnabrück kam auch die Stadt an das Kurfürstentum Hannover, wurde jedoch noch im selben Jahr von französischen Truppen besetzt. 1806 gehörte Osnabrück für kurze Zeit zum Königreich Preußen. 1807 kam die Stadt an das vom französischen Kaiser Napoleon I. (Bonaparte) geschaffene Königreich Westphalen und am 10. Dezember 1810 zum Kaiserreich Frankreich. Als eines von vier Hanseatischen Departements war Osnabrück von 1811 bis 1813 der Sitz des Departement der Oberen Ems, in dem alle vorher trennenden Landesgrenzen aufgehoben wurden und das bis ca. 30 km nach Süden sowie bis über 50 km nach Norden, Westen und Osten reichte. Nach der Abdankung Napoleon Bonapartes im Frühjahr 1814 fiel der überwiegende Teil des Ober-Ems-Departements an das im Zuge des Wiener Kongresses im Oktober 1814 geschaffene Königreich Hannover. Etwa 400 Osnabrücker Soldaten nahmen am 18. Juni 1815 an der Schlacht bei Waterloo teil und beendeten damit Napoleons „Herrschaft der Hundert Tage“. Zu Ehren dieser Krieger stiftete Gerhard Friedrich von Gülich das Waterloo-Tor am Heger Tor mit der Inschrift: „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen, widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.R.“.

Als Folge des Deutschen Krieges 1866 ging das Königreich Hannover und damit auch Osnabrück in der preußischen Provinz Hannover auf. Die Stadt wurde 1885 Sitz des Regierungsbezirks Osnabrück. Diesen Status verlor es erst bei der Gebietsreform 1977, als der Regierungsbezirk Weser-Ems mit Sitz in Oldenburg geschaffen wurde, wobei jedoch in Osnabrück eine Außenstelle der Bezirksregierung verblieb. Zum 1. Januar 2005 wurden alle Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen aufgehoben; dabei bleib die kreisfreie Stadt Osnabrück weiterhin Sitz des gleichnamigen Landkreises.

Aus den beiden Freizeitmannschaften Antipodia Osnabrück und Minerva Osnabrück wurde am 17. April 1899 der FC 1899 Osnabrück gegründet, aus dem später der VfL Osnabrück hervorging, welcher der größte und bedeutendste Sportverein für die gesamte Region ist.

In der Osnabrücker Innenstadt eröffnete in der Großen Straße 34 im Jahr 1910 das Modehaus Alsberg, das in der Bevölkerung sehr geschätzt war – auch für die Mode der „Goldenen Zwanziger Jahre“. Da die Inhaber Juden waren, wurde es 1935, zwei Jahre nach der Machtergreifung der NSDAP, zwangsweise geschlossen. In der Zeit davor wurden alle Kunden, die noch zum Einkauf kamen, fotografiert und in einer öffentlichen Vitrine angeprangert.

Während des Zweiten Weltkrieges verursachten die 79 Luftangriffe auf Osnabrück schwere Schäden. Das Stadtgebiet wurde zu mehr als 65 Prozent zerstört; die mittelalterliche Altstadt war mit 94 Prozent am stärksten betroffen. Auch heute gibt es noch Spuren der Luftschutzbunker, die in jenen Tagen angelegt wurden.[18]

Seit 1945Bearbeiten

Besatzungszeit und Britische GarnisonBearbeiten

Nach Kriegsende sah der Bakker-Schut-Plan eine Annexion der Stadt durch die Niederlande vor; diese unterblieb jedoch aufgrund des Widerstandes der USA und Großbritanniens. Unmittelbar nach Kriegsende wurden Besatzungstruppen der Britischen Rheinarmee in Osnabrück stationiert. In den Folgejahren wurde der Standort immer weiter ausgebaut. Zwischenzeitlich beherbergte Osnabrück die größte britische Garnison außerhalb des Vereinigten Königreiches – Britische Soldaten und ihre Familienangehörigen gehörten für die Osnabrücker jahrzehntelang zum gewohnten Stadtbild. 1989 und 1996 kam es zu Terroranschlägen der irischen Untergrundorganisation IRA auf die britischen Quebec Barracks im Osnabrücker Stadtteil Eversburg, bei denen erheblicher Sachschaden entstand.[19] 2005 beschloss das britische Verteidigungsministerium im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen die vollständige Auflösung der Osnabrücker Garnison. Der Abzug wurde in den Folgejahren schrittweise umgesetzt. Am 31. März 2009 verließ der letzte britische Standortkommandeur, Colonel Mark Cuthbert-Brown, Osnabrück.[20]

Wiederaufbau und weitere EntwicklungenBearbeiten

Zum 300. Jahrestages der Verkündung des Westfälischen Friedens wurde 1948 das zerstörte Rathaus Osnabrück wiedereröffnet. Das wiederaufgebaute Stadttheater am Domhof konnte 1950 eingeweiht werden.

Osnabrück stellte 1960 den Betrieb seiner Straßenbahn ein. Der Öffentliche Personennahverkehr wurde gänzlich auf den Stadtbus-Verkehr umgestellt.[21] Der Fußgängertunnel am Neumarkt wurde 1964 in Betrieb genommen und 2013 abgebrochen[22]. 1968 erfolgte die Verleihung der Europafahne an die Stadt Osnabrück.

Die Fachhochschule Osnabrück wurde 1971 gegründet und erhielt 2010 die Bezeichnung Hochschule Osnabrück. Die neue Universität Osnabrück nahm 1974 den Lehrbetrieb auf.

Nach drei Jahren Bauzeit wurde 1979 die Stadthalle Osnabrück (heute OsnabrückHalle) eröffnet. 1980 feiert die Stadt und das Bistum ihr 1200-jähriges Bestehen. Die 1990 gegründete Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ihren Sitz in Osnabrück. 1995 bezog sie ihren Neubau an der Natruper Straße.

Das Felix-Nussbaum-Haus eröffnete 1998. Das Museum enthält über 180 Werke von Felix Nussbaum und ist damit die weltweit umfassendste Sammlung des Osnabrücker Künstlers. Gebaut wurde das Museum nach einem Entwurf des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind als Erweiterungsbau des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück.

Die 350-Jahr-Feier von 1998 anlässlich der Verkündung des Westfälischen Friedens führte zahlreiche Monarchen und Staatsoberhäupter zum Besuchen in der Stadt. Osnabrück feierte 1999 den 100. Geburtstag des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart mit zwei Ausstellungen. 2000 wurde Osnabrück externer Standort der Weltausstellung Expo 2000.

EingemeindungenBearbeiten

Folgende Gemeinden wurden nach Osnabrück eingemeindet:

Durch seine Tallage und die geographische Nähe zu Nordrhein-Westfalen wurden in Osnabrück vergleichsweise wenige Orte eingemeindet. So wurden beispielsweise die Gemeinden Belm (hinter dem Schinkelberg), Wallenhorst, Büren (inzwischen in die Gemeinde Lotte eingemeindet), Hasbergen und Georgsmarienhütte nicht eingemeindet. Die nördlich gelegenen Orte Hollage, Lechtingen und Rulle wurden (statt von Osnabrück) von Wallenhorst eingemeindet.

Gruß aus Osnabrück – 1900

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Jahr 1575 starben etwa 75 Prozent der Einwohner Osnabrücks an der Pest. Wegen der folgenden Epidemien, Feuersbrünste, Hungersnöte und Kriege dauerte es rund 200 Jahre, bis wieder die Bevölkerungszahl vor Ausbruch der Pest von 1575 erreicht wurde. Mit der Industrialisierung verfünffachte sich die Einwohnerzahl von über 10.000 im Jahre 1817 auf mehr als 50.000 im Jahre 1900. Großen Einfluss darauf hatte der Bau der beiden über Osnabrück führenden Eisenbahnstrecken zwischen Löhne und Rheine (1855) bzw. Münster und Bremen (1873), der viele Arbeitskräfte schaffte. Die Bevölkerung verdoppelte sich bis Ende 1939 auf über 100.000, wodurch Osnabrück zur Großstadt wurde. 1995 erreichte die Einwohnerzahl mit 168.618 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Osnabrück nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik (seit 2014: LSN) 164.020 und fiel 2011 auf 154.513.

Ehemalige BauwerkeBearbeiten

PolitikBearbeiten

GeschichteBearbeiten

An der Spitze der Stadt Osnabrück stand schon seit dem 14. Jahrhundert ein Rat, der sich aus einem „Alten Rat“ und einem „sitzenden Rat“ aufteilte. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor. Gegenüber dem Bischof konnte sich die Stadt schon sehr früh verschiedene Freiheiten erwerben, doch reichte es nie zur vollständigen Reichsfreiheit. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zu Frankreich, in der die Mairieverfassung galt, standen in hannoverischer Zeit ein Verwaltungs- und ein Justizbürgermeister an der Spitze der Stadt. 1851 wurde die hannoversche Städteordnung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der meist den Titel Oberbürgermeister erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieser von der NSDAP eingesetzt, es blieb allerdings Erich Gaertner.

Seit 1946 wird der Oberbürgermeister nach den jeweiligen Regeln des niedersächsischen Kommunalrechts gewählt – zunächst ehrenamtlich nach dem Modell der „zweigleisigen“ Norddeutschen Ratsverfassung, seit 1997 „eingleisig“ als hauptamtliche Verwaltungsspitze (vgl. dazu ausführlich: Eingleisigkeit, Gemeindeordnungen in Deutschland). Als erster hauptamtlicher Oberbürgermeister amtierte von 1997 bis 2006 der SPD-Politiker Hans-Jürgen Fip, der zuvor schon sechs Jahre als ehrenamtlicher Oberbürgermeister tätig gewesen war. Seit der Kommunalwahl 2006 war Boris Pistorius, ebenfalls SPD, Oberbürgermeister.[24] Am 19. Februar 2013 wurde Pistorius als neuer niedersächsischer Innenminister vereidigt. Bei der Neuwahl am 22. September 2013 erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit. Zur Stichwahl am 6. Oktober 2013 kandidierten Birgit Bornemann (SPD) aus Osnabrück und Wolfgang Griesert (CDU) aus Minden (Westfalen). Griesert gewann die Wahl mit 54,85 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 41,77 %.[25]

RatBearbeiten

Seit 2001 besteht der Rat der Stadt Osnabrück aus 50 Mitgliedern. Stimmberechtigt ist außerdem der hauptamtliche und gesondert gewählte Oberbürgermeister.

Stadtratswahl 2011
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
35,1
29,8
21,0
4,6
3,4
2,9
2,0
1,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,3
-4,9
+8,9
-5,4
+0,9
+0,6
+2,0
+1,2
Sitzverteilung im Rat der Stadt
2
15
11
1
1
2
18
15 11 18 
Von 50 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,1 18 38,4 19
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,8 15 34,7 18
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 21,0 11 12,1 6
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 2 9,96 5
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Osnabrück 2,9 1 2,3 1
Linke Die Linke 3,4 2 2,5 1
Piraten Piratenpartei Deutschland 2,0 1
Sonstige 1,0 0
Gesamt 100 50 100 50
Wahlbeteiligung in Prozent 47,6 47,1

Nach der Kommunalwahl am 11. September 2011 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Rat der Stadt Osnabrück
Fraktion CDU SPD GRÜNE UWG/PIRATEN FDP Die Linke Gesamt
Sitze 18 15 11 2 2 2 50

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Osnabrück

BürgermeisterBearbeiten

Justizbürgermeister von Osnabrück 1814–1852

Verwaltungsbürgermeister von Osnabrück 1814–1848

Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister von Osnabrück seit 1852

Hans-Jürgen Fip

Oberstadtdirektoren von Osnabrück 1945–1997 (zweigleisige Kommunalverfassung)

  • 1946–1953: Willi Vollbrecht
  • 1953–1960: Walter Wegener
  • 1960–1972: Joachim Fischer
  • 1972–1983: Raimund Wimmer
  • 1983–1995: Dierk Meyer-Pries
  • 1995–1997: Jörg Haverkämper (nach seinem Rücktritt führte bis zum Amtsantritt des ersten hauptamtlichen Oberbürgermeisters Fip vorübergehend Stadtdirektor Karl-Josef Leyendecker die Amtsgeschäfte)

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Osnabrück unterhält Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften mit mehreren Städten. Als einmalig in Deutschland gilt der wechselseitige Austausch von offiziellen Städtebotschaftern mit den ausländischen Partnerstädten. Junge Frauen und Männer arbeiten für ein Jahr in der Stadtverwaltung der Partnerstadt. Dabei erledigen sie Aufgaben, die im Rahmen der jeweiligen Städtepartnerschaft anfallen.

Städtepartnerschaften
Städtefreundschaften

WappenBearbeiten

Das Osnabrücker Wappen-Rad

Das Wappen der Stadt Osnabrück zeigt in Silber ein sechsspeichiges stehendes schwarzes Rad. Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad.

Das Rad als Münzzeichen des Hochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, im Laufe der Geschichte wurde es in unterschiedlichen Formen abgebildet: Anfangs hatte es acht Speichen und war rot; seit 1496 ist es in schwarzer Farbe überliefert. Später wurde es erneut auch rot dargestellt. Das Rad des Bistums ist heute rot, das der Stadt schwarz, jeweils auf Silbergrund.

Das Rad wird als Teil des „Wagens Gottes“ (currus Dei) gedeutet, ein Zeichen der Kirche und des Evangeliums im Laufe der Zeit. Im 13. Jahrhundert war im Wappen neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes abgebildet. Später wurde nur noch das Rad gezeigt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Der Ledenhof
mit Steinwerk (links), Palas (Mitte) und Treppenturm (rechts)
Waterloo-Tor am Heger Tor
Nackte Mühle an der Nette

Das Osnabrücker Rathaus ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1512 nach 25-jähriger Bauzeit im spätgotischen Stil fertiggestellt. In diesem Rathaus wurde 1648, neben dem Münsteraner Rathaus, der Westfälische Friede ausgehandelt. Im Friedenssaal hängen heute 42 Porträtgemälde von den Herrschern sowie europäischen Gesandten aus jener Zeit. In der Schatzkammer ist eine Nachbildung der Friedensurkunde von 1648 zu sehen. Im ersten Obergeschoss befindet sich ein großes Modell von Osnabrück im Jahr 1633 aus der Vogelperspektive.

Das Osnabrücker Schloss im Barockstil stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es war die Residenz des protestantischen Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner Frau Sophie von der Pfalz. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut. Es diente ab 1953 als Pädagogische Hochschule und ist seit 1974 Sitz der Universität Osnabrück.

Der Bucksturm wurde Anfang des 13. Jahrhunderts als Wachturm an der Stadtmauer errichtet. Im Mittelalter war im Turm das Städtische Gefängnis untergebracht. Zusätzlich kam während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert die Funktion einer Folterkammer hinzu.

Das heutige Heger Tor erinnert in seinem Erscheinungsbild an eine Wehranlage. Die Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde um 1815 weitgehend abgerissen.[26] An dieser Stelle wurde 1817 das Waterloo-Tor errichtet, also zwei Jahre nach dem weitestgehenden Abriss der eigentlichen Wehranlagen. Es erinnert an die Osnabrücker Krieger der King’s German Legion, die in der Schlacht bei Waterloo kämpften.[27] Gestiftet wurde das Tor durch Gerhard Friedrich von Gülich, der Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores beauftragte. Es trägt die Inschrift „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen, widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.R.“. Auf dem Tor befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus man über die Dächer der Altstadt blickt. Die Plattform ist über Rampen und Treppen zu erreichen. Der Platz um das Waterloo-Tor wird heute noch weitgehend als Heger-Tor bezeichnet, da es den Eingang aus der Altstadt in die Heger Laischaft bezeichnet.

Die Kirche St. Marien war im Gegensatz zum Dom die Kirche der Bürger. Aufgrund von Bestattungen, die um das Jahr 800 stattfanden, wird davon ausgegangen, dass sich an heutiger Stelle bereits ein Vorgängerbau aus Holz befand. Dies ist jedoch nicht belegt. Im 10./11. Jahrhundert entstand ein einschiffiger Saalbau, der bereits im 13. Jahrhundert um die beiden Seitenschiffe erweitert wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen Chor und Chorgewölbe dazu. Seit dem 13. Jahrhundert wurde sie im Stil einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Auch heute noch ist dieses Aussehen prägend für den Osnabrücker Marktplatz, da die Kirche eine architektonische Einheit mit dem Rathaus und der Stadtwaage bildet. Im Innern befinden sich unter anderem das Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert und der Hauptaltar, der von 1510 bis 1515 in Antwerpen gefertigt wurde. Im Chorumgang sind Grabsteine in den Boden eingelassen, auch der Grabstein von Justus Möser, einem bedeutenden Osnabrücker Staatsmann und Juristen. Den 79 Meter hohen Turm kann man über 190 Stufen besteigen und erhält einen Blick über Osnabrück. Die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte kupferne Turmspitze wurde Anfang der 1960er-Jahre wieder aufgebaut.

Der Dom St. Peter wurde an der heutigen Stelle im Jahr 785 geweiht. Der heutige Bau jedoch entstand erst von 1218 bis 1277. Die Kathedralkirche wurde im spätromanischen Stil erbaut. Ursprünglich verfügte der Dom über Zwillingstürme, jedoch wurde der Nordwestturm im 15. Jahrhundert durch einen dickeren gotischen Turm ersetzt. Im Innern finden sich unter anderem ein bronzenes Taufbecken von 1225 und ein großes Triumphkreuz, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Es zählt mit seiner Höhe von fast sechs Metern und dem Korpus von 3, 80 Meter Länge zu den größten seiner Art in Europa. In Domnähe lebte von 1210 bis 1233 der aus Groningen stammende Einsiedler und später heiliggesprochene Reiner von Osnabrück. Vor dem Dom steht das Standbild des Löwenpudels.

Zu den im Mittelalter gegründeten Klöstern gehören das Kloster Gertrudenberg sowie das Dominikanerkloster zum heiligen Kreuz. Sie wurden 1803 im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben und die bis heute erhaltenen Gebäude anderen Zwecken zugeführt.

Die Bauzeit des Pernickelturmes ist unbekannt. Er wird in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt und diente als Wachturm und zum Schutz der Pernickelmühle, wie man an den Schießscharten erkennen kann. Der Turm wird seit dem 19. Jahrhundert als Wohngebäude genutzt, weshalb sein Inneres nicht mehr dem Ursprung entspricht. Die Pernickelmühle wurde 1891 zerstört und kurz darauf am anderen Ufer der Hase wiederaufgebaut.

Ein weiterer Turm der historischen Stadtbefestigung ist der Anfang des 16. Jahrhunderts errichtete Bürgergehorsam.

Die Bauepoche des Klassizismus wurde mit der 1785 mit der Fertigstellung der Fürstbischöflichen Kanzlei begonnen. Bauwerke des Klassizismus sind auch das Wohn- und Geschäftshaus Haus Tenge sowie das Gebäude Große Straße 43.

Kunst im öffentlichen RaumBearbeiten

Eines der bekanntesten Denkmäler Osnabrücks ist der Haarmannsbrunnen am Herrenteichswall. Der Stahlwerksdirektor und Senator August Haarmann stiftete im Jahr 1909 den Brunnen, um dem Bergmannsberuf ein Denkmal zu setzen. Die Brunnenanlage mit der leicht überlebensgroßen Bronzeskulptur eines Bergarbeiters wird in Osnabrück häufig fälschlich mit dem Grubenunglück am Piesberg im Jahr 1893 in Zusammenhang gebracht, bei dem mehrere Bergleute bei einem Wassereinbruch während des Steinkohlenabbaus am Piesberg ums Leben kamen.

Das Ebert-Erzberger-Rathenau-Mahnmal am Herrenteichswall erinnert an die drei bedeutenden Politiker der Weimarer Republik. Die abstrakt gestaltete Denkmalskulptur symbolisiert die Demokratie und ist wahrscheinlich das einzige Denkmal in Deutschland, das diese drei Persönlichkeiten würdigt. Bei der Errichtung des Denkmals im Jahre 1928 kam es zu Protesten der politischen Rechten, und bereits 1933 wurde die Skulptur von SA-Mitgliedern entfernt. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde sie durch die Stadt wieder aufgebaut. Eine Inschriftenrolle, die ein mutiger Bürger beim Abriss des Denkmals heimlich sicherte, wurde bei der Wiederherstellung in die Skulptur integriert.

Das Ehrenmal auf dem Straßburger Platz nach dem Entwurf des Stadtbaumeisters Emil Hackländer (1830–1902) ist dem Gedächtnis der Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 aus dem Fürstentum Osnabrück gewidmet. Es wurde 1880 auf dem Neumarkt errichtet und 1928 auf den Straßburger Platz im Stadtteil Westerberg versetzt. Die allegorische Germania-Skulptur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Mit der Skulptur „Die schützende Torsion“ nach einem Entwurf von Schülerinnen des Ratsgymnasiums setzt es nun der deutsch-französischen Freundschaft ein Denkmal.

Botanischer Garten

Zoo und ParksBearbeiten

Trompetenbaum im Bürgerpark
  • Im Stadtteil Schölerberg befindet sich der Zoo Osnabrück, der 1936 als Heimattierpark eröffnet wurde.
  • Seit 1984 betreibt die Universität Osnabrück auf dem Westerberg einen 5,6 ha großen Botanischen Garten.[28]
  • Der älteste öffentliche Park der Stadt Osnabrück ist der Bürgerpark auf dem Gertrudenberg nordöstlich der Altstadt mit einem wertvollen alten Baumbestand. Durch die Beschilderung der Bäume hat der Bürgerpark den Charakter eines Arboretums.[29]

TheaterBearbeiten

Theater am Domhof
Felix-Nussbaum-Haus (rechts) im Museumskomplex von Osnabrück, in der Mitte das Kulturgeschichtliche Museum, links das Akzisehaus.

Osnabrück verfügt über mehrere Theater.

  • Das Theater Osnabrück wird von der Städtische Bühnen Osnabrück gGmbH betrieben.
  • Die probebühne e. V. ist ein Amateurtheater, ebenso wie das Erste unordentliche Zimmertheater.
  • Das Figurentheater
  • Die Plattdeutsche Spielgemeinschaft Voxtrup hat regelmäßige Auftritte. Inzwischen gibt es auch ein englischsprachiges Theater.[30]

OrchesterBearbeiten

ChöreBearbeiten

MusikclubsBearbeiten

  • Alando Palais
  • NEO club&cuisine
  • Sonnendeck
  • Mondflug
  • Rosenhof
  • Hyde Park
  • Blue Note
  • Glanz und Gloria
  • Kleine Freiheit
  • Nize Club
  • Bastard Club
  • Green Mark
  • Virage Discothek
  • Big Buttinsky

KulturzentrenBearbeiten

MuseenBearbeiten

Bucksturm

KinosBearbeiten

  • Cinema Arthouse – Multiplex-Kino mit fünf Leinwänden
  • CineStar Filmpalast (ehemals UFA-Palast) – Multiplex-Kino mit sieben Leinwänden
  • Filmpassage Osnabrück – Multiplex-Kino mit neun Leinwänden
  • Filmtheater Hasetor – Filmkunst- und Programmkino mit einer Leinwand

Ebenso finden regelmäßig Filmvorführungen im Kino in der Lagerhalle sowie durch die Initiative Uni-Film in einem Hörsaal der Universität statt.

Rubbenbruchsee

NaherholungBearbeiten

Im Südwesten des Stadtteils Eversburg bzw. an der Grenze zwischen Atter und Westerberg befindet sich ein großes Naherholungsgebiet mit Wald, Wiesen und dem Rubbenbruchsee. Teil dieses in vielen Bereichen naturnahen Gebietes ist auch der Flugplatz Osnabrück-Atterheide.

Stolpersteine als Erinnerung für Gewerkschafter und Sozialdemokraten im Kollegienwall 14/14a[37]

StolpersteineBearbeiten

Im Dezember 2006 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück, die Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu übernehmen, Stolpersteine zu verlegen. Sie sollen an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und werden vor deren ehemaligen Wohn- oder Arbeitsstätten verlegt. Dieses Projekt wird seit November 2007 umgesetzt und bis März 2013 wurden bislang 192 Stolpersteine verlegt.[38]

Johannisfriedhof
Statue auf dem Hasefriedhof

Historische FriedhöfeBearbeiten

Hasefriedhof und Johannisfriedhof

Beide Friedhöfe entstanden 1808 und wurden damals aus hygienischen Gründen außerhalb der Stadt angesiedelt; der Hasefriedhof vor dem Hasetor und der Johannisfriedhof an der Iburger Straße. Ein Erlass von König Jérôme Bonaparte verbot ab 1808 innerstädtische Bestattungen.

Ein Rundgang über die ältesten Abteilungen zeigt, dass es sich bei den Bestattungen überwiegend um Mitglieder reicher, alteingesessener Familien handelt, die entlang der Mauern bestattet wurden. Im Innenbereich fanden die gesellschaftlich schlechter Gestellten ihre letzte Ruhe.

Ein für das frühe 19. Jahrhundert typisches Symbol zeigt die älteste Pforte des Hasefriedhofs: zwei kindliche Gestalten auf den Torpfeilern, Genien als Sinnbild von Tod und Schlaf. Des Weiteren hervorzuheben ist die florale Ausgestaltung der Steine – als tiefgründiges Symbol, beispielsweise Mohnkapseln als Sinnbild für den ewigen Schlaf, Wein als Blut Christi.

Die letzte Beerdigung fand 1995 statt.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Maiwoche in Osnabrück (hier: auf dem Domplatz)
Nussknacker auf dem Weihnachtsmarkt
Krahnstraße im Advent
  • Januar: Handgiftentag
  • Samstag vor Rosenmontag: Ossensamstag (großer Karnevalsumzug mit etwa 100.000 Besuchern). Es wird diskutiert, diesen auf den Sonntag zu verlegen und als Ossensonntag zu feiern.[39]
  • Vor Ostern: Frühjahrsjahrmarkt
  • Vor Ostern: Osnabrücker Kammermusiktage
  • April: European Media Art Festival[40]
  • April-Mai: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)
  • Mai: Maiwoche in der Innenstadt
  • Mai: Gay in May – lesbisch-schwule Kulturtage
  • Mai und September: jeweils an einem der ersten Wochenenden großer Nachtflohmarkt (Samstagabend bis Sonntagnachmittag) in der Innenstadt
  • Sommer: Kulturnächte, Osnabrücker Volks-, Schützen- und Heimatfest
  • Juni: Afrika-Festival (alle zwei Jahre)[41]
  • Ende Juni/Anfang Juli: Internationales Motorrad-Grasbahnrennen auf der Nahner Waldbahn in Osnabrück-Nahne
  • Juli: Johannisstraßenfest
  • Juni-August: Osnabrücker „Sommer in der Stadt“ – Städtisches Sommerkulturprogramm
  • August: Immer am ersten Samstag: „Die Goldenen Säge“ – Das Osnabrücker Straßenmusikfest
  • Ende August: Weinfest
  • Ende August/Anfang September: Lichterfest an der Hase 2007 (findet alle zwei Jahre statt, Ausrichter sind der Stadtfeuerwehrverband Osnabrück und das THW Osnabrück)
  • Anfang September: Theaterfestival des ersten unordentlichen Zimmertheaters[42]
  • September: „jobmesse osnabrück“ – Eine Veranstaltung der jobmesse deutschland (jährlich)[43]
  • September: Bergfest am Piesberg (Piesberger Gesellschaftshaus, Museum für feldspurige Industriebahnen Osnabrück-Piesberg e.V., Museum für Industriekultur)
  • September–Oktober: inter.kult – Wochen der Kulturen (alle zwei Jahre)[44]
  • Oktober: Unabhängiges FilmFest Osnabrück
  • Oktober: „immobilien-messe osnabrück“ (jährlich)
  • Oktober: Steckenpferdreiten und „Klingendes Rathaus“ (Friedensfest und Brauchtum)
  • November: Osnabrücker Kabarettfestival
  • November: Herbstjahrmarkt
  • November: Festival des Neuen Japanischen Films (alle zwei Jahre)
  • Dezember: Weihnachtsmarkt[45] und Illumination vieler Häuser der Altstadt
  • Dezember: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)[46]
  • mehrfach jährlich: Osnabrücker Friedensgespräche[47]

Landschaftsverband Osnabrücker LandBearbeiten

Um kulturelle Belange kümmert sich unter anderem der Landschaftsverband Osnabrücker Land, ein eingetragener Verein unter Trägerschaft des Landkreises und der kreisfreien Stadt Osnabrück.

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Steinbruch am Piesberg mit der Gemeinde Wallenhorst und dem Osnabrücker Stadtteil Pye

WirtschaftBearbeiten

Bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde am Piesberg Steinkohle abgebaut. Die Zeche wurde 1898 stillgelegt und nur Restpfeiler nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1951 abgebaut.

Osnabrück ist Oberzentrum für das südwestliche Niedersachsen und Teile des angrenzenden Westfalen. Viele Menschen aus den Umlandgemeinden arbeiten in der Stadt und nutzen sie als Einkaufs- und Erlebniszentrum. Osnabrück mit seiner industriellen Prägung ist ein wichtiger Standort für die Metall- und Logistikbranche. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt.[3] Durch den Abzug der britischen Truppen im Jahr 2009 war die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gefährdet, da diese einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellten. Gleichzeitig wurden diverse Kasernenflächen frei, welche lukrative Entwicklungsmöglichkeiten versprechen, da die meist sehr zentral gelegenen Flächen als stadtnahe Wohn- oder Gewerbegebiete und vor allem als Wissenschaftsparks genutzt werden sollen.

Der Osnabrücker Arbeitsmarkt entwickelt sich im Jahr 2007 mit dem Bundestrend positiv (im Dezember 2007 Arbeitslosenquote von 7,1 % im Stadtgebiet). Damit sind Stadt und Kreis Osnabrück der Motor im westlichen Niedersachsen.

Die Stadt Osnabrück hat sehr starke Pendlerverflechtungen mit den Umlandgemeinden. Es gibt bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2012 insgesamt 51.270 Einpendler nach Osnabrück, die überwiegend aus dem Landkreis Osnabrück (in Niedersachsen) und aus dem Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen) kommen. Außerdem gibt es 20.194 Auspendler, die aus Osnabrück vor allem in den Landkreis Osnabrück und in den Kreis Steinfurt (sowie in die Stadt Münster) zur Arbeit fahren. Die stärksten Pendlerverflechtungen gibt es zwischen Georgsmarienhütte und Osnabrück (4.470 Einpendler aus Georgsmarienhütte nach Osnabrück und 2.181 Auspendler aus Osnabrück nach Georgsmarienhütte) sowie zwischen Wallenhorst und Osnabrück (4.432 Einpendler aus Wallenhorst nach Osnabrück und 1.107 Auspendler aus Osnabrück nach Wallenhorst). Mehr als je 2.000 Einpendler kommen nach Osnabrück aus Belm, Bissendorf, Bramsche, Lotte; mehr als je 1.000 Einpendler kommen nach Osnabrück aus Hagen a.T.W., Hasbergen, Ibbenbüren, Melle, Ostercappeln, Westerkappeln.

UnternehmenBearbeiten

Zu den bedeutendsten Unternehmen mit ihren Hauptsitzen in Osnabrück zählen in alphabetischer Reihenfolge:

Daneben gibt es im unmittelbaren Einzugsgebiet u.a. noch die folgenden bedeutenden Unternehmen:

MedienBearbeiten

Tageszeitungen

In Osnabrück erscheint die Neue Osnabrücker Zeitung. Sie ging 1967 aus der Fusion des 1884 gegründeten Osnabrücker Tageblatts und der „Neuen Tagespost“ hervor.

Wochen- und Monatspresse

Wöchentlich (mittwochs und sonntags) erscheint das Anzeigenblatt Osnabrücker Nachrichten. Bis Januar 2014 erschien sonntags zudem das Anzeigenblatt Osnabrücker Sonntagszeitung.
Monatlich erscheinen der Insider Osnabrück, der Eulenspiegel, das Mosquito Magazin, die Straßenzeitung Abseits!? sowie die Stadtillustrierte Stadtblatt die auch den 2 x jährlichen erscheinenden Gastronomie- und Restaurantführer Stadtblatt-live herausgibt.
Seit 2012 erscheint das Magazin Osnabrücker Wissen als Medienprojekt der Hochschule Osnabrück.

Rundfunk

Die Lokalradiosender in Osnabrück sind Radio Osnabrück 98,2 und TeutoRADIO Osnabrück. Ferner ist die Stadt ist Sitz eines Regionalstudios des NDR, das Beiträge für die Hörfunkwellen und das Fernsehprogramm produziert. Ausgestrahlt werden diese Sendungen vom Rundfunksender Schleptruper Egge in Bramsche. Darüber hinaus gibt es regionale Studios der Radiosender ffn, Hitradio Antenne und Radio 21.

osradio 104,8 ist ein Bürgerrundfunk, in dem jeder Sendungen veröffentlichen kann.

TV

  • OSNA-1-TV.de sendet u. a. live die Lokalnachrichten des osradio 104,8 und stellt diese auch als Video-on-Demand zur Verfügung.
  • os1.tv ist eine gemeinsame Firma der Neuen Osnabrücker Zeitung, Stadtwerke Osnabrück und osnatel und stellt seine Inhalte sowohl über Internet als auch analog und digital über Kabel zur Verfügung.

TelekommunikationBearbeiten

Der einzige Fernmeldeturm in Osnabrück ist der Schinkelturm, ein 1977 fertiggestellter Fernmeldeturm der DFMG, auf dem sich diverse Sender befinden. Etwa 5 Kilometer nördlich von Osnabrück befindet sich der Rundfunksender Schleptruper Egge des Norddeutschen Rundfunks auf dem Gebiet der Stadt Bramsche.

VerkehrBearbeiten

StraßeBearbeiten

Durch Osnabrück führen mehrere Bundesautobahnen: Im Nordwesten die A 1 PuttgardenSaarbrücken, im Süden die A 30 Bad OeynhausenAmsterdam und im Osten die A 33 Osnabrück–Paderborn. Ferner führt die Bundesstraße B 68 durch die Stadt. Die B 51 und die B 65 verlaufen am östlichen Stadtrand. Innerhalb des Stadtringes („Wall“, siehe oben und Innenstadt) sind einige Bereiche als Fußgängerzone ausgewiesen.

Der Neumarkt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, da hier die Fußgängerzone den Neuen Graben beziehungsweise die Wittekindstraße kreuzt und der Neumarkt insbesondere tagsüber der ZOB Osnabrücks ist. Momentan (Dez. 2013) wird der Neumarkt umfassend u.a. mit neuen Geschäfts- und Bürogebäuden umstrukturiert. Im Frühjahr 2014 soll dort ebenfalls ein Einkaufszentrum gebaut werden. Nördlich vom Neumarkt, im Bereich Wittekindstrasse und Berliner Platz, hat die moderne Baustruktur mit gläsernen Fassaden ein zu hause. Das Straßennetz in Osnabrück umfasst ca. 820 km, wovon 760 km durch die Stadt unterhalten werden. 31 km umfassen Bundesautobahnen, 12 km Bundesstraßen, Landesstraßen 15 km und Kreisstraßen 65 km.[7]

BahnverkehrBearbeiten

Der Hauptbahnhof Osnabrück wurde 1895 erbaut

Osnabrück ist Eisenbahnknotenpunkt mit einem Personenbahnhof in der seltenen Bauform eines Turmbahnhofes und einem Rangierbahnhof. Im Hauptbahnhof kreuzen sich die Bahnstrecken Hamburg – Bremen – Ruhrgebiet und Amsterdam – Hannover – Berlin. Außerdem zweigen hier zwei Strecken ab. Die eine in Richtung Südosten nach Bielefeld („Haller Willem“), die andere in Richtung Norden. Diese gabelt sich in Hesepe in zwei Strecken: einerseits die Strecke nach Wilhelmshaven über Cloppenburg – Oldenburg (Oldb), andererseits die Strecke nach Delmenhorst über Vechta. Ferner gibt es die "Tecklenburger Nordbahn" Osnabrück – Mettingen – Recke – Rheine mit Güter- und Museumszügen, für die die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn in der Diskussion ist. Im Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe ist aufgrund einer guten Wirtschaftlichkeit die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn von Osnabrück nach Recke im 30-Minuten-Takt vorgesehen.

Für die Zugverbindungen im Fern- und Nahverkehr siehe auch:

Hauptartikel: Osnabrück Hauptbahnhof

Der Osnabrücker Hauptbahnhof ist seit 2000 Heimatbahnhof der NordWestBahn. Weitere Personenbahnhöfe im Stadtgebiet sind Osnabrück Altstadt (bis Ende 2009 Osnabrück Hasetor[48]) mit Zugverkehr in Richtung Bramsche, Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta, Bremen, Rheine, Bad Bentheim, Bünde, Bielefeld, Hannover und Braunschweig sowie Osnabrück-Sutthausen mit Zugverkehr in Richtung Halle (Westf) – Bielefeld. Die Bahnhöfe Osnabrück-Eversburg, Osnabrück-Lüstringen und Osnabrück West (Hann. Bf.) werden nicht mehr bedient.

Bahnhofsfest auf dem Zechenbahnhof Piesberg

Von den Dampflokfreunden gibt es Museumsbahnfahrten auf der Strecke Osnabrück Hauptbahnhof – Osnabrück Altstadt – Osnabrück-Piesberg. Des Weiteren besteht noch die Strecke der Tecklenburger Nordbahn von Osnabrück über Westerkappeln, Mettingen nach Recke, welche zurzeit aber nur für Museumsfahrten und für den Güterverkehr genutzt wird.

Die Stadt Osnabrück ließ 1996 eine Machbarkeitsstudie von der Verkehrsconsult Karlsruhe erstellen mit dem Titel "Stadtbahn für die Region Osnabrück", worin aufgezeigt wird, wie aus den Bahnstrecken innerstädtische Streckenausfädelungen nach dem Karlsruher Modell als Stadtbahn betrieben werden können.

Nach der Stadt ist ein Intercity-Express benannt.

BusverkehrBearbeiten

Hauptartikel: Nahverkehr in Osnabrück

Den Straßenpersonennahverkehr im Stadtbereich bedienen heute neun Stadtbus-Grundlinien der Stadtwerke Osnabrück AG und eng damit verknüpft Regionalbusse der Weser-Ems Bus GmbH und weiterer Unternehmen. Bis in die 1960er Jahre war das Bild durch andere Verkehrsträger geprägt: Von 1906 bis 1960 verkehrten Straßenbahnen. 1949 wurde die erste Linie des Oberleitungsbus Osnabrück in Betrieb genommen; das Obusnetz ersetzte bis 1968 die stillgelegte Straßenbahn. Anschließend wurden die dieselbetriebenen Busse zum einzigen Verkehrsträger im Stadtgebiet. Wichtigster zentraler Umsteigeknoten neben dem Hauptbahnhof ist der Neumarkt mit mehreren überdachten Bussteigen.

Es gibt bisher keinen Verkehrsverbund mit SPNV-Integration; mit Busfahrscheinen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) können daher keine Züge benutzt werden. Ausnahme ist die Bahnlinie „Haller Willem“ nach Bielefeld, hier gilt ein besonderer VOS-Plus-Tarif. In Richtung Münsterland wird der Münsterland-Tarif angewendet – diese Bahnfahrkarten sind auch im Stadtbusnetz Osnabrück gültig.

Des Weiteren gibt es für die Eisenbahnstrecken in Osnabrück seit 2013 zusätzlich den Niedersachsentarif, der aber nicht in den Bussen gilt.

Für die weiteren Planungen ist wichtig, dass es in Niedersachsen keine Zuschüsse für Busse und keine Zuschüsse für Obusse gibt, aber durchaus Zuschussmöglichkeiten für Stadtbahnen bestehen.

Überregionale Reisebusse halten neben dem Bahnhof, in der Eisenbahnstraße. Hier fahren vor allem Linien Polen, Länder im ehemaligen Jugoslawien oder auch der ehemaligen Sowjetunion. Ein weiteres Ziel ist Berlin, welches mehrmals täglich angesteuert wird.

WanderwegeBearbeiten

Start- bzw. Zielpunkt des Hünenwegs in der Nähe des Osnabrücker Rathauses

Osnabrück ist Start- bzw. Zielpunkt mehrerer Fernwanderwege, die vom Wiehengebirgsverband Weser-Ems betreut werden, und zwar

LuftverkehrBearbeiten

  • FMO Flughafen Münster/Osnabrück

Der nächste Flughafen, ca. 30 km entfernt, ist der Flughafen Münster/Osnabrück. Lufthansa bietet mehrmals täglich Linienflüge nach/von Frankfurt und München an. Darüber hinaus gibt es Verbindungen nach Stuttgart, Zürich und London (CityJet). Turkish Airlines verbindet den FMO seit Sommer 2014 mit Istanbul. Ziele rund um das Mittelmeer, der Türkei und Ägypten werden von diversen Fluggesellschaften angeboten. Ryanair verbindet den Flughafen Münster/Osnabrück mit Barcelona (Girona) und Malaga. Vom Flughafen erreicht man Osnabrück über die Autobahnen A 1 und A 30. Es gibt eine regelmäßig verkehrende Expressbuslinie, den X150 Express-Bus, der bis zu 19x am Tag die Stadt mit dem Flughafen verbindet.

  • Verkehrslandeplatz Osnabrück-Atterheide

Im westlichen Stadtteil Atter befindet sich der Verkehrslandeplatz Osnabrück-Atterheide. Es gibt einen hauptamtlich Beauftragten der Luftaufsicht. Der Flugplatz kann ganzjährig von Flugzeugen bis 5,7 t Gesamtgewicht angeflogen werden und wird im hohen Maße von Geschäftsreisenden genutzt. Rundflüge sind hier ganzjährig möglich.

Wasserstraßen und HäfenBearbeiten

Über einen 13 Kilometer langen Stichkanal, der im Stadtteil Hafen endet, ist der Osnabrücker Binnenhafen an den Mittellandkanal angebunden.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

AllgemeinBearbeiten

In Osnabrück haben folgende Einrichtungen und Institutionen ihren Sitz:

Gymnasium Carolinum
Ratsgymnasium

BildungswesenBearbeiten

Die Universität Osnabrück mit Sitz im Osnabrücker Schloss wurde 1974 gegründet. Sie ging aus einer seit 1953 in Osnabrück bestehenden Pädagogischen Hochschule hervor.

Die Hochschule Osnabrück, gegründet 1971, entstand durch die Zusammenlegung mehrerer Einrichtungen. Zu ihnen gehörten die Höhere Landbauschule, die Höhere Gartenbauschule und die Staatliche Ingenieurschule. 2005 ging die ebenfalls 1971 aus einer Höheren Fachschule für Sozialpädagogik gegründete Katholische Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück und Vechta in der Fachhochschule Osnabrück auf, als sich die Bistümer Osnabrück und Münster aus der Trägerstiftung zurückgezogen haben. 2010 wurde mit Inkrafttreten des neuen Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) die bisherige Bezeichnung Fachhochschule in die Bezeichnung Hochschule geändert.

In Osnabrück gibt es das vollständige Angebot allgemeinbildender und beruflicher Schulen. Das Gymnasium Carolinum wurde angeblich im Jahre 804 von Karl dem Großen gegründet. Es ist eine der am längsten bestehenden Schulen Deutschlands. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Ursulaschule, die wie die Angelaschule früher ein von Ursulinen geleitetes Mädchengymnasium war. Heute sind beide Schulen vom Bistum geführte staatlich anerkannte koedukative Gymnasien. Das 1595 eingeweihte staatliche Ratsgymnasium Osnabrück ist die älteste nicht geistliche Schule der Stadt. Das Gymnasium „In der Wüste“ war im Jahr 2000 Expo-Schule. Das 1965 zunächst als 4. Jungengymnasium gegründete Graf-Stauffenberg-Gymnasium liegt am Kalkhügel. Es bietet bilingualen Unterricht. Die Gesamtschule Schinkel, eine UNESCO-Projekt-Schule, ist eine der größten Osnabrücker Schulen. Sie gehörte zu den ersten Gesamt- und Ganztagsschulen in Niedersachsen. Das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, seit 1980 im Schulzentrum Sonnenhügel untergebracht, ist eine Ganztags- und Europaschule. Von 1961 bis 1990 bestand in der Ameldungstraße das als Mädchengymnasium mit Frauenoberschule gegründete Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Zu den Privatschulen zählen eine Montessorischule und die Freie Waldorfschule Evinghausen mit dem Einzugsgebiet Osnabrücks. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde vom Magistrat der Stadt eine zweiklassige Vorschule und eine zweiklassige Hauptschule mit getrennten Geschlechtern in der Stadtmitte errichtet, die zusammen eine vierstufige Bürgerschule bildete. 1833 zog die Bürgerschule in ein neu errichtetes Schulgebäude an die Hakenstraße Nr. 10, dem ehemaligen Wohnhaus von Justus Möser. Sie erhielt 1927 den Namen Möser-Mittelschule – heute: Möser-Realschule am Westerberg.

Möser-Realschule am Westerberg

Die Theaterpädagogische Werkstatt bietet Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche an.

SportBearbeiten

ReligionBearbeiten

ChristentumBearbeiten

Dom St. Peter
Kirche St. Marien
Blick auf den Turm von
St. Katharinen
Die ehemalige Stiftskirche
St. Johann
Osnabrück, die Lutherkirche

Die Stadt Osnabrück wurde bereits 804 Sitz eines Bistums. Das zuständige Archidiakonat war die Dompropstei. Seit 1521 wurden in Osnabrück lutherische Predigten gehalten und 1543 führte die Stadt die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Der Dom St. Peter und die Kirche St. Johann blieben jedoch katholisch. Dies ist die Ursache dafür, dass die Stadt weder ganz protestantisch noch ganz katholisch wurde. Der Dom bildete das Herz des Hochstifts Osnabrück, das bis 1803 ein 'geistliches Territorium' innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation blieb. Die katholischen Bewohner unterstanden dem Hochstift, für die protestantischen Bewohner übte der Rat der Stadt die Kirchenverwaltung aus, indem er ein Konsistorium einrichtete. 1803 kam das Hochstift Osnabrück an Hannover, anschließend an Frankreich und 1813 zum Königreich Hannover. Dieses bildete 1815 für die protestantische Kirchenverwaltung insgesamt fünf Konsistorialbezirke, darunter ein lutherisches Konsistorium in Osnabrück und ein paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Konsistorium in Aurich. Die Konsistorialbezirke wurden in Superintendenturen beziehungsweise Kirchenkreise eingeteilt. Osnabrück wurde Sitz eines Kirchenkreises. 1903 wurde der Konsistorialbezirk Osnabrück aufgelöst, als alle lutherischen Gemeinden der inzwischen zu Preußen gehörigen Provinz Hannover dem Landeskonsistorium in Hannover (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers) unterstellt wurden. Osnabrück wurde später jedoch wieder Sitz eines Sprengels, der sich ebenfalls in Kirchenkreise gliedert.

Heute gehören die ev.-lutherischen Gemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, zu den Kirchenkreisen Osnabrück (betrifft die Innenstadt und die meisten Stadtteile) oder Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte im Stadtteil Osnabrück-Sutthausen innerhalb des Sprengels Osnabrück der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.

Eine reformierte Bewegung ist in Osnabrück schon seit 1788 nachweisbar. Die Gläubigen waren seinerzeit jedoch der benachbarten Grafschaft Tecklenburg angeschlossen. Erst die vermehrte Zuwanderung reformierter Gemeindeglieder im 19. Jahrhundert führte 1889 zur Gründung einer eigenständigen reformierten Gemeinde in Osnabrück, die dem Konsistorium in Aurich unterstand. Aus dem Auricher Konsistorium war 1882 die heute als Evangelisch-reformierte Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland bezeichnete Kirche entstanden, die seit den 1950er Jahren ihren Sitz in Leer hat. Die Osnabrücker reformierte Gemeinde konnte 1893 ihre eigene Kirche bauen, die Bergkirche. Sie war der erste Kirchenbau Osnabrücks nach der Reformation. 1926 entstand die Friedenskirche und in den 1960er Jahren wurden drei weitere reformierte Kirchen gebaut, die Gnadenkirche (1960), die Atterkirche (1962) und die Erlöserkirche (1966). Im Zuge einer Gemeindereform wurden die drei letztgenannten Kirchen im Dezember 2007 an die Evangelische Stiftung verkauft. Die Friedenskirche fungiert seitdem als Jugendkirche, während die Bergkirche für den sonstigen Gemeindealltag genutzt wird.[51] Die reformierte Gemeinde Osnabrück gehört heute zum Synodalverband Emsland/Osnabrück, dem VII. Synodalverband innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche.

Nachdem der Dom und die ehemalige Stiftskirche St. Johann auch nach der Reformation katholisch blieben und Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des Hochstifts Osnabrück war, lebten in der Stadt stets auch Katholiken. Das Verhältnis beider Konfessionen war in etwa ausgeglichen. Das um 780 errichtete Bistum Osnabrück war in den Wirren der Reformation stark verkleinert worden, doch bestand es stets fort.

1824, nach Auflösung des Hochstifts Osnabrück, wurde die Stadt 1824 Sitz des neu umschriebenen Bistums Osnabrück. Dieses umfasste danach den Westteil des damaligen Königreichs Hannover mit dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland. 1841 erhielt es die Jurisdiktion der Nordischen Mission Skandinaviens und 1868 der Norddeutschen Mission mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Formell wurden die deutschen Gebiete 1929 dem Bistum Osnabrück angegliedert. Es war damit das flächengrößte Bistum Deutschlands. Bis 1995 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann wurde es dem neuen Erzbistum Hamburg zugeordnet. Die Pfarreien und Gemeindeverbünde der Stadt Osnabrück gehören heute zum Dekanat Osnabrück-Stadt. Dieses umfasst auch die Gemeinde (Hasbergen), die nicht zur Stadt Osnabrück gehört.

Zum Brauchtum der Osnabrücker Katholiken gehört seit 1852 die Telgter Wallfahrt, die nach ihrer Teilnehmerzahl die zweitgrößte in Deutschland ist. Die 1899 vollendete Herz-Jesu-Kirche war der erste Neubau einer römisch-katholischen Kirche nach der Reformation.

Am 16. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Osnabrück.

Vom 21. bis 25. Mai 2008 fand in Osnabrück der 97. Deutsche Katholikentag mit 60.000 Teilnehmern statt. Bereits 1901 hatte der 48. Deutsche Katholikentag in Osnabrück stattgefunden.

Neben den großen Konfessionen gibt es auch eine alt-katholische Gemeinde[52], orthodoxe Gemeinden und verschiedene Freikirchen in Osnabrück.

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) – Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Zur eigentlichen Gemeindegründung kam es allerdings erst 1948. Dabei spielte der Flüchtlingszustrom aus den ehemals deutschen Ostgebieten eine große Rolle. Heute hat die Gemeinde 280 getaufte Mitglieder (ohne Kinder und Freundeskreis), darunter v.a. Vietnamesen, Sinti und Russlanddeutsche. Der Gottesdienst wird synchron in vietnamesisch und russisch übersetzt. Derzeitiger Gemeindepastor ist Heiko Reinecke. Die Gemeinde besitzt eine Zweiggemeinde in Diepholz.
  • Andreas-Gemeinde Osnabrück (Mülheimer Verband) – Die Andreas-Gemeinde bestand vor 1997 unter dem Namen „Christliche Gemeinschaft Osnabrück“. Die ersten Anfänge reichen in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück; die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste zunächst einige Jahrzehnte als „Hausversammlung“, seit den 1950er Jahren in eigenen Gemeinderäumen. Die Gemeindearbeit intensivierte sich und wuchs seit der Einstellung eines hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiters im Jahr 1984. Zu ihrem Umzug in den Hauswörmannsweg 90 gab sich die Christliche Gemeinschaft Osnabrück den Namen „Andreas-Gemeinde“. 2006 gründete sie eine Tochtergemeinde in Ibbenbüren (Thomas-Gemeinde). Die Andreas-Gemeinde hat derzeit etwa 140 erwachsene Mitglieder.
  • Christus-Centrum Osnabrück der Freien Christengemeinde (Pfingstgemeinde des BfP)
  • Lebensquelle – Die 2001 in Schinkel gegründete Pfingstgemeinde (BfP) feiert ihre Gottesdienste seit 2003 in einer ausgebauten Fabrikhalle und gründete vier weitere Ortsgemeinden in der Region. Lokale Bekanntheit erreichte sie Ende 2012 durch die Kontroverse um den Grundstückskauf am alten Güterbahnhof für ein neues Gemeindezentrum, durch den sich die lokale Kulturszene bedroht sieht, darunter mehrere Künstlerateliers, das Theater am Güterbahnhof[53][54] und Vertreter eines Homosexuellenverbands.[55]
  • Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)
  • Siebenten-Tags-Adventisten
  • Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  • Freikirche FIT-Gemeinde fürs Leben
  • Serbisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Georgius
  • Russisch-orthodoxe Gemeinde
  • Griechisch-orthodoxe Gemeinde von Antiochia (Rum-Orthodox) der Heiligen Mutter Gottes Maria
  • Altkatholische Kirche

Die meisten christlichen Kirchen arbeiten in der ACKOS (Arbeitsgemeinschaft der christl. Kirchen in Osnabrück) zusammen und gestalten Themengespräche zu Glaubensfragen und den alljährlichen großen ökumenischen Gottesdienst zum Osnabrücker Friedenstag am 25. Oktober. Zur 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens veranstalteten die Kirchen einen Ökumenischen Kirchentag, der auch überregional Beachtung fand.

Außerdem sind in Osnabrück die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Gemeinschaft, die katholisch-apostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas vertreten.

Panorama von Osnabrück mit den Kirchen der Innenstadt. Von links nach rechts: St. Katharinen, St. Marien, Dom St. Peter, Herz-Jesu Kirche, St. Johann und Lutherkirche

BuddhismusBearbeiten

Buddhisten haben im Buddhistischen Zentrum der Karma Kagyü-Linie eine Anlaufstelle (tibetischer Buddhismus). Für Praktiker des Zen gibt es das Zen-Dôjô (Soto-Tradition) oder auch den Zen-Kreis Osnabrück (Rinzai-Tradition). Die Gruppe 'Weg der Achtsamkeit' praktiziert den Buddhismus nach Thich Nhât Hanh.

IslamBearbeiten

Auch der Islam ist in Osnabrück vertreten. Die meisten Muslime sind türkischer Herkunft; auch Araber und Kurden bilden einen beträchtlichen Teil. Seit 2001 gibt es mit der Bascharat-Moschee (Bascharat = Gutes Omen) der Ahmadiyya Muslim Jamaat den ersten muslimischen Sakralbau in Osnabrück.

JudentumBearbeiten

Gedenktafel Alte Synagoge
Die neue Synagoge von 1969 mit Erweiterungsbau von 2008/2010

Die Alte Synagoge wurde 1906 fertiggestellt. Die Synagoge wurde in der so genannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Brand gesteckt; ihren Abriss verfügte Oberbürgermeister Erich Gaertner am selben Tag.

Der im 19. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof wurde schon im Oktober 1927 von Schülern geschändet. Im November 1938 wurden mehrere jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen jüdischer Familien verwüstet und der jüdische Friedhof geschändet. Schon Anfang 1938 wurden so genannte Judenhäuser errichtet. Am 12. Dezember 1941 verließ der erste Deportationszug mit 190 noch verbliebenen Juden die Stadt. An die Alte Synagoge erinnern Gedenkplaketten, die am Anbau des 1893 bis 1896 errichteten Regierungssitzes der damaligen Königlich-Preußischen Regierung in der „Alte-Synagogen-Straße“ angebracht wurden. Kurz vor der Plünderung umfasste die jüdische Gemeinde Osnabrück etwa 500 Mitglieder, darunter die Familie von Felix Nussbaum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch fünf Juden in Osnabrück. 1967 wurde die neue Synagoge im Stadtteil Weststadt gebaut und 1969 eröffnet. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands hatten etwa 90 Juden ihren Wohnsitz in Osnabrück. Nach dem Zuzug von Kontingentflüchtlingen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion umfasste die jüdische Gemeinde im Jahr 2005 etwa 1.544 Mitglieder. Am Gebäude der früheren Bezirksregierung Osnabrück befinden sich seit 1978 Gedenktafeln zur Erinnerung an die Alte Synagoge und deren Zerstörung. Hier wurden jedes Jahr am 9. November zum Gedenken an die Reichspogromnacht Kränze niedergelegt und das Kaddisch gebetet. 1986 wurde der jüdische Friedhof erneut geschändet. Im Jahr 2004 wurde neben dem früheren Standort der Alten Synagoge auf den Grundmauern der jüdischen Schule ein neues Mahnmal errichtet.

KulinarischesBearbeiten

WochenmärkteBearbeiten

Regelmäßig finden in den Stadtteilen Schinkel, Sonnenhügel und Schölerberg sowie auf dem Ledenhof und an der Johanniskirche Wochenmärkte statt. Besondere Tradition hat der Wochenmarkt auf dem Domhof.[56]

RestaurantsBearbeiten

Das Gourmetrestaurant „la vie“ wurde im November 2011 vom Michelin-Restaurantführer mit drei Sternen ausgezeichnet.[57] Seit November 2006 setzte der Gault-Millau-Führer Küchenchef Thomas Bühner auf Platz fünf in Deutschland und verlieh dem „la vie“ die höchste Auszeichnung von vier Hauben. Eigentümer und Mäzen des Restaurants ist der Manager Jürgen Großmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der RWE AG, Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH und Aufsichtsratmitglied der Volkswagen AG.

Regionale SpezialitätenBearbeiten

Ramanken

Die Osnabrücker gelten als norddeutsch-bedächtig und gleichzeitig erfindungsreich: Hier entstand eine Delikatesse aus der profanen Steckrübe, der „Ramanken-Eintopf“. Steckrüben – oft auch als Kohlrüben bezeichnet – werden im Raum Osnabrück Ramanken genannt und im Herbst für den traditionellen Ramankeneintopf verwendet. In dieses Gericht gehören Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Möhren, Lauch und Sellerie, den letzten Schliff geben süße gekochte Birnen.

Grünkohl

Grünkohl ist ein traditionelles Winteressen.
Alle Jahre wieder ist in der Zeit von November bis Februar in Osnabrück Grünkohlzeit. Das frühere Grundnahrungsmittel der armen Leute ist heute eine Delikatesse – vor allem in Kombination mit seinen Fleischbeilagen. Um dem Kohl seine besondere Würze zu verleihen, wird ihm beim Kochen unter anderem die beliebte Kohlwurst beigegeben. Man kann den Kohl aber durchaus auch vegetarisch zubereiten. Serviert wird Grünkohl in der Regel mit Kasseler, Kohlwurst, Pinkel (Grützwurst), frischer grober Bratwurst und Bratkartoffeln.

Wurstebrot

Diese Wurstsorte ist ein typisches Essen aus dem Osnabrücker Raum und wird, in Scheiben geschnitten und mit Schmalz oder Butter gebraten, mit Brot serviert. Die Wurst besteht aus Blut, Roggenschrot, fettem Speck, Schweinefleisch, Mehl und Gewürzen. Auch das Wurstebrot ist ein traditionelles Winteressen. Ehedem wurde dieses Produkt im Herbst zur Schlachtezeit hergestellt.

Stopsel

Ein weiteres typisches Wintergericht für diese Region ist Stopsel. Das herzhafte Stopsel wird in der Pfanne angebraten und mit Brot serviert oder gekocht, mit Worcester-Sauce abgeschmeckt und mit Kartoffeln und Rote Bete verzehrt. Bestandteile dieses Gerichts sind Schweinefleisch (u. a. gekochter Schweinekopf und Schweinepfötchen), Brühe und Grütze. Stopsel ist sehr gehaltvoll und wurde wie auch das Wurstebrot zur Schlachtezeit im Herbst hergestellt.

Pumpernickel

Pumpernickel wird in Osnabrück und Umgebung häufig als Schwarzbrot bezeichnet. Diese Brotsorte soll schon um 1450 während einer Hungersnot auf Geheiß der Stadtherren auf Kosten des Stadtsäckels Brot für die armen Leute gebacken worden sein, das „bonum paniculum“ – gutes Brot – genannt wurde. Aus diesem „bonum paniculum“ machte dann angeblich das Volk, weil es kein Latein verstand, zuerst „Bompernickel“ und später „Pumpernickel“. Heute noch gibt es in Osnabrück den alten „Pernickelturm“, hier soll der große Backofen gestanden haben, in dem das „bonum paniculum“ für die Armen gebacken wurde.

Springbrötchen

Springbrötchen

Springbrötchen haben ihren Namen von der aufgesprungenen Gebäckoberfläche. Es ist eine Brötchenspezialität aus dem Raum Osnabrück und wird auch nur hier angeboten. Die aufgesprungene Oberfläche entsteht durch verschiedene Streichen, die auf den fertigen Teig aufgetragen werden. Die Fettstreiche enthält dazu noch das Lockerungsmittel ABC-Trieb (Hirschhornsalz), was dem Ganzen einen leicht laugigen Geschmack verleiht.[58]

Hedeweggen

Hedeweggen (niederdeutsch für „heiße Wecken“, die gleichwohl in der Regel kalt verzehrt werden) sind ein dem Rosinenbrötchen ähnliches Gebäck. Es enthält aber einen etwas höheren Fettanteil und neben den Rosinen auch noch Zitronat. Es wird in Osnabrück gerne zu Tee und Kaffee gereicht und ist vor allem in der Karnevalszeit beliebt.

SpracheBearbeiten

Hauptartikel: Ostwestfälisch

Der heutige Osnabrücker Dialekt weicht als die fast ausschließlich noch gesprochene Umgangssprache von der hochdeutschen Aussprache nur sehr wenig ab.

Verkürzungen

Gekennzeichnet ist der hochsprachliche Osnabrücker Dialekt vor allem durch eine Verkürzung der Endsilben, z. B.: „Ich komm gleich“, „Wir fahrn nach Ibo(r)ch“ oder „ha(h)m“ (haben). Auch tritt das Phänomen auf, dass in der Umgangssprache Adverbien zu Adjektiven verwandelt werden können: So zum Beispiel für „zue Türen“, „auffe Fenster“ oder „appe Beine“.

Lenisierung

Sehr häufig ist auch noch die binnendeutsche Konsonantenschwächung der Plosivlaute bzw. Fortes g und t zu ch und d, wenn diese stimmlos sind (kenntlich etwa an Wörtern wie IburgIburch, KriegKriech, LeuteLeude, bittebidde für t → d), sowie die Verschmelzung (Kontraktion) von st bzw. sd zwischen zwei Vokalen zu einem scharfen ss (hast duhassu, musst dumussu, ist dasissas) dort, wo etwa das Berlinerische den zweiten Vokal zu einem kurzen e macht (hast duhaste, musst dumusste), was mit der generellen Weglassung von t bei Wörtern wie nichtnich, istis zusammenhängt. Ähnlich verschmelzen auch habe ichhabbich und haben wirhamma.

Aussterben des s-pitzen S-teins

Das ursprüngliche Niederdeutsche in Osnabrück kannte kein anlautendes sch vor Konsonanten und hatte stattdessen ein scharfes s. Nur noch sehr vereinzelt kann ein scharfes s bei st oder sp beobachtet werden.

PersönlichkeitenBearbeiten

mit den Söhnen und den Töchtern der Stadt sowie den Ehrenbürgern

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

Die Stadt Osnabrück vergibt mehrere Auszeichnungen an verdiente Bürger der Stadt und andere Persönlichkeiten.

SonstigesBearbeiten

  • In den letzten Jahren ist die Stadt mit einem Umstand in den Blickpunkt der Medien gekommen, der ein gewisses Alleinstellungsmerkmal ausmacht. Es wird über eine „Siebenschläfer-Plage“ berichtet. Ob nun Plage oder nicht, Osnabrück hat wohl als einzige deutsche Stadt einen „Siebenschläfer-Fänger“, der die störenden Tiere einfängt und sie weit außerhalb der Stadt wieder aussetzt.[59][60]
  • Nach einer Umfrage des Magazins Stern aus dem Jahr 2003, leben in Osnabrück die zufriedensten Deutschen.[61]
  • Unter dem Namen Osnaburgs war in den angelsächsischen Ländern im 18. und 19. Jahrhundert eine grob gewebte Arbeitskleidung weit verbreitet, deren Ursprung vermutlich in der Osnabrücker Textilherstellung zu suchen ist.[62]

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Philippi: Zur Verfassungsgeschichte der westfälischen Bischofsstädte – mit urkundlichen Beilagen. Osnabrück 1894.
  • Erich Keyer: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1952.
  • Gisela Wilbertz: Hexenprozesse und Zauberglaube im Hochstift Osnabrück. In: Osnabrücker Mitteilungen. 84 (1978), S. 33–50.
  • Karl Georg Kaster Osnabrück. 1200 Jahre Fortschritt und Bewahrung. Nürnberg 1980.
  • Peter Junk, Martina Sellmer: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Entrechtung, Vertreibung, Vernichtung. Juden in Osnabrück 1900–1945. Bramsche 1988.
  • Ludwig Hoffmeyer: Chronik der Stadt Osnabrück. 6. Auflage. Osnabrück 1995.
  • Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Der Hasefriedhof in Osnabrück. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, 2000.
  • Heinz Jürgen Stebel: Die Osnabrücker Hexenprozesse. 3. Auflage. Wenner, Osnabrück 2003.
  • Wido Spratte: Im Anflug auf Osnabrück. Die Bombenangriffe 1940–1945. Osnabrück 2004.
  • Andreas O'Brien, Holger Raddatz: Die verbunkerte Stadt. Luftschutzanlagen in Osnabrück und Umkreis, ISBN 978-3-8370-7545-8.
  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein … Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. Münster 2004.
  • Stefan Kröger: Das Osnabrück Lexikon. Ein unterhaltsames Nachschlagewerk für Stadt und Land. Osnabrück 2004.
  • Stefan Kröger: Osnabrück – Eine illustrierte Geschichte der Stadt. Osnabrück 2005.
  • Gerd Steinwascher (Hrsg.): Geschichte der Stadt Osnabrück. Osnabrück 2006.
  • Oliver Falkenberg/Linda Sundmaeker/Torsten Krüger: Osnabrück – Ein Porträt (deutsch/englisch/französisch/niederländisch), Edition Temmen 2008, ISBN 978-3-86108-966-7.
  • Bettina Meckel: Osnabrück und Umfeld. Wenner, Osnabrück 2010, ISBN 978-3-87898-417-7.
  • Hermann Kuhl, Jörg Frenzel: "Architekturführer Osnabrück", Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-278-3.
  • Edgar Schroeder: Osnabrück im 19. Jahrhundert. Droste, Düsseldorf 1995, ISBN 3-7700-1039-6.
  • Hauke Haubrock, Andreas O´Brien: Der Luftschutzstollen am Kalkhügel – Ein ehemaliger Luftschutzbunker in Osnabrück. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1154-4.
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Geografie, Stadtbild und Stadtgliederung

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WeblinksBearbeiten

Schild des Osnabrücker Lands Portal:Osnabrücker Land – Das Wikipedia-Portal zum Einstieg in weitere Artikel

 Commons: Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Osnabrück – Reiseführer
 Wikisource: Osnabrück – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Griesert: neuer Oberbürgermeister bei osnabrueck.de
  3. a b c Staedtereport_Osnabrueck_okt_2009.pdf (application/pdf-Objekt; 106 kB)
  4. Osnabrück: Lebendiges Zentrum im Osnabrücker Land www.osnabruecker-land.de
  5. Stadtporträt: Osnabrück stellt sich vor
  6. Friedensstadt Osnabrück: Der Westfälische Friede
  7. a b Geographische Lage Osnabrücks (PDF; 29 kB)
  8. Friedensstadt Osnabrück: Wälder und Seen
  9. Niederschlagsmengen in der Bundesrepublik Deutschland Regenwassernutzung, Kunststoffbehälter, Regenwassernutzungsanlage, Lagertank, Regenwasseranlage, Tank.
  10. Klimatabelle Osnabrück – Deutschland und Klimadiagramm Osnabrück
  11. Friedensstadt Osnabrück: Gewässer
  12. Das Städteranking 2012 – Niveauranking, sortiert nach Pendlersaldo
  13. Deutschland: Agglomerationen
  14. 26. Hansetag der Neuzeit in Osnabrück
  15. Neue Osnabrücker Zeitung, 29. Dezember 2010, S. 18, „Wo einst die Lepenau-Villa stand
  16. Udolphs Fakten und Recherchen: Ortsnamen mit O ndr.de
  17. Erläuterungen zum Stadtplan von Wenzel Hollar aus dem Jahr 1633
  18. Luftschutzbunker in Osnabrück
  19. „Tapferer Rentner rettet Soldaten – Britische Garnison in Osnabrück wird 1989 und 1996 Ziel von IRA-Anschlägen“, in: Neue Osnabrücker Zeitung vom 25. September 2008 (PDF; 860 kB)
  20. „Ende eines langen Abschieds – Britische Garnison gestern offiziell aufgelöst“, in: Neue Osnabrücker Zeitung vom 1. April 2009
  21. Osnabahn.de
  22. [1]
  23.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
  24. osnabrueck.de
  25. Ergebnis der Stichwahl am 6.Oktober 2013
  26. Das Heger-Tor auf der offiziellen Seite der Stadt Osnabrück
  27. Das Heger Tor
  28. Botanischer Garten der Universität Osnabrück Website Botanischer Garten der Universität Osnabrück. Abgerufen am 24. November 2013.
  29. Stadt Osnabrück: Ältester Park mit wertvollem Baumbestand
  30. Ostensibles e.V.
  31. Internetauftritt des Osnabrücker Symphonieorchsters
  32. Selbstverwaltetes Zentrum SubstAnZ
  33. Kulturschutzgebiet Petersburg
  34. Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum
  35. Museum am Schölerberg
  36. Museum für feldspurige Industriebahnen Osnabrück – Piesberg e.V.
  37. Sozialdemokraten gedenken auch Opfern aus den eigenen Reihen 20. Juli: Osnabrücker SPD setzt Zeichen für Opfer der „Aktion Gewitter“. Website der Friedensstadt Osnabrück.
  38. Stolpersteine in Osnabrück
  39. Ossensonntag statt Ossensamstag?
  40. Homepage des European Media Art Festivals
  41. „Afrika in Osnabrück“ im Juni ein großer Erfolg
  42. Homepage des unordentlichen Zimmertheaters
  43. Homepage der Job-Messe Osnabrück
  44. "Wochen der Kulturen" starten ihr umfangreiches Programm
  45. Weihnachtsmarkt in Osnabrück
  46. Informationen zum Großtauschtag für Briefmarken und Münzen
  47. Osnabrücker Friedensgespräche
  48. Fahrplanänderungen – Bahnhof Osnabrück-Hasetor wird umbenannt
  49. Wiehengebirgsverband Weser-Ems e.V. Wegeübersicht. Website Wiehengebirgsverband Weser-Ems. Abgerufen 24. November 2013.
  50. Deutsche Bundesbank Filiale Osnabrück. Website Deutsche Bundesbank. Abgerufen am 24. November 2013.
  51. Gemeindereform der ev.-ref. Gemeinde Osnabrück
  52. Alt-Katholische Gemeinde Hannover Niedersachsen in Osnabrück. Website Alt-Katholische Gemeinde Hannover Niedersachsen. Abgerufen 24. November 2013.
  53. Streit um Osnabrücker Kultur-Ort – Ein Freiraum verschwindet. Tageszeitung (taz), 4. Dezember 2012
  54. Jörg Sanders: Protest gegen Aktion der Freikirche Lebensquelle am Osnabrücker Bahnhof. Neue Osnabrücker Zeitung, 29. Mai 2013
  55. Birgit Viebrandt: Osnabrücker „Lebensquelle“ erregt die Gemüter. Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen, 10. Juni 2013
  56. Wochenmärkte in Osnabrück
  57. Jürgen Dollase: Es regnet Stars., faz.net vom 7. November 2011, abgerufen am 8. November 2011
  58. Rezept zum Springbrötchen
  59. Deutschlandfunk (abgerufen am 20. Juli 2010)
  60. ShortNews (abgerufen am 20. Juli 2010)
  61. Online-Umfrage: "Perspektive Deutschland": stern-Umfrage: In Osnabrück leben die zufriedensten Deutschen – Stern Presse | STERN.DE
  62. Englischsprachiger Wikipedia-Artikel zu Osnaburg, abgerufen 21. Mai 2014
  63. Die Osnabrücker Hütte
  64. Sicher und schnell: Zahlen per Smartphone | NOZ.de







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