Glaubensgemeinschaft

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Eine Glaubensgemeinschaft oder auch Religionsgemeinschaft ist eine Organisation, die die gemeinschaftliche Ausübung einer Religion bezweckt.

ChristentumBearbeiten

Die erste christliche Gemeinde entstand in Jerusalem kurz nach Jesu Auferstehung. Im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden weitere Gemeinden, zunächst in Israel durch Anhänger Jesu, danach über die Grenzen Israels hinaus. Besondere Erwähnung findet die Gemeinde in Antiochien (damals Syrien, heute Türkei). Schon im Laufe des 1. Jahrhunderts sind Gemeinden in Rom, Ephesus und anderen Orten in Kleinasien, Phrygien, Bithynien und am Schwarzen Meer belegt, auch in ländlichen Gebieten und außerhalb des römischen Reiches in Ostsyrien.

Manche christliche Religionsgemeinschaften werden als Kirche bezeichnet. Kirchen, denen große Teile der Bevölkerung eines Landes angehören, heißen Volkskirche; daneben gibt es Freikirchen. Die größte christliche Glaubensgemeinschaft ist die Römisch-Katholische Kirche. Sie war in vielen Ländern / Staaten Staatskirche oder hatte einen ähnlichen Status. Die am schnellsten wachsende Gemeinde der letzten 100 Jahre ist die Pfingstbewegung.

Andere ReligionenBearbeiten

Die Selbst- und Fremdbezeichnungen für nicht-christliche größere Religionsgemeinschaften differiert je nach Religion.

Das trifft auch auf kleinere Religionsgemeinschaften zu. Einige Gruppierungen wie die Vereinigte Kirche des fliegenden Spaghettimonsters Österreich[1] und die Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich[2] werfen die grundsätzliche und durchaus kontroverse Frage auf, ob auch sie eine Glaubensgemeinschaft sind.

Sekte/Neureligiöse BewegungBearbeiten

Manche Glaubensgemeinschaften werden – egal ob christlich oder nicht – traditionell als Sekte bezeichnet. Die Verwendung des Begriffs wird von den Angehörigen dieser Gemeinschaften häufig als diskriminierend empfunden. Auch wird das Fehlen von sachgerechten Abgrenzungskriterien bemängelt. In jüngerer Zeit hat sich daher als Alternativbezeichnung der Begriff der Neureligiösen Bewegung etabliert, wobei dieser unscharf auch für Strömungen verwendet wird, die sich als Alternative zu den Religionen sehen.

FinanzierungBearbeiten

Religionsgemeinschaften können sich durch unterschiedliche Modelle finanzieren. Neben freiwilligen Spenden oder Steuern der Mitglieder gibt es das Modell der Kirchensteuer (z. B. in Deutschland und Österreich) und das Modell der Mandatssteuer (z. B. in Spanien) - vgl. Kirchenfinanzierung.

Spannungsverhältnis zwischen Staat und ReligionsgemeinschaftenBearbeiten

Axel Freiherr von Campenhausen, ein emeritierter deutscher Hochschullehrer und Kirchenrechtler, veröffentlichte 2008 einen grundlegenden Aufsatz.

Er schrieb darin unter anderem:

„Das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften ist zu allen Zeiten und in allen Ländern immer auch ein Rechtsproblem. Der Staat ist Herr der weltlichen Rechtsordnung und versteht sich als Hüter des Friedens. Er nimmt seine Einwohner als Bürger in Anspruch. An dieselben Menschen richten sich religiöse Botschaften, die auch das Handeln der Menschen in der Welt betreffen. Staat und Religionsgemeinschaften stehen deshalb immer in einem Verhältnis der Auseinandersetzung, Abgrenzung und Spannung. Das Verhältnis von Staat und Kirche (oder Religionsgemeinschaften) im Sinne eines geordneten Gegenübers von weltlichem Gemeinwesen und rechtlich selbständigen Religionsverbänden ist eine Besonderheit der christlich-abendländischen Welt, denn gerade das Christentum hat diese Unterscheidung hervorgebracht.[3]

Dieses Spannungsfeld ist im Staatskirchenrecht (oder: Religionsverfassungsrecht) geregelt. Dieses ist der Teil des staatlichen Verfassungsrechts, der die Beziehungen des Staates zu den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften regelt. (siehe auch Staat und Kirche)

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Religionsgemeinschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vereinigte Kirche des fliegenden Spaghettimonsters Österreich
  2. Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich
  3. Aufsatz in Humboldt Forum Recht (2008): Staat und Religion nach dem Grundgesetz (pdf, 5 Seiten)







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