Rotfuchs

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rotfuchs (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rotfuchs
Rotfuchs (Vulpes vulpes)  Bellender Fuchs?/i

Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Bellender Fuchs?/i

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Rotfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes vulpes
(Linnaeus, 1758)

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Füchse und wird daher meistens als „der Fuchs“ bezeichnet. Er ist in Europa der häufigste Wildhund.

MerkmaleBearbeiten

Rotfuchs in einem dänischen Tierpark

Allgemeine MerkmaleBearbeiten

Skelett (Lomonossow-Universität, Moskau)

Die Körpermaße des Rotfuchses sind geographisch und jahreszeitlich starken Schwankungen unterworfen. Das Körpergewicht liegt durchschnittlich für Männchen im Bereich 5,5 bis 7,5 kg, für Weibchen bei 5 bis 6,5 kg. Schwerere Tiere (bis 14,5 kg) sind selten. Die Körperlänge (ohne Schwanz) beträgt für Männchen 65 bis 75 cm, für Weibchen 62 bis 68 cm, die Schwanzlänge entsprechend 35 bis 45 cm bzw. 30 bis 42 cm (jeweils Durchschnittswerte für europäische Füchse).[1]

Das Fell ist oberseits rötlich, unterseits weiß; der Farbton variiert je nach Verbreitungsgebiet oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun und unterseits zwischen reinweiß und schiefergrau. Die unteren Teile der Beine sowie die Hinterseiten der Ohren sind schwarz gefärbt. Daneben gibt es abweichende Farbvarianten, z. B. den Kreuzfuchs, der einen schwarzen Streifen auf dem Rücken trägt (→ Kreuzfuchsfell). Der Silberfuchs ist dunkelgrau bis schwarz (→ Silberfuchsfell), der Brandfuchs weist eine dunkle Kehle sowie Schulterpartie auf, der Kohlfuchs ist noch dunkler, der Birkfuchs dagegen besonders hell.

SpurenBearbeiten

Trabspur
Losung

Folgende Gangarten treten beim Rotfuchs auf:

  • Trab: Die Abdrücke der Hinterpfoten befinden sich schräg versetzt vor denen der etwa gleich großen Vorderpfoten, dabei ist die Körperhaltung leicht schräg zur Fortbewegungsrichtung.
  • Schneller Trab („Schnüren“): der Fuchs setzt die Pfoten so, dass die linke Hinterpfote in den Abdruck der rechten Vorderpfote tritt und umgekehrt. Damit ergibt sich eine Spur, bei der die Abdrücke wie an einer Schnur mit einem Abstand von etwa 30 cm angeordnet sind.
  • Flucht: mit verschiedenen Trittbildern und wechselnden Schrittlängen.

Der einzelne Abdruck mit Hauptballen, vier Zehenballen und Krallen ähnelt dem eines kleinen Hundes, unterscheidet sich aber in folgender Merkmalskombination:[2][3][4][5]

  • der Abdruck vom Fuchs ist länglicher / ovaler (kann im Winter durch stärkere Behaarung aber auch rundlich aussehen),
  • die Trittballen der beiden vorderen Zehen sind vorgeschoben, ihre Hinterränder liegen etwa auf einer Linie (oder etwas darüber) mit den Vorderrändern der Außenzehenballen (beim Hund schneidet die Linie meistens),
  • der Hauptballen (hinten) ist eher rund, beim Hund eher herzförmig,
  • der Zwischenraum zwischen Zehen- und Hauptballen ist relativ groß, da der Hauptballen weiter hinten liegt als beim Hund.

Der Abdruck einer (Haus-)Katze ist etwas kleiner, rundlicher und weist meist keine Krallenabdrücke auf.

StimmeBearbeiten

Füchse verfügen über eine Reihe unterschiedlicher Laute:[3][6]

  • Drei- bis fünfsilbiges Bellen (heiserer als Hunde) „wow-wow-wow“ mit Betonung der letzten Silbe ist vor allem von Dezember bis Februar zu hören („Ranzbellen“) und dient vermutlich dem Kontakthalten über größere Distanzen;
  • langgezogenes, einsilbiges Schreien oder „Jammern“ („waaah“), oft in der Paarungszeit, kann von beiden Geschlechtern gebracht werden, vermutlich besonders von den Fähen zum Anlocken der Rüden;
  • trillerartiger Laut (ähnlich einem Hühnerglucken) oder Winseln (vor allem des untergeordneten Tiers), das sich bis zum Kreischen steigern kann, bei der Begrüßung von Alttieren untereinander;
  • Keckern (tonlos „k-k-k-k“) bei aggressiven Auseinandersetzungen, bei Welpen im Spiel und bei Fähen, die einem werbenden Rüden antworten;
  • leises, raues Geräusch ähnlich einem Pusten bei der Begrüßung von Jungtieren durch Alttiere;
  • Alarmbellen der Alttiere, um die Jungen zu warnen: im Nahbereich ein gedämpftes Husten, bei größerer Distanz Übergang zu scharfem Bellen.

Verbreitung und LebensraumBearbeiten

VerbreitungsgebietBearbeiten

Verbreitungsgebiet des Rotfuchses
Im Schnee liegender Rotfuchs auf Hokkaidō, Japan

Von allen wildlebenden Fleischfressern haben Rotfüchse das größte geographische Verbreitungsgebiet: Sie können sowohl nördlich des Polarkreises als auch in fast tropischen Gebieten leben. In Nordamerika kommen sie von den Aleuten bis Neufundland vor – mit Ausnahme von Arizona, Süd-Florida und einem Streifen von Alberta bis Mexiko. Rotfüchse besiedeln Eurasien von Irland bis zum Beringmeer.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Rotfüchse zur traditionellen Fuchsjagd aus England nach Australien importiert. Die dort heimischen langsamen Beuteltiere waren an die Neubesiedler nicht angepasst und wurden leichte Beute. Heute ist ganz Australien bis auf das Northern Territory und die nördlichen Teile von Queensland von Füchsen besiedelt. 1893 wurden die ersten Kopfgelder ausgesetzt.[3] Die Bekämpfung von Füchsen in Australien erfolgt derzeit unter anderem mit Giftködern.[7][8]

LebensraumBearbeiten

Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Siedlungsgebiete sind unterschiedlich geeignete Lebensräume für die Rotfüchse.

Die ersten Stadtfüchse wurden in den 1930ern in Londoner Vororten mit hohem Grünflächenanteil bekannt.[3] Ab den 1980er Jahren traten vermehrt Berichte von Fuchsbeobachtungen in Großstädten auf dem europäischen Festland auf (z. B. in Berlin, Oslo, Zürich), die aber zunächst nur als Einzelfälle gewertet wurden. Inzwischen sind Füchse wahrscheinlich in den meisten Städten präsent, aber nicht überall in hohen Dichten. Die Stadt bietet für Füchse folgende Angebote:

  • Bereiche ohne menschliche Störung (Nachts: Friedhöfe, Parks)
  • Kleinräumige Strukturen
  • Reiches Nahrungsangebot: Komposthaufen, Essensreste, Früchte, Insekten, Mäuse, Ratten
  • Sichere Rückzugsplätze (Schuppen, Holzstapel)
  • Keine großflächige Bejagung.

Auch von anderen Wildtieren wie Steinmarder, Elster und Rabenkrähe ist aus ähnlichen Gründen eine Verstädterung bekannt.[9]

Während die Streifgebiete der Füchse in ländlichen Gegenden recht groß sein können (z. B. ca. 115-350 Hektar im Schweizer Jura oder bis 2000 Hektar in Kanada), ist das Revier von Stadtfüchsen deutlich kleiner. Eine Zürcher Studie ermittelte im Schnitt bei 20 untersuchten Tieren ca. 30 Hektar, die intensiv genutzten Bereiche waren sogar oft nur wenige Hektar groß.[10] Für Berlin wird geschätzt, dass ein Fuchspaar auf etwa 100 Hektar lebt.[11] Die geringe Größe der Streifgebiete zeigt, dass die Stadt offenbar günstige Lebensgrundlagen bereitstellt. Demgegenüber wurden im Nationalpark Bayerischer Wald mit hohem Waldanteil Streifgebietsgrößen von durchschnittlich 430 ha ermittelt, wobei die Rüden größere Streifgebiete hatten als die Fähen.[12]

LebensweiseBearbeiten

Fortpflanzung und EntwicklungBearbeiten

Rotfüchse bei der Paarung, das Bild zeigt das so genannte „Hängen“.
Rotfuchs-Jungtier

Der Rotfuchs wird mit etwa 10 Monaten geschlechtsreif. Füchse paaren sich nur einmal im Jahr in der sogenannten Ranzzeit. Da der Rüde von Dezember bis Anfang März befruchtungsfähig ist, die Fähe hingegen nur zwei bis drei Tage im Januar/Februar (März), folgt der Rüde über einen längeren Zeitraum einer auserwählten Fähe, um ihr Abwehrverhalten genau zu diesem Zeitpunkt überwinden zu können. Mehrere Begattungen erhöhen den Erfolg der Befruchtung; je nach Sozialstruktur der Fuchspopulation paart sich der Rüde auch noch mit anderen Fähen bzw. die Fähen mit mehreren Rüden. Daher kann ein Wurf Jungfüchse verschiedene Väter haben. Wie bei vielen Hundeartigen (z. B. auch beim Wolf) wird die Paarung durch das sogenannte „Hängen“ abgeschlossen, wobei der angeschwollene Penis des Männchens noch 20 bis 30 Minuten lang in der Vagina des Weibchens gehalten wird. In dieser Zeit bleibt das Paar – in entgegengesetzte Richtungen blickend – fest verbunden.[3][6]

Füchse und Hunde lassen sich aufgrund verschiedener Chromosomenzahlen (Rotfuchs: 34 bis 38, Haushund: 78 Chromosomenpaare) nicht kreuzen, obwohl beide zur Familie der Hundeartigen gehören.[3]

BauanlageBearbeiten

Eingang eines Fuchsbaus

Der meist umfangreiche Bau besitzt neben der Hauptröhre mehrere Fluchtröhren. Die beim Graben anfallende Erde wird zum Ausgang befördert und dort nach allen Seiten verstreut, so dass sich ein fächerförmiger Wall um den Eingang bildet. Allerdings wird nicht immer ein großer Bau gegraben; Füchse nehmen auch einfache Behausungen unter Gartenhäusern, Baumstümpfen oder Felsspalten für die Jungenaufzucht an. Zudem können sie alte Baue von Dachsen übernehmen; wenn der Bau groß genug ist, kommt es auch vor, dass Fuchs und Dachs gemeinsam darin wohnen (sog. „Burgfriede“,[13] vgl. auch Absatz Beziehungen zu anderen Arten).

Besetzte Fuchsbaue erkennt man an herumliegenden Beuteresten, dem blanken Sandboden und Fußspuren. Der typische Fuchsgeruch wird in der Literatur oft als „durchdringlicher Raubtiergeruch“ oder ähnlich beschrieben, allerdings ist das Empfinden von Gerüchen stark vom Beobachter abhängig.[14] Der Geruch am Bau kann auch von Harnmarkierungen am Eingang verursacht sein und bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass sich gerade ein Fuchs im Bau befindet.

JungenaufzuchtBearbeiten

Fuchswelpen vor ihrem Bau
Fähe spielt mit Jungen

Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen gebiert die Fähe durchschnittlich vier bis sechs Junge. Die Anzahl der Jungfüchse ist abhängig

  • vom Nahrungsangebot: je mehr Nahrung, desto mehr Jungfüchse;
  • von der Sozialstruktur der jeweiligen Fuchspopulation: je stabiler, desto weniger Jungfüchse;
  • von der Sterblichkeitsrate der Population: je höher (z. B. durch starken Jagddruck), desto mehr Jungfüchse.

Nicht jede Fähe bringt jedes Jahr Junge zur Welt. Generell beteiligen sich weniger junge Fähen an der Fortpflanzung als ältere: In Gebieten, wo Fähen in stabilen Familiengruppen leben, dürften die meisten unfruchtbaren Weibchen rangniedrigere Gruppenmitglieder sein. In Bereichen, wo Fähen üblicherweise abwandern, sind dies meist die jüngeren; diese können dann häufig kein Territorium ergattern und ziehen daraufhin keine Jungen auf.[3]

Die ca. 80 bis 160 Gramm schweren Fuchswelpen werden mit geschlossenen Augen geboren und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen die Augen. Sie werden vier bis sechs Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden; die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Farbe.

Sobald die Milchzähne hervortreten, haben die Jungfüchse ein starkes Bedürfnis, auf geeigneten Gegenständen herumzukauen (bei Stadtfüchsen z. B. Schuhe). Im Alter von etwa 25 Tagen entwickeln sie eine Hierarchie untereinander.

In den ersten Wochen nach der Geburt verlässt die Fähe selten den Bau. Insbesondere in dieser Zeit versorgt der Rüde die Fähe mit Nahrung.[1][10][6] Zwar kann die Fähe die Welpen auch allein aufziehen, die Betreuung durch beide Elterntiere (oder Verwandte, siehe unten) erhöht jedoch Überlebenschancen der Welpen. Das teilweise beobachtete Vorherrschen der Aufzucht durch Fähen kann daran liegen, dass bei Treibjagden im Winter mehr Rüden geschossen werden als Fähen, sowie am Auftreten von Polygamie.[6]

Insbesondere die Rüden verlassen im Zeitraum September bis November das elterliche Revier, während die Fähen manchmal bei den Eltern bleiben und im nächsten Jahr bei der Aufzucht der Jungtiere der Eltern mithelfen. Auch hier gibt es starke Unterschiede in Abhängigkeit vom Aufbau der Sozialstruktur der lokalen Fuchspopulation.[3]

LebenserwartungBearbeiten

Toter Fuchs am Straßenrand (Oberösterreich)

Die ältesten Wildtiere sind etwa zehnjährig.[1] Die Lebenserwartung unterscheidet sich je nach Population und verschiedenen Umweltfaktoren (Grad der Bejagung, Verkehrsdichte u. a.). Bei der Interpretation von Angaben zur Altersstruktur ist zu berücksichtigen, dass diese meist auf Todfunden beruhen und daher ein verzerrtes Bild geben können, da geschossene Füchse wesentlich eher gefunden werden als Krankheitsopfer und da bei der Jagd erlegte Füchse wahrscheinlich jünger sind als der Populationsdurchschnitt.[1]

Die meisten Füchse sterben, bevor sie ein Jahr alt werden; häufig sind ca. 95 % der Tiere einer Population nicht älter als vier Jahre.[3] Vor allem im Herbst und im Winter ist die Mortalität der Jungfüchse aufgrund der starken Bejagung und der Wanderung (erhöhte Zahl von Verkehrsopfern) hoch.[6]

In Bristol betrug das Durchschnittsalter der Population vor einem großen Räude-Ausbruch 18 Monate.[15] Ähnlich war die Altersverteilung bei einer Probe von 1.110 toten Füchsen während einer Zeit starker Bejagung aus London, das Durchschnittsalter war hier mit 14 Monaten sogar noch etwas geringer. In ländlichen Regionen Englands waren bis zu 80 % der getöteten Tiere jünger als 1 Jahr.[16] Die bisher jüngste Population wurde in Iowa dokumentiert, als sieben Jahre lang doppelte Prämien für Fuchsfelle gezahlt wurden: 84 % der erlegten Füchse waren jünger als ein Jahr.[3]

Soziale Stellung und Alter hängen zusammen: Dominante Stadtfüchse in Bristol waren mit durchschnittlich 4,5 Jahren älter als subdominante Tiere mit durchschnittlich 2,1 Jahren. In Gefangenschaft können Füchse bis zu 14 Jahre alt werden.[16]

SozialstrukturBearbeiten

Füchse galten bis in die 1970er Jahre als Einzelgänger, die in Territorien leben und diese gegen Artgenossen verteidigen. Man nahm an, dass sich Fähen und Rüden nur zur Paarung treffen und dann wieder getrennte Wege gehen. Da Füchse sich von kleinen Beutetieren (vor allem Mäusen) ernähren und somit nicht auf ein gemeinsames Erbeuten der Nahrung angewiesen sind (wie etwa Wölfe), schien ein ausgeprägtes Sozialleben nicht notwendig. Ende der 1970er zeigten dann englische Studien bei Oxford[3], dass Füchse dort in Familiengruppen lebten und ein ausgeprägtes Sozialleben zeigten. Ähnliches ist inzwischen aus weiteren Gebieten bekannt geworden (z. B. in Zürich[10]).

Die Familiengruppen sind in einem gemeinsamen Territorium unterwegs, das sie gegen fremde Artgenossen verteidigen. Zu einer solchen Gruppe gehören meist ein Rüde und eine Fähe, die sich fortpflanzen, sowie weitere erwachsene Füchse, oft Schwestern und Töchter der sich fortpflanzenden Fähe. In Zürich hielten sich neben dem Vater aber auch noch weitere Rüden im Gebiet auf.[10] Diese nahen Verwandten sind bei der Jungenaufzucht behilflich: „Tantenrolle“ bei Abwesenheit der Mutter, Bewachen, Säugen bis hin zur Übernahme der vollständigen Elternfunktion bei deren Tod.

Während der Nahrungssuche sind Füchse meist als Einzelgänger unterwegs. Untersuchungen bei Bristol ergaben, dass sich ein Fuchs mit jedem anderen Familiengruppenmitglied durchschnittlich eineinhalb bis zwei Mal in 24 Stunden traf; die meisten dieser Treffen verliefen freundschaftlich. Im Winter fanden Treffen häufiger statt, vor allem nachts. In dieser Zeit können die Auseinandersetzungen zunehmen, da die Paarungszeit (Ranz) in den Winter fällt und auch ein Teil der Jungfüchse abwandert.

Allgemein passen Füchse ihre Sozialstruktur den Lebensbedingungen an. Sind gute Nahrungsressourcen vorhanden, können viele Füchse in einem Gebiet leben, und es kommt zur Bildung von Familiengruppen. Diese sind demnach nicht nur auf Städte beschränkt, sondern können auch in geeigneten ländlichen Gebieten (wie im Schweizer Jura[10]) vorkommen. Eine Untersuchung im waldgeprägten Bereich des Feldberges in Baden-Württemberg ergab andererseits keine Hinweise auf das Vorhandensein von sozialen Gruppen: Die sieben erwachsenen telemetrierten Füchse verhielten sich ortstreu, die Streifgebiete überlappten sich. Das Ausmaß der Überlappung variierte von geringfügigen Überschneidungen bis zu fast identischen Streifgebieten. Gegenseitiges Meideverhalten, Territorialität sowie ein Zusammenschluss zu sozialen Gruppen wurde nicht festgestellt. Fälle von häufigeren Begegnungen konnten mit der gemeinsamen Nutzung bestimmter Bereiche erklärt werden.[17]

NahrungBearbeiten

Fuchs auf „Kaninchenjagd“
Fuchs mit gefangener Maus

Der Rotfuchs weist beim Beutefang einige Ähnlichkeiten mit Katzen auf:[10] Er klettert besser als andere Hundeartige und zeigt dies beim langsamen Anschleichen und dem Mäusesprung.[18] Füchse und Katzen gehören zoologisch zwar verschiedenen Familien an, haben aber aufgrund der gemeinsamen Spezialisierung auf kleine Nagetiere als Beutetiere im Laufe der Evolution eine konvergente Entwicklung durchgemacht.

Der Rotfuchs ist ein relativ anspruchsloser Allesfresser. Er stellt seine Ernährung bei Bestandsschwankungen der Beutetiere kurzfristig um und nimmt generell mit dem vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet (opportunistische Ernährung). Die Nahrungszusammensetzung ist somit lokal und saisonal stark unterschiedlich. Auf Feldmäuse umgerechnet, beträgt der tägliche Nahrungsbedarf ca. 15 bis 20 Mäuse[19].

Eine grobe Einteilung der Nahrungsquellen kann folgendermaßen aussehen:

  • Feldmäuse: Sie stellen bei aller Variationsbreite in der Nahrung – mit lokalen Unterschieden – eine der wichtigsten Beutetierarten dar. Sie sind tags und nachts sowie das ganze Jahr über verfügbar.
  • Kaninchen können lokales Hauptbeutetier sein (etwa in einigen Dünengebieten).
  • Regenwürmer werden insbesondere auf frischen Grünlandböden erbeutet. Aufgrund ihres Fett- und Proteingehaltes stellen sie eine energiereiche Nahrung dar. Daneben werden auch Käfer, Raupen und Schnecken verzehrt.
  • Frösche, Eidechsen und Fische
  • Feldhase, Rebhuhn, Stockente, Lamm u. a.: Der Rotfuchs ist kaum in der Lage, gesunde Alttiere zu ergreifen, kann aber Jungtiere oder geschwächte Alttiere erbeuten.
  • Rotfüchse sind in der Lage, ausgewachsene Rehe zu töten, wenn hohe Schneelagen Rehe in ihrer Fortbewegung behindern. Sie schlagen aber gewöhnlich nur Jungtiere, die nicht älter als zwei Monate sind.[20] Untersuchungen in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zeitpunkten haben den Einfluss des Rotfuchses auf die Rehpopulation belegt: Für das Berner Mittelland wird geschätzt, dass ein Fuchs in den Monaten von Mai bis Juli durchschnittlich elf Kitze schlägt.[21] In Skandinavien, wo in den späten 1970er und den 1980er Jahren Räude zu einem drastischen Rückgang der Rotfuchspopulation führte, stieg die durchschnittliche Zahl der Kitze, die eine Ricke im Herbst führt, um 30 Prozent. Der durchschnittliche Rehbestand nahm um 64 Prozent zu. Auf der norwegischen Insel Jöa töteten Rotfüche fast die Hälfte der Kitze in ihren ersten Monaten. Auf der unweit von Jöa liegenden Insel Storfosna, wo keine Füchse vorkommen, starben dagegen nur 18 Prozent der Neugeborenen.[20] Auf Jöa fielen außerdem deutlich mehr Kitze, die in Wiesen Deckung suchten, dem Fuchs zum Opfer. Es wird für möglich gehalten, dass Rotfüchse aus dem Verhalten der Ricken schließen können, wo die Kitze Deckung gesucht haben.[20] Nur äußerst selten erbeuten Füchse Hirschkälber.
  • Haushühner, Hausgänse, Hausenten werden vor allem in der Jungenaufzuchtszeit erbeutet, da die Fuchsfamilie in dieser Zeit einen hohen Nahrungsbedarf hat und 1 kg Huhn etwa so ergiebig ist wie 50 Feldmäuse.
  • Obst / Früchte (z. B. Süßkirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Brombeeren, Heidelbeeren) werden gern angenommen, wenn sie nicht zu sauer sind.
  • Aas: Wie mehrere andere Tierarten haben Füchse gelernt, dass auf manchen Straßen überfahrene Tiere eine ergiebige Nahrungsquelle bieten. Dabei können die Füchse selbst Verkehrsopfer werden.
  • Abfall: In Städten ernähren sich Rotfüchse neben der bisher erwähnten Kost auch von Kompost, von nach draußen gestelltem Katzenfutter usw. (vgl. Abschnitt zu Stadtfüchsen). Im Gegensatz zu Katzen sind Füchse in der Lage, „süß“ zu schmecken. Reste von Schokoladenkeksen und andere zuckerhaltige Essensrückstände sind daher besonders beliebt.

Bei kurzfristigem Überangebot legen Füchse auch Vorräte an. Hierzu wird in lockerem Boden ein etwa 10 cm tiefes Loch gegraben, die Nahrung hineingelegt und anschließend das Loch mit Erde und Laub wieder der Umgebung angeglichen. Das Versteck wird später mit dem Geruchssinn wiedergefunden.

Beziehungen zu anderen ArtenBearbeiten

Manchmal leben Füchse und Dachse im selben Bau. Ein friedliches Zusammenleben ist jedoch nicht immer gegeben, denn die Jungtiere sind vor der jeweils anderen Art nicht sicher. Werden die Jungfüchse älter und lebhafter, fühlen sich die meisten Dachse offenbar gestört und verlassen den Bau; dies hat nichts mit dem Eigengeruch der Füchse zu tun.[6]

In der Stadt begegnen sich Füchse und Katzen häufig, beachten sich in den meisten Fällen aber kaum. Es kann vorkommen, dass ein Fuchs eine Katze zum Spielen auffordert. Als Beutetiere sind Katzen in der Regel zu wehrhaft; zudem wäre in Siedlungsräumen mit großem Nahrungsangebot der Angriff auf eine Katze ein unnötiges Risiko. Nur in außergewöhnlichen Situationen versuchen Füchse, (wenige Wochen alte) Jungkatzen oder durch Krankheit oder Unfall geschwächte Katzen zu erbeuten.[10]

Fressfeinde, Parasiten und KrankheitenBearbeiten

Ausgewachsener Fuchsbandwurm, ca. 1,5 mm lang

Zum Nahrungsspektrum des Luchses gehören unter Umständen auch Füchse, meistens Jungfüchse. Auch Wölfe jagen Füchse, andererseits sind auch relativ friedliche Beziehungen z. B. aus Alaska bekannt.[6]

Ein Steinadler kann selbst ausgewachsene gesunde Füchse schlagen, bevorzugt jedoch Jungtiere.[22] Auch der Seeadler ist in der Lage, Füchse zu erbeuten. Der Uhu stellt für ausgewachsene, gesunde Füchse keine ernsthafte Gefahr dar. Jungfüchse können geschlagen werden, aber dies geschieht eher selten; bei einer Untersuchung des Nahrungsspektrums von Uhus in Sachsen fanden sich unter 2197 Beutetieren lediglich zwei Jungfüchse.[23] Umgekehrt werden auch Uhus nur selten von Füchsen erbeutet.[24]

In europäischen Füchsen wurden 55 Parasitenarten nachgewiesen mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten. Weit verbreitet ist ein Befall mit Bandwürmern, insbesondere mit dem Fuchsbandwurm. Daneben treten Fadenwürmer auf sowie als Ektoparasiten Flöhe (vor allem Hundefloh), Zecken und Milben. Letztere können die Räude hervorrufen.

Zu den Virusinfektionen zählen die Fuchsencephalitis, Staupe und Tollwut, zu den bakteriellen Infektionen beispielsweise die Leptospirose.

SystematikBearbeiten

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Rotfuchses stammt aus der zehnten Auflage der Systema Naturae von Carl von Linné aus dem Jahr 1758.

Der Rotfuchs gehört zur Gattung Vulpes. In einer aktuellen Systematik der Hunde, die auf molekulargenetischen Untersuchungen gründete, wurde die Gattung Vulpes als Schwestertaxon dem Marderhund (Nyctereutes procyonoides) gegenübergestellt. Verglichen wurden dabei ca. 15 Kilobasen an Exon- und Intron-Sequenzen.[25] Als Schwesterart dieser beiden Gattungen wurde der Löffelhund (Otocyon megalotis) identifiziert.[25] Gemeinsam wurde diese drei Gattungen als Rotfuchs-Klade zusammengefasst. Diese entspricht Teilen der ursprünglich als Echte Füchse (Vulpini) zusammengefassten Gruppe, bei der jedoch der Marderhund nicht enthalten war und die zusätzlich die Graufüchse (Urocyon) enthielt, die nun als basale Schwestergruppe aller Hunde betrachtet werden.[25]

Zur Gliederung der Gattung Vulpes siehe die Grafik rechts. Neben der Nominatform Vulpes vulpes vulpes werden zahlreiche weitere Unterarten unterschieden[26]:

Phylogenetische Systematik der Gattung Vulpes[27].
 Vulpes 


 Kapfuchs (V. chama)


     

 Bengalfuchs (V. bengalensis)


     

 Blassfuchs (V. pallida)



     


 Afghanfuchs (V. cana)


     

 Fennek (V. zerda)



     


 Kitfuchs (V. macrotis)


     

 Polarfuchs (V. lagopus)



     


 Steppenfuchs (V. corsac)


     

 Tibetfuchs (V. ferrilata)



     

 Rotfuchs (V. vulpes)


     

 Rüppellfuchs (V. rueppelli)







  • Vulpes vulpes vulpes
  • Vulpes vulpes abietorum
  • Vulpes vulpes alascensis
  • Vulpes vulpes alpherakyi
  • Vulpes vulpes anatolica
  • Vulpes vulpes arabica
  • Vulpes vulpes atlantica
  • Vulpes vulpes bangsi
  • Vulpes vulpes barbara
  • Vulpes vulpes beringiana
  • Vulpes vulpes cascadensis
  • Vulpes vulpes caucasica
  • Vulpes vulpes crucigera
  • Vulpes vulpes daurica
  • Vulpes vulpes deletrix
  • Vulpes vulpes dolichocrania
  • Vulpes vulpes dorsalis
  • Vulpes vulpes flavescens
  • Vulpes vulpes fulvus
  • Vulpes vulpes griffithi
  • Vulpes vulpes harrimani
  • Vulpes vulpes hoole
  • Vulpes vulpes ichnusae
  • Vulpes vulpes indutus
  • Vulpes vulpes jakutensis
  • Vulpes vulpes japonica
  • Vulpes vulpes karagan
  • Vulpes vulpes kenaiensis
  • Vulpes vulpes kurdistanica
  • Vulpes vulpes macroura
  • Vulpes vulpes montana
  • Vulpes vulpes necator
  • Vulpes vulpes niloticus
  • Vulpes vulpes ochroxantha
  • Vulpes vulpes palaestina
  • Vulpes vulpes peculiosa
  • Vulpes vulpes pusilla
  • Vulpes vulpes regalis
  • Vulpes vulpes rubricosa
  • Vulpes vulpes schrenckii
  • Vulpes vulpes silacea
  • Vulpes vulpes splendidissima
  • Vulpes vulpes stepensis
  • Vulpes vulpes tobolica
  • Vulpes vulpes tschiliensis

Nutzung, Bejagung, ArtenschutzBearbeiten

Nutzung des RotfuchsesBearbeiten

Fell eines europäischen Rotfuchses
Hauptartikel: Rotfuchsfell

Rotfuchsfelle werden für Bekleidungszwecke genutzt, wobei die Nachfrage stark von der jeweiligen Mode und der Akzeptanz von Pelzen abhängt. In Pelztierfarmen werden vor allem seltene Farbschläge wie Silberfüchse und Kreuzfüchse gezüchtet.

Fuchsleber wurde in der Volksmedizin als Brechmittel eingesetzt. Bis in das Mittelalter wurde sie auch als Tuberkulosemittel verwendet.[28]

Archäologen haben auf der Orkneyinsel vor der Nordküste Schottlands Hinweise auf die Zucht von Füchsen in der späten Eisenzeit entdeckt. Nach dem Überfall der Wikinger auf Schottland um 800 soll die Zucht eingestellt worden sein.[29]

BejagungBearbeiten

Parforcejagd
Hauptartikel: Fuchsjagd

Die Fuchsjagd wird in vielen Staaten legal betrieben. In Deutschland sind die wichtigsten Jagdarten unter anderem der Ansitz und die Baujagd.[30]

Umstritten ist die Fuchsjagd in Großbritannien, wo vor allem die Art ihrer Durchführung zu Auseinandersetzungen zwischen Tierschützern und Jägern führte. Seit Februar 2005 ist die Parforcejagd zu Pferde mit Hundemeuten in ganz Großbritannien offiziell verboten, was die Diskussion um die Fuchsjagd als solche jedoch nicht beendet hat.

In der Bundesrepublik wurde Ende der 1960er Jahre und bis in die 1970er Jahre hinein eine Baubegasung aller erreichbaren Fuchsbaue durchgeführt, um die Ausbreitung der Tollwut zu stoppen. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.

ArtenschutzBearbeiten

Zur Verhinderung von Vogelschlag an Flughäfen gibt es Überlegungen, Füchse gezielt mit Kunstbauen zu fördern oder dort nicht zu bejagen.[31]

Für die Bestandsabnahmen von Bodenbrütern wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Auerhuhn wird seit einigen Jahren neben der Lebensraumverschlechterung als Hauptursache (vor allem durch intensive Landwirtschaft) auch die Gefährdung („Prädation“) durch den Rotfuchs angegeben.[32] Dies führte zur Forderung und Durchführung eines Prädatorenmanagements als Artenschutzstrategie,[33] das bei ganzjähriger und intensiver Bejagung auch die gewünschten Erfolge zeigen kann.[34] Als eine mögliche Ursache für die zeitweise hohe Nachstellung durch den Fuchs werden auch die Bestandszyklen von Wühlmausarten diskutiert.[35]

Teilweise wurde jedoch auch kein stark negativer Einfluss des Fuchses auf Bodenbrüter gefunden.[36] Die Durchführung eines Prädatorenmanagements muss nicht immer zu einer Erhöhung der Überlebensrate der Zielarten führen.[37] Bei geringerer Fuchsdichte können Marderartige den Anteil des Fuchses an der hohen Prädationsrate ersetzen.[38] Die Wirksamkeit vom aktiven (Tötung des Prädators) oder passiven (Veränderungen von Habitatstrukturen) Prädatorenmanagement als Naturschutzmaßnahme ist umstritten und erfordert eine intensive Vorbereitung und Einzelfallbeurteilung.[39]

Vor allem im englischsprachigen Raum wird seit etwa 15 Jahren das Thema Tierethik auch bei Wildtieren verstärkt diskutiert, insbesondere im Themenbereich Bestandskontrolle von (hochentwickelten) Wirbeltieren,[40][41][42] auch speziell bei Füchsen,[43][44][45] und hat zu lokalen Initiativen für den Rotfuchs geführt.[46][47]

Diese Art wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) geführt, sie ist aufgrund des großen Verbreitungsgebietes und der hohen Bestände als nicht gefährdet gelistet (Least Concern).[48]

Kulturelle BedeutungBearbeiten

Reyneke Vosz de olde. Holzschnitt von Erhard Altdorfer (1539)

In der Bibel wird der Fuchs als Symbol für Wildnis oder auch für verwüstete, daher von ihm bewohnte Landschaften (Klgl 5,18 EU, Hes 13,4 EU, Neh 3,35 EU) genannt, als Schädling (Hld 2,15 EU), aber auch als Symbol für List und Bosheit (Lk 13,32 EU). Jesus gebraucht den Fuchs, der immerhin einen Bau hat, als Gegenbild zu seiner eigenen Heimatlosigkeit (Mt 8,20 EU, Lk 13,32 EU). Eine Sonderstellung hat der Fuchs im Buch der Richter (Ri 15,4-5 EU), wo erzählt wird, wie Simson Füchse zur Zerstörung gegnerischer Felder missbraucht.

In der christlichen Ikonografie dient der Fuchs zur Vermenschlichung bzw. Personifikation der Sünde. [49]

Die Bezeichnung „Reineke“ basiert auf einem lateinischen Gedicht aus dem Jahr 1150 mit dem Titel „Ysegrimus“, in dem der Fuchs als „Reinardus“ auftritt.[3] Im Jahr 1175 schrieb Pierre Saint den „Roman de Renard“. Diese als eine Parodie auf den höfischen Lebensstil gedachte Geschichte stellt den Fuchs in einer Doppelrolle als Schurken und Helden dar (Details siehe Reineke Fuchs). Im weiteren Mittelalter breiteten sich Geschichten mit „Reineke“ rasch aus. Dabei wird der Fuchs als falsch, rachsüchtig, widerspenstig, schlau und einzelgängerisch dargestellt. Bekannt ist vor allem Goethes Version von Reineke Fuchs aus dem Jahr 1793.

In einigen Regionen des deutschsprachigen Raumes kommt dem Rotfuchs als Osterfuchs eine positive Rolle zu: Dort übernimmt er im österlichen Brauchtum wie der Osterhase die Aufgabe des Eierbringens.

Auch in Japan spielt der Rotfuchs eine Rolle in Mythologie und Fabel (siehe Kitsune). In China galt er nicht nur als Symbol für Schlauheit und List, sondern auch für erotische Verführung und Dämonie. Zahlreich sind insbesondere die Erzählungen, in denen sich Männer mit einem Fuchsgeist in Gestalt einer schönen Frau einlassen und dabei ihr Verderben finden.

Bis ins 20. Jahrhundert dominiert eine negative Darstellung von Füchsen in Märchen und Kinderbüchern: z. B. in Grimms Märchen als listige Figur (KHM 57, 72, 74, 132, 191) oder als Überlisteter (KHM 8, 38, 45, 75, 86), in der Geschichte von Nils Holgersson oder im Kinderlied Fuchs, du hast die Gans gestohlen.

In der modernen Furry-Bewegung spielen Fuchs-Charaktere eine wichtige Rolle.

LiteraturBearbeiten

Zoologie

  • Alexander Wandeler, Peter Lüps: Vulpes vulpes (Linnaeus, 1758) – Rotfuchs. In: Michael Stubbe, Franz Krapp (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas. Band 5: Raubsäuger – Carnivora (Fissipedia). Teil I: Canidae, Ursidae, Procyonidae, Mustelidae 1. Aula-Verlag, Wiesbaden 1993, S. 139–193.
  • Felix Labhardt: Der Rotfuchs. Naturgeschichte, Ökologie und Verhalten dieses erstaunlichen Jagdwildes. Paul Parey – Verlag, Hamburg 1990, 158 S. ISBN 3-490-33812-X
  • David MacDonald: Unter Füchsen – Eine Verhaltensstudie. Knesebeck-Verlag München 1993, 253 S. ISBN 3-926901-63-2
  • Maria Schnaitl; Sylvia Stürzer: Rotfuchs (Vulpes vulpes) und Dachs (Meles meles) im Nationalpark Bayerischer Wald. Raumnutzungsverhalten und Habitatwahl in einem geschlossenen Waldgebiet. In: "Nationalpark Bayerischer Wald, Wissenschaftliche Reihe“, Heft 18, 2009, ISBN 3-930977-32-X, S. 104-105.

Stadtfüchse

  • Sandra Gloor; Fabio Bontadina; Daniel Hegglin: Stadtfüchse – Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum. Haupt-Verlag, Bern 2006, 189 S.
  • Stephen Harris; Phil Baker: Urban Foxes. Whittet Books, Suffolk 2001, 150 S.
  • Trevor Williams; Andrew Wilson: Unearthing the urban fox. The Fox Project, Tonbridge 2000, United Kingdom, 48 S.

Erzählkultur

  • Rudolf Schenda: Fuchs. In: Das ABC der Tiere. Märchen, Mythen und Geschichten. C. H. Beck Verlag, München 1995, S. 105–111.
  • Hans-Jörg Uther: Fuchs. In: Enzyklopädie des Märchens. Band 5, Berlin 1987, S. 447–478.
  • Fabel vom Löwenanteil

Bildbände

  • Rebecca L. Grambo: The World of the Fox. Sierra Club Books, San Francisco 1995, 109 S.
  • Günther Schumann: Wilde Füchse ganz vertraut. Neumann – Neudamm, Melsungen 2007, 129 S.

Bilder- und Kinderbücher

  • Toshiko Kanzawa: Moschiri die Füchsin. Gerstenberg Verlag Hildesheim 1993, 32 S.
  • Irina Korschunow: Der Findefuchs. Wie der kleine Fuchs eine Mutter bekam. Deutscher Taschenbuch-Verlag München 2001, 48 S. Bilder von R. Michl.
  • Cherie Mason: Wild Fox – A True Story. Down East Books, Maine 1993, 32 S.
  • Claudia Schnieper; Felix Labhardt: Dem Fuchs auf der Spur. Kinderbuchverlag, Luzern 1988, 40 S.

WeblinksBearbeiten

Allgemeine Seiten zum Rotfuchs:

 Commons: Rotfuchs (Kategorie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Rotfuchs (Seite) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Alexander Wandeler, Peter Lüps: Vulpes vulpes (Linnaeus, 1758) – Rotfuchs. In: Michael Stubbe, Franz Krapp (Hrsg.): Handbuch der Säugetiere Europas. Band 5: Raubsäuger – Carnivora (Fissipedia). Teil I: Canidae, Ursidae, Procyonidae, Mustelidae 1. Aula-Verlag, Wiesbaden 1993, S. 139–193.
  2. Miroslav Bouchner: Der Kosmos-Spurenführer. Spuren und Fährten einheimischer Tiere. Gondorm-Verlag, Blindlach 1996
  3. a b c d e f g h i j k l David MacDonald: Unter Füchsen – Eine Verhaltensstudie. Knesebeck-Verlag, München 1993, ISBN 3-926901-63-2
  4. Martin Hemmington: Foxwatching. In the Shadow of the Fox. Whittet Books, Stonham 1997, ISBN 1-873580-31-2.
  5. Trevor Williams, Andrew Wilson: Unearthing the urban fox. The Fox Project, Tonbridge 2000, 48 S.
  6. a b c d e f g Felix Labhardt: Der Rotfuchs. Naturgeschichte, Ökologie und Verhalten dieses erstaunlichen Jagdwildes. Paul Parey – Verlag, Hamburg 1990, ISBN 3-490-33812-X, 158 S.
  7. A. Carter, G. W. Luck: Fox baiting in agricultural landscapes: preliminary findings on the importance of bait-site selection. Wildlife Research Band 40, Nr. 3, 2013, S. 184-195.
  8. C. A. Marks, F. Gigliotti, F. Busana, M. Johnston, M. Lindeman: Fox control using a para-aminopropiophenone formulation with the M-44 ejector. In: Animal Welfare, Band 13, 2004.
  9. Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel, Wolfgang Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Band 2: Passeriformes – Sperlingsvögel. Aula-Verlag, Wiebelsheim 2005, 622 S.
  10. a b c d e f g Sandra Gloor, Fabio Bontadina, Daniel Hegglin: Stadtfüchse – Ein Wildtier erobert den Siedlungsraum. Haupt-Verlag, Bern 2006, 189 S.
  11. Taz.de Wie umgehen mit wilden Tieren? Der Wolf ist ein Opportunist". Interview mit Dirk Ehlert, 5. Januar 2013
  12. Maria Schnaitl; Sylvia Stürzer: Rotfuchs (Vulpes vulpes) und Dachs (Meles meles) im Nationalpark Bayerischer Wald. Raumnutzungsverhalten und Habitatwahl in einem geschlossenen Waldgebiet. In: Nationalpark Bayerischer Wald, Wissenschaftliche Reihe, Heft 18, 2009, ISBN 3-930977-32-X, S. 104-105.
  13. Angelika Lang: Spuren und Fährten unserer Tiere. BLV Naturführer, München 1991, ISBN 3-405-13819-1, 127 S.
  14. Martin Hemmington (1997, S. 25): „Describing the smell of the urine is almost impossible, but if I was to try, I suppose it smells very much like a freshly opened jar of Nescafé coffee (…).”
  15. Die Altersverteilung von 1.628 toten Füchsen war dabei wie folgt: 52 % < 1 Jahr; 24 % 1–2 Jahre; 12 % 2–3 Jahre; 6 % 3–4 Jahre; 3 % 4–5 Jahre; 3 % > 5 Jahre.
  16. a b Stephen Harris, Phil Baker: Urban Foxes. 2. Auflage. Whittet Books, Suffolk 2001, ISBN 1-873580-51-7, 150 S.
  17. Thomas A. M. Kaphegyi: Untersuchungen zum Sozialverhalten des Rotfuchses (Vulpes vulpes L.). Dissertation der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg im Breisgau 2002, S. 14, 85.
  18. Nach akustischer Lokalisierung einer Maus springt der Fuchs fast senkrecht nach oben und drückt dann die Maus mit seinen Vorderpfoten zu Boden, bevor er sie mit den Zähnen packt und verspeist.
  19. Angaben auch im Weiteren, sofern nicht anders angegeben, nach Labhardt (1990) und MacDonald (1993).
  20. a b c Reidar Andersen, Patrick Duncan, John D. C. Linnell (Hrsg): The European Roe Deer: The Biology of Success. Scandinavian University Press, Oslo 1998, ISBN 82-00-37682-6, S. 141–143
  21. Fred Kurt: Das Reh in der Kulturlandschaft. Ökologie, Sozialverhalten, Jagd und Hege. Kosmos Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-09397-2., S. 83
  22. Urs N. Glutz von Blotzheim, Kurt M. Bauer, Einhard Bezzel (Bearb.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 4: Falconiformes – Greifvögel. Aula-Verlag, Wiesbaden 1989, 941 S.
  23. Rudolf Piechocki: Der Uhu. Die Neue Brehm-Bücherei, Band 108. A. Ziemsen-Verlag, Wittenberg Lutherstadt 1985, 128 S.
  24. Urs N. Glutz von Blotzheim, Kurt M. Bauer (Bearb.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 9: Columbiformes – Piciformes: Tauben, Kuckucke, Eulen, Ziegenmelker, Segler, Racken, Spechte. Aula-Verlag, Wiesbaden 1994, 1148 S.
  25. a b c Kerstin Lindblad-Toh et al.: „Resolving canid phylogeny.“ Abschnitt in: Kerstin Lindblad-Toh et al.: Genome sequence, comparative analysis and haplotype structure of the domestic dog. Nature 438, Dezember 2005; Seite 803–819.
  26. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): 11509 Vulpes vulpes in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  27. Jan Zrzavý, Věra Řičánková: Phylogeny of Recent Canidae (Mammalia, Carnivora): Relative Reliability and Utility of Morphological and Molecular Datasets. In: Zoologica Scripta Band 33, Nr. 4, Juli 2004, S. 311–333, doi:10.1111/j.0300-3256.2004.00152.x
  28. Christian Martin Koch: Sammlung auserlesener Abhandlungen zum Gebrauch für praktische Aerzte, Band 18 Dyck, 1799 S. 432
  29. Winckelmann-Pelz-Report Nr. 1814 vom 8. Dezember 2006, gestützt auf Quellen Daily Record und Scotland Mail vom 27. November 2006 sowie Emaildienst der USA Fur Commission
  30. Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: Knaurs Großes Jagdlexikon, Augsburg 2000, S. 261f Jagdarten, ISBN 3-8289-1579-5
  31. Christoph Morgenroth, Michaela Winch: Der Fuchs und sein Einfluss auf das Vogelschlaggeschehen. In: Vogel und Luftverkehr Bd. 28.
  32. Ausführliche Literaturverzeichnisse bei:
    • Jochen Bellebaum: Prädation als Gefährdung bodenbrütender Vögel in Deutschland – eine Übersicht. In: Berichte zum Vogelschutz, Band 39, 2002, S. 95–117
    • Tobias Langgemach, Jochen Bellebaum: Prädation und der Schutz bodenbrütender Vogelarten in Deutschland. In: Vogelwelt, Band 126, 2005, S. 259–298
  33. Beispiele:
    • Gerd Graumann, Jürgen Goretzki: Einfluss von Prädatoren und Schwarzwild auf Bodenbrüter im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft unter besonderer Berücksichtigung der Wildschutzgebiete / Jagdruhezonen. In: Naturschutzarbeit im Mecklenburg-Vorpommern, Band 45, Nr. 1, 2002, S. 17–34
    • Heinz Litzbarski: Prädatorenmanagement als Artenschutzstrategie. In: Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg, Band 1, 1998, S. 92–97
    • R. Siano, Franz Baierlein, Klaus-Michael Exo, S. A. Herzog: Überlebensdauer, Todesursachen und Raumnutzung gezüchteter Auerhühner (Tetrao urogallus L.), ausgewildert im Nationalpark Harz. In: Vogelwarte, Band 44, 2006, S. 145–158.
  34. Paul Müller: Risiken einer fehlenden Kontrolle von Fuchspopulationen für den Arten- und Naturschutz. – In: Ökologischer Jagdverein Bayern e. V. (Hrsg.): Hilfe (für die) Beutegreifer?! (Ergebnisse eines Seminars vom 7. Dezember 1996 in Nürnberg). Verlag Meyer, S. 69–103
  35. Danach besteht in „guten“ Wühlmausjahren aufgrund der hohen Mäusedichte kein hoher Prädationsdruck, während Füchse (und andere Prädatoren) in „schlechten“ Mäusejahren verstärkt auf die Bodenbrüter ausweichen (Rüdiger Schröpfer, Heinz Düttmann: Artenschutz mit Jagd und Mäusen – das Osnabrücker Prädationsmodell. In: Artenschutzreport, Band 26, 2010, S. 1–7.)
  36. Beispiele:
    • Bruns, H. A.; Hötker, H.; Christiansen, J.; Hälterlein, B.; Petersen-Andersen, W. (2001): Brutbestände und Bruterfolg von Wiesenvögeln im Beltringharder Koog (Nordfriesland) in Abhängigkeit von Sukzession, Beweidung, Wasserständen und Prädatoren. Corax 18, Sonderheft 2: 67-80.
    • Bei einer niederländischen Studie zu den Wirkungen der Prädation auf Wiesenvögel (Teunissen, W.; Schekkermann, H.; Willems, F. (2005): Predatie bij weidevogels. Op zoek naar de mogelijke effecten van predatie op de weidevogelstand. Gutachten im Auftrag von Sovon ogelonderzoek Nederland, Alterra, 135 S.; www.sovon.nl; mit englischer Zusammenfassung) zeigte sich, dass Säugetiere (z. B. Fuchs, Hermelin, Iltis) vor allem die Gelege, Vögel (z. B. Mäusebussard, Graureiher) eher die Küken der Wiesenvögel erbeuteten. Der Fuchs stellte sich in den meisten Fällen als Hauptprädator der Gelege dar. Insgesamt nahm der Prädationsdruck mit zunehmender Offenheit der Landschaft ab. In den Modellierungen der Untersuchung war die Prädation auf Küken für die Population der Wiesenvögel der wirkungsvollste Faktor, während die Wirkung der Gelegeprädation geringer oder vergleichbar zu anderen Faktoren (z. B. Verluste durch Mahd) war.
  37. Bolton, M.; Tyler, G.; Smith, K.; Bamford, R. (2007): The impact of predator control on lapwing Vanellus vanellus breeding success on wet grassland nature reserves. Journal of Applied Ecology 44 (3), 534–544.
  38. Bellebaum, J.; Bock, C. (2009): Influence of ground predators and water levels on Lapwing Vanellus vanellus breeding success in two continental wetlands. Journal für Ornithologie 150 (1): 221-230
  39. Beispiel Kiebitz: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Geschützte Arten in NRW - Kiebitz (Vanellus vanellus (L.)) . http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/artenschutz/de/arten/gruppe/voegel/massn/103073#massn_5, Abruf 5. Juli 2013.
  40. K. E. Littin, D. J. Mellor, B. Warburton, C. T. Eason: Animal welfare and ethical issues relevant to the humane control of vertebrate pests. In: New Zealand Veterinary Journal, Band 52, Nr. 1, 2004, S. 1–10
  41. K. E. Littin: Animal welfare and pest control: meeting both conservation and animal welfare goals. In: Animal Welfare, Band 19, 2010, S. 171–176
  42. P. C. Paquet, C. T. Darimont: Wildlife conservation and animal welfare: two sides of the same coin? In: Animal Welfare, Band 19, 2010, S. 177–190
  43. D. M. Broom, R. H. Bradshaw: The welfare of deer, foxes, mink and hares subjected to hunting by humans: a review. Cambridge University Animal Welfare Information Centre, Cambridge 2000.
  44. N. Fox, S. Rivers, N. Blay, A. G. Greenwood, D. Wise: Welfare Aspects of Shooting Foxes. A study for the All Party Parliamentary Middle Way Group. c/o Lembit Öpik MP, House of Commons, London 2003, 48 S
  45. N. Fox, N. Blay, A. G. Greenwood, D. Wise, E. Potapov: Wounding rates in shooting foxes (Vulpes vulpes). In: Animal Welfare, Band 14, 2003
  46. The Fox Project, http://www.foxproject.org.uk/
  47. National Fox Welfare Society http://www.nfws.org.uk/
  48. Vulpes vulpes in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: D.W. Macdonald, J.C. Reynolds, 2008. Abgerufen am 8. Juli 2012
  49. Susanne Blöcker: Studien zur Ikonographie der Sieben Todesünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik: von 1450-1560, Münster. S.114f







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