Schnitzer Motorsport

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Schnitzer Motorsport
Schnitzer Motorsport
Name Schnitzer Motorsport GmbH
Unternehmen Schnitzer Motorsport GmbH
Unternehmenssitz DeutschlandDeutschland Freilassing
Teamchef Herbert Schnitzer,
Karl „Charly“ Lamm
Techn. Direktor Friedrich Nohl
Saison 2013
Fahrer (1) KanadaKanada Bruno Spengler
(2) DeutschlandDeutschland Dirk Werner
Chassis BMW M3 DTM
Motor V8-Saugmotor
Reifen Hankook
Meisterschaftsposition 1
DTM-Statistik
Erstes Rennen Zolder I 1985
Rennen gemeldet 62
Gefahrene Rennen 113
Meisterschaften 2 (1989: Roberto Ravaglia
2012: Bruno Spengler)
Rennsiege 21
Pole Positions 12
Schnellste Runden 17
Punkte 1.935
(Stand: Saisonende 2012)

Schnitzer Motorsport ist ein deutsches Motorsport-Team aus Freilassing in Bayern. Die Tuningfirma AC Schnitzer mit Sitz in Aachen hat ihren Namen von dem bayerischen Stammhaus.

Betriebliche LaufbahnBearbeiten

1936 gründete Josef Schnitzer eine Kfz-Werkstatt mit Opel-Vertretung und Fahrschule. Zusätzlich erweiterte er den Betrieb mit einer Leuna-Tankstelle. 1939 übernahm Schnitzer zudem eine Ford-Vertretung für Pkw und Lkw. Im Jahr 1945 verstarb Josef Schnitzer im Alter von 37 Jahren bei einem Unfall auf dem Weg nach Zolder[1]. Schnitzers Stiefvater Karl Lamm übernahm den Betrieb und bildete später die Söhne von Josef Schnitzer, Josef jr. und Herbert zu Kfz-Mechanikern aus. 1962 kauften die Brüder einen unfallbeschädigten Rennwagen und setzten diesen wieder instand. Während sich Josef Schnitzer auf seine Rennkarriere konzentrierte, setzte sein Bruder Herbert seinen Fokus auf den Verkauf. Ab 1964 wurde Schnitzer zu einem Vertrieb für BMW. 1966 beendete Josef Schnitzer seine Rennkarriere als amtierender Deutscher Rundstreckenmeister. 1967 entstand die Rennsportabteilung „Team Schnitzer“. 1978 verunglückte Josef Schnitzer tödlich. Am 1. Januar 1987 schloss die Firma Schnitzer GmbH einen Vertrag mit dem BMW-Händler Kohl Automobile GmbH in Aachen. Ziel des Kontraktes war und ist die weltweite Vermarktung von Tuning-Produkten unter dem Markenzeichen AC Schnitzer.[2]

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Die Motorsportabteilung entstand in den späten 1960er-Jahren. Eingesetzt werden seitdem nahezu ausschließlich Modelle der Bayerischen Motorenwerke. 1965 wurde Josef Schnitzer jr. Zweiter der Deutschen Rundstreckenmeisterschaft auf einem BMW 1800 TI/SA, ein Jahr später wurde er deutscher Meister. Zwischen 1968 und 1971 gewannen zunächst Ernst Furtmayr und anschließend Walter Brun viermal die Europa-Bergmeisterschaft mit einem BMW 2002 bzw. BMW 2800 CS.

John Fitzpatrick 1972 im BMW 2800 CS

1975 gewann Jacques Laffite die Formel-2-Europameisterschaft in einem von BMW befeuerten Martini MK16. 1977 nahm Schnitzer mit einem Toyota Celica an der Deutschen Rennsportmeisterschaft teil, eine Saison später gewann Harald Ertl die Meisterschaft in einem BMW 320 Turbo mit einem von Schnitzer selbst entwickelten Turbo-Motor[3]. Zwischen 1980 und 1998 gewann das Team neunmal das Tourenwagenrennen auf dem Guia Circuit in Macao. 1983, 1986 und 1988 wurde Schnitzer Tourenwagen-Europameister.

BMW Schnitzer CSL 1973

1985, 1986, 1988 1990 und 1995 siegte das Team beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps sowie 1989, 1991, 2004, 2005 und 2010 beim 24-h-Rennen Nürburgring. 1987 wurde Roberto Ravaglia erster Tourenwagen-Weltmeister in einem BMW M3. Ebenfalls gewann Schnitzer die nationalen Tourenwagen-Meisterschaften von Deutschland (1989), Italien (1989, 1990), des Vereinigten Königreichs (1993) und Japan (1995). Mit Joachim Winkelhock 1995 und Johnny Cecotto 1998 wurde Schnitzer Deutscher Supertourenwagen-Meister. 1999 gewann Schnitzer mit einem BMW V12 LMR die 24 Stunden von Le Mans und 12 Stunden von Sebring. In der Saison 2001 belegte Schnitzer mit einem BMW M3 GTR in der American Le Mans Series den ersten Platz der GT-Klasse[4].

BMW M3 (DTM-Meisterauto 1989)
Augusto Farfus (WTCC in Brasilien 2007)

Von 2005 bis 2009 nahm Schnitzer zunächst als BMW-Werksteam an der Tourenwagen-Weltmeisterschaft teil, mit einem BMW 320si und Jörg Müller und Augusto Farfus als Fahrer. 2006 wurde Müller Vizeweltmeister.

Seit 2012 ist Schnitzer wieder als BMW-Werksteam in der DTM vertreten [5]. Als Fahrer kommen dabei Bruno Spengler und Dirk Werner zum Einsatz. 2012 gewann Schnitzer im ersten Jahr nach Wiedereinstieg in die DTM den Titel sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung. Siegreicher Fahrer war Bruno Spengler, der nach 37 Punkten Rückstand zur Saisonhälfte im letzten Rennen am Hockenheimring noch am Mercedes-Piloten Gary Paffett vorbeizog.

ErgebnisseBearbeiten

Siege in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Jahr Rennen Fahrzeug Fahrer 1 Fahrer 2
1976[6] 1000-km-Rennen am Nürburgring BMW 3.5CSL DeutschlandDeutschland Albrecht Krebs OsterreichÖsterreich Dieter Quester
1000-km-Rennen am Österreichring BMW 3.5CSL SchwedenSchweden Gunnar Nilsson OsterreichÖsterreich Dieter Quester

WeblinksBearbeiten

 Commons: Schnitzer Motorsport – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://dirk-mueller.com: Das Team Schnitzer Motorsport
  2. schnitzer.de: Firmenchronik (Version vom 13. August 2007 im Internet Archive)
  3. Rückblick DRM 1978
  4. schnitzer.de: Renngeschichte (Version vom 31. März 2007 im Internet Archive)
  5. motorsport-total.com: BMW Motorsport präsentiert die Teams für die DTM (10. März 2011)
  6. Erfolge in der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1976







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