Wikimedia

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Wikimedia Foundation, Inc.
Logo der Wikimedia Foundation
Typ Non-Profit-Organisation
Gründung 20. Juni 2003
Sitz San Francisco (USA)
Personen

Jan-Bart de Vreede,
Kuratoriumsvorsitzender[1]
Jimmy Wales, Gründer[1]
Sue Gardner, Geschäftsführerin[2]

Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt Freie Inhalte, wikibasierte Internet-Projekte
Budget 38,5 Mio. US$[3]
Angestellte 186 (Oktober 2013)[4]
Motto Imagine a world in which every single human being can freely share in the sum of all knowledge. That’s our commitment.
Website wikimediafoundation.org

Die Wikimedia Foundation, Inc. (Wikimedia-Stiftung; kurz: WMF) ist eine nichtstaatliche gemeinnützige Organisation, die freies Wissen und freie Inhalte fördert. Für die Sammlung, Entwicklung und Verbreitung der Inhalte setzt sie Wikis ein. Wikipedia ist das bekannteste Wiki, das die Wikimedia Foundation betreibt.

Ferner gibt es nationale Non-Profit-Organisationen (chapter). Sie unterstützen die Wikimedia-Projekte, betreiben sie aber nicht. Sie sind rechtlich unabhängig und mit der WMF über Zusammenarbeitsverträge verbunden. Im deutschsprachigen Raum sind sie in der Rechtsform eines (eingetragenen) Vereins organisiert: Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia CH. 2012 haben die Vereine die Wikimedia Chapters Association gegründet. Im selben Jahr hat die WMF angekündigt, dass sie neben den nationalen Vereinen auch thematische Vereine, losere user groups und eine Art von partners anerkennen möchte.

OrganisationenBearbeiten

Die Wikimedia-Bewegung 2012 mit der internationalen Wikimedia Foundation, den Vereinen und den Projekten, einschließlich der neuen Wikimedia Chapters Association
Mindmap der Wikimedia-Bewegung (2013)

Wikimedia FoundationBearbeiten

Die Wikimedia Foundation Inc. ist eine gemeinnützige Organisation gem. United States Internal Revenue Code (26 U.S.C. § 501(c)) nach dem Recht des amerikanischen Bundesstaates Florida. Sie hat keine Mitglieder, sondern nur eine Satzung und ein Kuratorium.

Die Gründung gab der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales am 20. Juni 2003 bekannt. Mit der Gründung der Wikimedia Foundation übertrugen ihr Wales und Bomis alle im Zusammenhang mit der Wikipedia oder ihrer Schwesterprojekte stehenden Rechte an Namen und Domains sowie die bis dato angeschafften Server.[5]

Den Namen „Wikimedia“ erfand Sheldon Rampton, amerikanischer Autor und Betreiber von SourceWatch (vormals Disinfopedia).[6]

KuratoriumBearbeiten

Das höchste Gremium der Stiftung ist das Kuratorium (Board of Trustees). Es setzt sich zusammen aus drei von der Community gewählten Mitgliedern, zwei von den nationalen Organisationen (Chaptern) ausgewählten Vertretern, vier vom Board bestellten Mitgliedern und dem vom Board jährlich zu bestätigenden Gründer Jimmy Wales.[7] Vorsitzender ist seit August 2012 Jan-Bart de Vreede.[8] Ferner gibt es weitere Gremien wie einen Beirat und Arbeitsgruppen.

Die Vorsitzenden:

  • Juni 2003 – Oktober 2006: Jimmy Wales
  • Oktober 2006 – Juli 2008: Florence Nibart-Devouard
  • Juli 2008 – Juli 2010: Michael Snow
  • Juli 2010 – Juli 2012: Ting Chen
  • Juli 2012 – August 2013: Kat Walsh
  • seit August 2013: Jan-Bart de Vreede

AngestellteBearbeiten

In den ersten Jahren wurde die Arbeit der Wikimedia Foundation fast ausschließlich von Ehrenamtlichen erledigt. 2005 gab es zwei erste fest Angestellte, einen Koordinator und einen Softwaremanager. 2006 wuchs die Belegschaft auf sechs Personen. Die Stiftung expandierte weiter und schuf verschiedene neue Positionen wie General Counsel (Leiter der Rechtsabteilung), Chief Operating Officer, Head of Communications, Grant Coordinator, Chapters Coordinator und Volunteer Coordinator.

Die kanadische Journalistin Sue Gardner ist seit Dezember 2007 die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation[2]. Der deutsche Journalist, Autor und Softwareentwickler Erik Möller hat seit Januar 2008 den Posten des stellvertretenden Direktors inne.[9] In den kommenden Jahren wuchs die Belegschaft der Stiftung stark an. 2010 waren es 35 Angestellte, im Mai 2011 bereits 65 Mitarbeiter. Zum Stand November 2012 beschäftigte die Wikimedia Foundation 147 Angestellte sowie eine Anzahl externer Mitarbeiter.[4][10] Im Oktober 2013 erreichte die Belegschaft die Zahl von 186 Mitarbeitern.[4]

Die Wikimedia Foundation hatte zunächst ein Büro in Saint Petersburg in Florida. 2007 zog sie nach San Francisco um,[11] wo sie Ende 2009 in ein größeres Bürogebäude umzog.[12]

Nationale Wikimedia-VereineBearbeiten

Nationale Wikimedia-Vereine (Chapters) weltweit

Nationale Wikimedia-Vereine, im Englischen als Chapter bezeichnet, sind eigenständige Organisationen, die von der Wikimedia Foundation das Recht erhalten, im jeweiligen Land unter der geschützten Bezeichnung „Wikimedia“ aufzutreten und die weiteren Marken der Foundation zu verwenden.

Die nationalen Vereine unterstützen vor Ort Wikimedia-Projekte, beispielsweise durch die Veranstaltung von Treffen und Workshops oder durch Öffentlichkeitsarbeit. Sie betreiben keine Projekte, wie die Wikipedia oder Wikiquote, dies bleibt der Foundation vorbehalten. Ferner nehmen die nationalen Vereine keine inhaltlichen Änderungen an der Wikipedia oder anderen Projekten vor. Ordnungsdienst in den Projekten leisten die von den Wikipedianern gewählten Administratoren und alle anderen Bearbeiter.

Am 13. Juni 2004 wurde in Berlin mit dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. der erste nationale Wikimedia-Verein gegründet. Im Oktober desselben Jahres folgte die französische Wikimédia France. Am 14. Mai 2006 erfolgte die Gründung des Wikimedia CH – Verein zur Förderung Freien Wissens in der Schweiz. Mittlerweile gibt es in vielen weiteren Ländern Wikimedia-Vereine, unter anderem in Italien, Großbritannien, Taiwan, Israel, den Niederlanden und Österreich.

Die länderspezifischen Domains wikipedia.de, wikipedia.at und wikipedia.ch weisen aus rechtlichen Gründen als Domaineigner die nationalen Vereine aus, nicht die Wikimedia Foundation, die wikipedia.org betreut. Die Webseiten der drei genannten Domains enthalten länderspezifische Portale für die Wikipedia.

Wikimedia-ProjekteBearbeiten

In Wikimedia-Projekten werden die Inhalte von Ehrenamtlichen erstellt. Die Texte (und bis auf wenige Fair-Use-Ausnahmen auch Mediendateien) stehen unter einer freien Lizenz, in der Regel unter der Lizenz Creative Commons Weitergabe unter gleichen Bedingungen (Share Alike) 3.0 (CC-BY-SA). Als technische Plattform der Projekte dient die primär zu diesem Zweck entwickelte Software MediaWiki.

Zu den wichtigsten Projekten zählen neben der freien Enzyklopädie Wikipedia das Wörterbuch Wiktionary und Wikibooks – ein Projekt zum Aufbau von freien Lernmaterialien – und die Zitatesammlung Wikiquote. Weitere Projekte sind Wikisource für freie Texte, das Artenverzeichnis Wikispecies, Wikimedia Commons für Bilder und andere Multimedia-Daten, Wikinews, eine freie Nachrichtenquelle, Wikivoyage, ein Reiseführer, Wikidata, eine Datensammlung und Wikiversity, eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte.

ComScore zufolge wurden die Wikimedia-Projekte im Januar 2010 von insgesamt 365 Millionen Besuchern weltweit aufgerufen.[13]

Die Wikimedia Foundation veranstaltet seit dem Jahr 2005 jährlich die internationale Konferenz Wikimania, die als Kommunikationsforum für Organisationsoffizielle, Community-Mitglieder, Wissenschaftler und Techniker konzipiert ist.[14]

Technische InfrastrukturBearbeiten

Serverstruktur der Wikimedia (Stand Dezember 2010)

Zum Betrieb der verschiedenen Wikimedia-Projekte unterhält die Wikimedia Foundation eine umfangreiche technische Infrastruktur in Rechenzentren in Ashburn, Virginia und Tampa, Florida. Daneben gibt es noch von Kennisnet betriebene Server in Amsterdam (Niederlande).[15] Insgesamt sind somit etwa 420 Server in Betrieb (Stand Mai 2012).[16] Im Jahr 2008 wurden alle Server auf Ubuntu 8.04 LTS Server Edition umgestellt.[17] Wikimedia Deutschland stellt 14 Server für den Toolserver bereit, der zur Hälfte vom OpenStreetMap-Projekt und deren Integration in Wikipedia genutzt wird und zur anderen Hälfte die Autoren der Wikipedia mit Helferlein und Bots unterstützt.[18]

FinanzierungBearbeiten

Wikimedia finanziert sich bisher vor allem über Spenden. Überwiegend handelte es sich dabei um kleinere Einzelspenden von Privatpersonen. Weitere Unterstützung erhält Wikimedia in Form von Geld- und Sachzuwendungen von anderen Stiftungen und Unternehmen, darunter seit Frühjahr 2005 auch der Suchmaschinen- und Internetportal-Betreiber Yahoo. Im Jahr 2010 hat auch Google eine größere Einzelspende geleistet.[19]

Finanzielle EntwicklungBearbeiten

Finanzielle Entwicklung der Wikimedia Foundation 2003–2012

Die Wikimedia Foundation weist seit ihrer Gründung 2003 ein starkes Wachstum auf. Sowohl die jährlichen Einnahmen als auch die Ausgaben und das Vermögen der Stiftung steigen jedes Jahr kontinuierlich an. Die folgende Tabelle basiert auf den „Statements of Activities“ (jeweils zum 30. Juni) in den Wikimedia Foundation Financial Reports.[20]

Jahr Gesamteinnahmen Gesamtausgaben Anstieg Nettovermögen Nettovermögen zum Jahresende
2003/2004[21] $ 80.129 $ 23.463 $ 56.666 $ 56.666
2004/2005[21] $ 379.088 $ 177.670 $ 211.418 $ 268.084
2005/2006[21] $ 1.508.039 $ 791.907 $ 736.132 $ 1.004.216
2006/2007[22] $ 2.734.909 $ 2.077.843 $ 654.066 $ 1.658.282
2007/2008[23] $ 5.032.981 $ 3.540.724 $ 3.519.886 $ 5.178.168
2008/2009[24] $ 8.658.006 $ 5.617.236 $ 3.053.599 $ 8.231.767
2009/2010[25] $ 17.979.312 $ 10.266.793 $ 6.310.964 $ 14.542.731
2010/2011[26] $ 24.785.092 $ 17.889.794 $ 9.649.413 $ 24.192.144
2011/2012[27] $ 38.479.665 $ 29.260.652 $ 10.736.914 $ 34.929.058
2012/2013[28] $ 48.635.408 $ 35.704.796 $ 10.260.066 $ 45.189.124

WeblinksBearbeiten

 Commons: Wikimedia Foundation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Wikimedia Foundation Board of Trustees
  2. a b Kuratoriumsbeschluss zur Anstellung Sue Gardners als Geschäftsführerin
  3. Einnahmen gemäß Bericht für 2011-2012 (PDF; 3,9 MB)
  4. a b c Staff-Zähler
  5. Jimmy Wales: Ankündigung der Stiftungsgründung (E-Mail, 20. Juni 2003).
  6. Sheldon Rampton: Namensvorschlag Wikimedia. (E-Mail, 16. März 2003)
  7. Satzung der Wikimedia Foundation, Article IV – The Board of Trustees, Section 3 – Selection
  8. Pressemitteilung der Wikimedia Foundation
  9. Gardner, Sue: Announcing Erik Moeller as Wikimedia Deputy Director. In: [Foundation-l]. Wikimedia Foundation. 18. Dezember 2007. Abgerufen am 12. Mai 2008.
  10. Answers archive/September 2011/en Wikimedia Foundation
  11. Pressemitteilung
  12. Blogeintrag
  13. Siehe comScore data on Wikimedia (Permalink)
  14. Wikimedia Foundation: Wikimania
  15. Wikimedia Foundation Press Release: Kennisnet supports Wikimedia Projects
  16. Wikitech: Server roles
  17. Die Strategie Ubuntu und Wikipedia
  18. Neue Server für den Toolserver und OpenStreetMap
  19. Wikimedia Foundation: Google spendet 2 Millionen – taz.de
  20. Wikimedia Foundation Finance Report
  21. a b c http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/2/28/Wikimedia_2006_fs.pdf
  22. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/4/49/Wikimedia_2007_fs.pdf
  23. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/4/4c/Wikimedia_20072008_fs.pdf
  24. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/4/4f/FINAL_08_09From_KPMG.pdf
  25. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/c/cc/FINAL_09_10From_KPMG.pdf
  26. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/a/ac/FINAL_10_11From_KPMG.pdf
  27. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/0/09/FINAL_11_12From_KPMG.pdf
  28. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/foundation/6/6e/FINAL_12_13From_KPMG.pdf









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